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Philippinen

Eine Katastrophe, wie beim Taifun Haiyan im November 2013 (Bild), konnte verhindert werden. Dennnoch sind Teile der Inseln Leyte und Panay verwüstet.

Mit bis zu 250 Stundenkilometern ist Taifun Hagupit am 7. Dezember auf die Philippinen getroffen. Dank der Frühwarnungen konnten sich rund 900 000 Menschen rechtzeitig in Sicherheit bringen. Jedoch sind Teile des Landes verwüstet, vielerorts brach die Stromversorgung zusammen. So auch auf den Inseln Leyte und Panay. Die Johanniter erkunden dort mit ihrem lokalen Partner die Lage und arbeiten weiter an Wiederaufbau-Projekten, die sie in Folge des Taifuns Haiyan vom November 2013 begonnen hatten.

In den ländlichen Gebieten auf den Inseln Leyte und Panay kehren Menschen aus Notunterkünften im Landesinneren in ihre Dörfer zurück und beginnen mit den Aufräumarbeiten. Dort sind viele Häuser zerstört, Felder überflutet. Die Johanniter führen deshalb gemeinsam mit ihrer lokalen Partnerorganisation „Balay Mindanaw Foundation, Inc (BMFI)“ Erkundungen durch, um den kurzfristigen Bedarf der Betroffenen zu ermitteln. „Auf Basis der Ergebnisse der Erkundungen prüfen wir dann, inwieweit wir den Menschen Hilfe leisten können“, schildert Asuntha Charles, Länderbüroleiterin der Johanniter auf den Philippinen. Doch sie kann auch Erfreuliches berichten: „Alle Häuser, die wir nach Taifun Haiyan mit den Menschen in der Stadt Ormoc wiederaufgebaut und repariert hatten, haben den Taifun Hagupit ohne Schäden überstanden. Schon am Montag konnten die ersten Bewohner nach Hause zurückkehren.“

Katastrophenvorsorgemaßnahmen erfolgreich
Nach dem Taifun Haiyan im vergangenen Jahr haben viele internationale und lokale Hilfsorganisationen, auch die Johanniter, Katastrophenvorsorgearbeit in den betroffenen Gebieten geleistet. „Dank Katastrophenübungen und dem Bau widerstandsfähiger Hütten waren die Menschen diesmal viel besser auf den nahenden Taifun vorbereitet, als noch vor einem Jahr“, resümiert Asuntha Charles.

Die Johanniter sind bereits seit 2010 auf den Philippinen tätig und unterstützen Betroffene nach Naturkatastrophen. Nach Taifun Haiyan leisteten sie unmittelbar medizinische Soforthilfe und starteten auf den Inseln Leyte und Panay Wiederaufbauprojekte.

 

Schauen Sie sich hier die Johanniter- Soforthilfe nach dem Taifun an:

Wiederaufbau der Infrastruktur nach Taifun Haiyan

Während der Wiederaufbau von Wohnhäusern langsam voranschreitet, liegt die kommunale Infrastruktur in etlichen Gemeinden noch immer brach. So sind die meisten der zerstörten öffentlichen Einrichtungen auf der Insel Panay auch ein Jahr nach der Katastrophe noch nicht wieder aufgebaut. Viele Regionen haben noch keine Unterstützung durch die lokale Regierung erhalten. So auch die acht Dörfer der Gemeinde President Roxas in der Provinz Capiz ganz im Norden der Insel Panay. Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Gesundheitszentren Wasserauffangbecken und kleine Dämme konnten hier bislang nicht repariert werden. Die Kassen sind leer, ausreichend Geld für Wiederaufbaumaßnahmen gibt es nicht.

 

Die Johanniter übernehmen deshalb gemeinsam mit ihrem lokalen Partner „Balay Mindanaw Foundation, Inc (BMFI)“ den Wiederaufbau der Einrichtungen, um die Lebensbedingungen der Bewohner zu verbessern. „Dabei haben wir vor allem Kinder, Ältere, Menschen mit Behinderungen und andere Bedürftige im Blick, die diese Einrichtungen bevorzugt nutzen. Über 7.000 Menschen werden davon profitieren“, so Birgitta Hahn, zuständige Projektkoordinatorin für die Philippinen.

 

Ziel ist es, die Gebäude und Einrichtungen widerstandsfähiger gegen mögliche Erdbeben, Stürme und Starkregenfälle zu machen. Viele Maßnahmen sind dabei leicht durchzuführen, wie zum Beispiel stärkere Verstrebung und eine Veränderung im Dachbau. Ein Sturm kann das Gebäude dann nicht so leicht zum Einsturz bringen oder das Dach abheben. Im Zuge des Wiederaufbaus werden die Johanniter auch 50 lokale Zimmerleute und Maurer fortbilden. Diese werden dann in einem „Cash-for-Work“- Programm als Fachkräfte beim Wiederaufbau der insgesamt 30 Einrichtungen eingesetzt.

 

Auf der Insel Leyte, in der Gemeinde San Juan, bauen die Johanniter eine Grundschule wieder auf. Vier Wasseraufbereitungssysteme sollen hier langfristig die Wasserversorgung in der Gemeinde sichern. 

Weitere Informationen zu dem Projekt erhalten Sie hier.

Schutz vor neuen Katastrophen

Bereits seit 2011 führen die Johanniter gemeinsam mit ihrer philippinischen Partnerorganisation Projekte zur Katastrophenvorsorge durch. So vermitteln sie den Menschen auf der Insel Mindanao, wie sie im Notfall schnell reagieren und eigenverantwortlich handeln können. Trainer lokaler Nichtregierungsorganisationen wurden hierzu in Katastrophenvorsorge und Erster Hilfe ausgebildet. Diese schulen sogenannte Katastrophenschutz-Komitees, die ihr Wissen an die Gemeindemitglieder weitergeben. Auch Notfallpläne werden gemeinsam entwickelt und öffentliche Gebäude zu Evakuierungszentren umfunktioniert und ausgestattet. So sind auch die Menschen in abgelegenen Gemeinden in der Lage, unmittelbar zu reagieren und sich erst einmal selbst zu helfen.

 

Anschließend daran schulen die Johanniter nun zusätzlich in sieben Gemeinden 21 Helfer in Gesundheitsversorgung, Erster Hilfe, Katastrophenvorsorge und Klimawandel und gründen Soforthilfe-Teams. Weiterhin wird hier die Trinkwasser- und Sanitärversorgung sichergestellt.

 

Stand: November 2014


In der unten stehenden Tabelle erfahren Sie mehr über das Projekt der Johanniter-Auslandshilfe auf den Philippinen.

Ansprechpartner und Links


Programmschwerpunkte

Ihr persönlicher Ansprechpartner:

Birgitta Hahn
Telefon
Tel. 030 26997-260
Adresse
Lützowstr. 94
10785 Berlin
Region Kurzbeschreibung Laufzeit Finanzierung
Agusan del Sur Katastrophenvorsorge in sieben Gemeinden 01.08.2014 – 31.07.2015 Spenden
Insel Panay Wiederaufbau von Gemeinschaftseinrichtungen 15.11.2014 – 14.08.2015 Deutsche Bank Stiftung, Spenden
Insel Leyte Wiederaufbau zerstörter Gemeinde-Infrastruktur 10.10.2104 – 30.04.2015 Stadt Wien, Spenden