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Die zwei Gesichter Angolas: Ölboom und Armut
Das Leben in Angola ist geprägt von extremen sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheiten: Während die Städte vom starken Wirtschaftswachstum profitieren, leben 40 Prozent der Angolaner gerade in ländlichen Regionen in tiefer Armut. Trotz Öl- und Diamantenvorkommen bleibt der größte Erdölproduzent Afrikas eines der ärmsten Länder weltweit. 68,2 Prozent der Bevölkerung leben von weniger als 2 US-Dollar am Tag – bei ihnen kommen die Einnahmen aus den Bodenschätzen nicht an.
Militärische Konflikte zerstörten das Land
Angola befand sich über vierzig Jahre lang im Kriegszustand. Ein erbitterter Bürgerkrieg folgte 1975 auf den Unabhängigkeitskrieg und konnte erst 2002 beendet werden. Die traurige Bilanz der Kämpfe: 1,5 Millionen Menschen verloren ihr Leben, rund 4 Millionen flohen aus ihren verwüsteten Dörfern. Die Infrastruktur wurde zerstört, die Bevölkerung litt Hunger und weite Teile des Landes sind bis heute vermint.
Lebensmittelknappheit und medizinische Unterversorgung
Die Ernährungs- und Gesundheitssituation der ländlichen Bevölkerung ist nach wie vor katastrophal. Die Hälfte der Menschen hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und medizinischer Grundversorgung. Die Folgen sind die weltweit geringste Lebenserwartung von 38,7 Jahren und die höchste Kindersterblichkeit. Nur drei von vier Neugeborenen erreichen das 5. Lebensjahr und rund 30 Prozent der Kinder sind unterernährt. Medikamenten- und Ärztemangel tragen dazu bei, dass behandelbare Krankheiten wie Durchfall und Malaria häufig einen tödlichen Verlauf nehmen.
Verbesserung der Basisgesundheit
Seit 1992 leisten die Johanniter humanitäre Hilfe in Angola. Während des Bürgerkrieges haben sie Gesundheitsstationen mit Medikamenten und medizinischem Material versorgt und Flüchtlinge unterstützt. Im Anschluss haben sie AIDS-Präventionsprogramme durchgeführt und Zusatznahrung geliefert.
In der Provinz Benguela saniert die Johanniter-Auslandshilfe heute Gesundheitsstationen und stattet sie mit Medikamenten, medizinischem Material und Geräten aus. Um Fehlernährung und Malaria vorzubeugen, bieten die Johanniter Landwirtschafts- und Ernährungskurse an und verteilen Saatgut und Moskitonetze an Menschen im ländlichen Raum. In Aufklärungsveranstaltungen werden die Dorfbewohner über die Vorbeugung und Behandlung von Malaria informiert.
In der unten stehenden Tabelle erfahren Sie mehr über die aktuellen Projekte der Johanniter-Auslandshilfe in Angola.
| Region | Projektkurzbeschreibung | Laufzeit | Finanzierung |
|---|---|---|---|
| Bambi und Kassua, Benguela | Sanierung von zwei Gesundheitsstationen und Ausstattung mit Medikamenten, medizinischen Verbrauchsmaterialien und Geräten | 01.01.2008 - 31.12.2011 | Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und Spenden |
| Yambala, Benguela | "Boa Saúde" – Verbesserung der Basisgesundheit von armen Familien im ländlichen Raum durch Vorbeugung von Malaria und Fehlernährung | 10.09.2010 - 12.09.2011 | Spenden |