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Die zwei Gesichter Kolumbiens
Kolumbien ist die älteste Demokratie Lateinamerikas. Wirtschaftlich überzeugt das ressourcenreiche Land seit Jahren mit konstantem Wachstum und exportiert erfolgreich Erdöl, Kohle und Kaffee. Gleichzeitig wird die Entwicklung Kolumbiens seit Jahrzehnten von bewaffneten Konflikten, internationalem Drogenhandel, großer Armut und extremer sozialer Ungleichheit gehemmt.
Massive Landvertreibung
Die Kämpfe zwischen Staat, paramilitärischen Kampfverbänden und Guerillagruppen haben 70.000 Menschen das Leben gekostet und rund vier Millionen Menschen von ihrem Heimatort vertrieben. Doch die Landbevölkerung flieht nicht nur vor der Gewalt: Bewaffnete Gruppen vertreiben sie gezielt und besetzen das kostbare Land, um Drogenanbauflächen zu vergrößern. Hinter Millionen von Binnenvertriebenen stehen Millionen von Hektar illegal umverteilten Landes.
Wurzeln der Gewalt
Armut und soziale Ungleichheit sind sowohl Ursache als auch Folge des Dauerkonflikts. Über die Hälfte der Bevölkerung Kolumbiens lebt unterhalb der Armutsgrenze, 17 Prozent gelten als extrem arm. Zwei Drittel des Landbesitzes befindet sich den Händen von nur 0,4 Prozent der Grundbesitzer. Dagegen haben 54 Prozent der Familien im ländlichen Raum kein eigenes Land.
Leben ohne Perspektive in gewalttätigem Umfeld
Auf der Suche nach Sicherheit ziehen viele vertriebene Familien in die Elendsviertel der Städte und leben ohne Strom, Trinkwasserversorgung und Kanalisation in einem von Gewalt und Kriminalität geprägten Umfeld. Wenige, überfüllte Schulen, geringe Arbeitsmarktchancen, schlechte Gesundheitsversorgung und Mangelernährung bieten den Menschen keine adäquate Lebensperspektive.
Hilfe für Gewaltvertriebene
Gemeinsam mit der Stiftung „Las Golondrinas“ unterstützen die Johanniter vertriebene Frauen, Kinder und Jugendliche in den Armenvierteln der Stadt Medellín. Um die Lebenssituation der Vertriebenen zu verbessern, erhalten sie seit August 2011 eine Erstversorgung, psychosoziale Betreuung und Hilfe bei der Aufnahme einer Arbeit bzw. der Integration in die Schulwelt.
Weitere Informationen zur Unterstützung der Opfer des bewaffneten Konfliktes in Kolumbien erhalten Sie hier.
In der unten stehenden Tabelle erfahren Sie mehr über das aktuelle Projekt der Johanniter-Auslandshilfe in Kolumbien.
| Region | Projektkurzbeschreibung | Laufzeit | Finanzierung |
|---|---|---|---|
| Medellín, Kolumbien | Zukunft schaffen! Psychosoziale Betreuung, Ausbildung und Entwicklung von zivilgesellschaftlichen Kompetenzen und Arbeitsqualifikationen für vertriebene Frauen, Kinder und Jugendliche sowie Opfer des bewaffneten Konfliktes in Kolumbien | 05.08.2011 - 30.04.2012 | Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) / ENÜH |