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Weltweit sind nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 100 bis 140 Millionen Frauen, Mädchen und Säuglinge Opfer von Genitalverstümmelung. Jährlich kommen weitere drei Millionen hinzu. Die Johanniter informieren seit Februar im Rahmen einer zehnmonatigen Aufklärungskampagne in Dschibuti über die Folgen weiblicher Genitalverstümmelung und leisten medizinische Hilfe für die Opfer.
Abschaffung von Frauenbeschneidung
Gemeinsam mit dem „Departement Santé Mère-Enfant“ (DSME) des Gesundheitsministeriums von Dschibuti starten die Johanniter Informationsveranstaltungen und leisten Aufklärungsarbeit über die verhängnisvollen Folgen von weiblichen Beschneidungspraktiken. Die Veranstaltungen finden in Gemeindezentren im Slum von Balbala in Dschibuti-Stadt, im Distrikt Tadjourah im Norden, im Distrikt Dikhil im Süden des Landes sowie im Mutter-Kind-Zentrum und Waisenhaus „Aicha Bogoreh“ statt.
Mit der Unterstützung von qualifizierten Hebammen, medizinischem Personal und in Anwesenheit eines Imams werden in Dschibuti-Stadt außerdem 30 Gemeindegesundheitshelfer zu Frauengesundheit und den Gefahren von weiblicher Beschneidung fortgebildet. Sie geben das erlernte Wissen an die Menschen vor Ort weiter.
Beschneidungspraktiken führen bei den betroffenen Mädchen und Frauen oftmals zu schwerwiegenden gesundheitlichen Schäden und medizinischen Komplikationen. Im Rahmen des Projektes werden drei Gesundheitseinrichtungen in Dschibuti-Stadt, die die betroffenen Frauen behandeln, mit Medikamenten und medizinischen Verbrauchsgütern versorgt.
Internationaler Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung
Im Rahmen des Internationalen Tages gegen weibliche Genitalverstümmelung am 6. Februar 2012 veranstalteten die Johanniter zum Auftakt ihrer Aufklärungskampagne in Dschibuti gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium im Krankenhaus von Balbala einen offiziellen Empfang mit Vorträgen und Diskussionen.
Die Redebeiträge von Vertretern der Weltgesundheitsorganisation (WHO), des United Nations Population Fund (UNFPA), der Johanniter und des Generalsekretärs des Gesundheitsministeriums verdeutlichten, dass mehr als 90 Prozent der Frauen in Dschibuti von Genitalverstümmelung betroffen sind. Die Beschneidung von Mädchen im Säuglings- und Kindesalter ist ein jahrhundertealter Brauch, der, so die anwesenden Imame, nicht vom Koran vorgeschrieben werde. Die Eingriffe fügen den Opfern schwere körperliche Verletzungen zu. Zu den Folgen gehören psychische Traumata und ein erhöhtes Risiko in der Schwangerschaft oder bei der Geburt zu sterben.
Die Aufklärungskampagne über die Folgen weiblicher Genitalverstümmelung in Dschibuti startete am 1. Februar mit einer Laufzeit von zehn Monaten und wird mit Hilfe des Auswärtigen Amtes - Referat für Menschenrechte - finanziert. Die medizinische Versorgung der Folgen von weiblicher Genitalverstümmelung wird aus Eigenmitteln finanziert.
Mehr Informationen zu den Aktivitäten der Johanniter in Dschibuti finden Sie hier.