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Menschen bewegen
In den Entwicklungsländern leben mehr als 600 Millionen Menschen mit einer Behinderung. Sie gehören zu den Ärmsten der Armen, sind von Bildung, Arbeit und gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen. Viele Behinderungen werden durch Mangelernährung, Krankheiten, falsche oder fehlende Behandlungen, Unfälle und Kriege verursacht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass weniger als fünf Prozent der Menschen mit einer Behinderung in den Entwicklungsländern Zugang zu Gesundheitsleistungen haben. Hier leisten die Projekte der Johanniter-Auslandshilfe einen wichtigen Beitrag: Sie zielen darauf ab, die Mobilität körperbehinderter Menschen langfristig wiederherzustellen und sie dadurch in die Lage zu versetzen, ihr Leben selbst wieder in die Hand zu nehmen.
„Menschen bewegen“ - sehen Sie hier einen Film über die orthopädische Hilfe der Johanniter-Auslandshilfe in Sri Lanka.
Ausbildung und Infrastruktur
Mit dem Bau von Werkstätten und Orthopädiezentren, der Ausstattung mit Maschinen und Material sowie der Schulung einheimischen Fachpersonals verbessern die Johanniter jedes Jahr weltweit die Mobilität hunderter behinderter Menschen. Das Erfolgsrezept der Johanniter basiert auf dem Aufbau nachhaltiger Angebote von hoher Qualität. So konnten die Johanniter in den vergangenen knapp 20 Jahren bereits in 19 Ländern mehr als 40 Projekte im Bereich der medizinischen Rehabilitation verwirklichen. Die Partner in den Projektländern werden meist über mehrere Jahre hinweg unterstützt und so ausgebildet, dass sie die Werkstätten eigenständig weiterführen können. Großes Augenmerk wird darauf gelegt, auch Menschen in ländlichen Regionen zu erreichen.
Mit ihrem Partner "Theranova" in Oradea, Rumänien, arbeiten die Johanniter bereits seit zehn Jahren zusammen. Mittlerweile sind die dortigen Orthopädietechniker so qualifiziert, dass sie Kollegen in den Werkstätten anderer Länder unterstützen und schulen können.
Werkstatt auf Rädern
Mit Mitteln der Europäischen Union und der Johanniter konnte das Orthopädiezentrum „Theranova“ im Jahr 2010 eine mobile Orthopädiewerkstatt aufbauen, um Menschen mit Körperbehinderung in den abgelegenen Landesteilen mit Hilfsmitteln zu versorgen. Schätzungen zufolge benötigen 26 000 Menschen mit Körperbehinderung in den ländlichen Gebieten Rumäniens dringend orthopädische Hilfe. Die aus drei Containern bestehende mobile Werkstatt soll in verschiedenen Regionen eingesetzt werden. So will „Theranova“ in den kommenden fünf Jahren mehr als 7000 Frauen, Männer und Kinder versorgen. Diesen Ansatz verfolgt die Johanniter-Auslandshilfe auch in Haiti und Kenia.
Staatlich anerkannte Programme
Wie der rumänische Partner der Johanniter versucht auch das „AIC-CURE International Children’s Hospital“ in Kijabe, Kenia, Familien in abgelegenen Gebieten zu erreichen. Das nordwestlich von Nairobi gelegene orthopädische Kinderkrankenhaus ist eines der bedeutendsten in Ostafrika. Jährlich werden hier mehr als 2500 körperbehinderte Kinder operiert. Ein gemeinsam mit den Johannitern entwickeltes Programm zur Behandlung von Klumpfüßen wird mittlerweile in 36 Kliniken landesweit eingesetzt und ist als einziges seiner Art von der Regierung anerkannt. 3600 Kinder mit dieser erblichen Fehlbildung konnten bereits erfolgreich behandelt werden.
Hochwertige Prothesen für Ostafrika
Um dem wachsenden Bedarf gerecht zu werden, haben die Johanniter im Jahr 2010 auf dem Gelände des Krankenhauses eine neue Orthopädiewerkstatt gebaut. „Mit der neuen Werkstatt können wir hochwertige Prothesen herstellen, die wir auch in andere afrikanische Länder exportieren. Dadurch nehmen wir Geld ein, das uns dann die kostenlose Versorgung der armen Bevölkerung in Kenia ermöglicht“, so Jack Muthui, Geschäftsführer des Kinderkrankenhauses.
Rollstühle nach WHO-Richtlinien
In Partnerschaft mit der britischen Organisation „Motivation Charitable Trust“ bauen die Johanniter seit 2009 in Sri Lanka ein Netzwerk lokaler Organisationen auf, die körperbehinderte Menschen mit robusten und kostengünstigen Rollstühlen versorgen. Nach WHO-Richtlinien entwickelt und in China vorproduziert, werden diese vor Ort montiert und individuell angepasst. Vor allem Kinder und Jugendliche erhalten so Hilfen, die weitere Schäden verhindern helfen.
Hierfür wurde in den vergangenen zwei Jahren das Personal von Werkstätten der Standorte Jaffna, Kandy, Galle, Tangalle und Colombo geschult. Mehr als 1000 Rollstühle konnten verteilt werden. Seit Sommer 2010 weiten „Motivation“ und die Johanniter das Rollstuhlprogramm auf das südliche Indien und Haiti aus. In Indien werden derzeit fünf Partnerorganisationen fachlich angeleitet. Dort sollen in den kommenden zwölf Monaten 400 Menschen mit einem Rollstuhl versorgt werden. In Haiti wird das Team der Johanniter in die Montage und Anpassung der Rollstühle eingewiesen.
Orthopädie-Projekte weltweit
In diesen Ländern führen die Johanniter orthopädische Projekte durch:
Haiti
Indien
Kenia
Rumänien
Sri Lanka
Vietnam
Unterstützen Sie uns
Weltweit benötigen Millionen körperlich behinderter Menschen eine orthopädische Gehhilfe oder eine Prothese. Um Ihnen ein Stück Mobilität zurückgeben zu können, sind wir auf Spenden angewiesen. Informationen zu den Spendenmöglichkeiten finden Sie unter www.johanniter-helfen.de
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Orthopädie.
Magazin zur Entwicklungspolitik