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Eine Geschichte geprägt von Krieg und Zerstörung
Sri Lanka war 26 Jahre lang Schauplatz eines grausamen Bürgerkrieges. Die tamilische Minderheit des Landes kämpfte im Norden und Osten der Insel für einen unabhängigen Staat. Die Kämpfe endeten im Mai 2009 mit einer tragischen Bilanz: 100.000 Todesopfer, 300.000 Flüchtlinge, zerstörte Dörfer, verminte Felder, verletzte und traumatisierte Menschen. Weitere 30.000 Menschenleben forderte der Tsunami 2004 – die schlimmste Naturkatastrophe in der Geschichte Sri Lankas.
Armut in den ehemaligen Krisengebieten
Der Nordosten Sri Lankas ist von den Folgen des Krieges gezeichnet: Häufig fehlt es an Nahrungsmitteln, sauberem Trinkwasser und medizinischer Versorgung. Starke Monsunregen und Überschwemmungen erschweren das Leben der Landbevölkerung zusätzlich. Ein Drittel der Kinder unter fünf Jahren ist mangelernährt, jeder Vierte lebt unterhalb der Armutsgrenze. Vom Wirtschaftswachstum des Schwellenlandes, insbesondere dem florierenden Tourismus und dem erfolgreichen Tee- und Textilexport, profitiert der Nordosten kaum.
Schlechte Gesundheitsversorgung im Norden
Während die Bevölkerung im Süden der Insel medizinisch gut versorgt ist, mangelt es im Norden an Ärzten und Krankenhäusern. Die nächste Gesundheitsstation liegt häufig weit entfernt, der Transport ist teuer – für schätzungsweise zwei Millionen Menschen mit Behinderung sind dies unüberwindbare Hürden. Eine weitere Gefahr sind die ungeräumten Landminen – zahlreiche Menschen verloren bereits bei Minenunfällen ihr Bein.
Mobilität für Menschen mit Behinderung
Seit der Tsunami-Katastrophe 2004 engagieren sich die Johanniter mit ihren Partnerorganisationen „St. John Ambulance“ und „Motivation“ in Sri Lanka. Auf die Nothilfe für Tsunami-Opfer folgten Erste-Hilfe-Kurse, der Bau von fünf Katastrophenvorsorgezentren inselweit und die orthopädische Versorgung behinderter Kinder mit Rollstühlen. So entstanden in Colombo und Galle Rollstuhl- bzw. Orthopädiewerkstätten.
Aktuell unterstützten die Johanniter Opfer von Landminen im Norden von Sri Lanka mit Prothesen, Orthesen und Rollstühlen. Zum Schutz von Kindern führen sie im Distrikt Galnawa Aufklärungskurse über sexuellen Missbrauch, Kinderrechte und häusliche Gewalt durch. Landesweit bilden die Johanniter 400 Gemeindegesundheitshelfer aus, die zukünftig alte und kranke Menschen, Menschen mit Behinderungen, Vertriebene und Kinder versorgen.
Lesen Sie hier mehr zum Minenopfer-Projekt der Johanniter-Auslandshilfe in Sri Lanka.
Mehr Informationen zur Aufklärungskampagne der Johanniter gegen Vernachlässigung, Ausbeutung und sexuellen Missbrauch von Kindern erhalten Sie hier.
In der unten stehenden Tabelle erfahren Sie mehr über die Projekte der Johanniter-Auslandshilfe in Sri Lanka.
| Region | Projektkurzbeschreibung | Laufzeit | Finanzierung |
|---|---|---|---|
| Nord-Sri Lanka, Jaffna, Kilinochi, Mannar, Mullaitivu und Vavuniya | Orthopädische Versorgung und psychosoziale Unterstützung für 250 Überlebende von Landminenunfällen | 01.04.2012 – 31.12.2012 | Auswärtiges Amt |
| Nord-Sri Lanka, Jaffna, Kilinochchi, Mannar, Mullaithievu and Vavuniya | Mobile rehabilitative Nachsorge für 400 Minenopfer im Norden Sri Lankas | 01.10.2011 – 30.09.2012 | Eigenmittel |
| Nord-Sri Lanka, Galnawa Distrikt | Aufklärungs- und Gesundheitskampagne für arme Familien gegen Vernachlässigung, Ausbeutung und sexuellen Missbrauch von Kindern | 01.01.2011 – 31.03.2012 | Eigenmittel |
| Sri Lanka inselweit | Ausbildungsprogramme zur Qualifizierung von 400 gemeindebasierten Krankenpflegern zur mobile Pflege von alten und kranken Menschen, Menschen mit Behinderung, Vertriebenen und Kindern | 01.03.2011 – 31.05.2012 | Eigenmittel |