Prüfung der Rettungshundestaffeln

Ingolstadt, 09. April 2018

Tanja Bussinger aus Schwabach mit ihrem Hund beim Verweistest (Fotograf: Judith Breinl)

Wenn Menschen vermisst werden, sind die Spürnasen der ehrenamtlichen Johanniter-Rettungshundestaffeln aus Mittelfranken gefragt. Ende März fand eine Prüfung in der Flächensuche beim ASB in Ingolstadt statt. Drei Teams, bestehend aus Hundeführer und Hund, aus Mittelfranken waren bei der zentralen Prüfung für Rettungshundestaffeln dabei. Zwei davon erhielten die Zertifizierung nach DIN 13050 auf Basis der Gemeinsamen Prüfungs- und Prüferordnung für Rettungshundeteams (GemPPO), die sie zu Rettungseinsätzen zulässt.

Die beiden Teams haben die anspruchsvolle Prüfung in der Flächensuche gemeistert. Sie hatten sich im Vorfeld intensiv vorbereitet. Nach einem umfangreichen Theorietest für die Hundeführer waren im Praxisteil sowohl die zwei- als auch die vierbeinigen Teilnehmer beim Verweistest und der Gehorsamkeitsprüfung/Unterordnung gefordert. Ihre Einsatztauglichkeit mussten die Teams anschließend im Gelände bei der Flächenprüfung unter Beweis stellen.

Im Verweistest mussten die Hunde ihren Hundeführern anzeigen, dass sie einen Menschen aufgespürt hatten. Dabei durften die Vierbeiner dem Vermissten jedoch nicht zu nahe kommen oder belästigen, denn im echten Einsatzfall muss gewährleistet sein, dass die Hunde einen möglicherweise Schwerverletzten nicht bedrängen. Aufgabe des Hundeführers war die schnelle und korrekte Erstversorgung der aufgefundenen Person. Beim Gehorsamkeitstest kam es auf das gute Zusammenspiel der Teams an. Geprüft wurde unter anderem, ob der Rettungshund auf Kommandos korrekt reagiert und seinem Hundeführer auch ohne Leine folgt. Nach Bestehen dieser Teilprüfungen stand für die Flächensuchhunde die Suche in einem gut 30.000 Quadratmeter großen Waldgelände auf dem Programm: Dort waren ehrenamtliche Verletztendarsteller versteckt. Nur 20 Minuten hatten die Teams Zeit, zwei Vermisste zu finden. "Wir sind stolz auf die Leistung unserer zwei Teams und freuen uns, dass sie die Prüfung mit Erfolg gemeistert haben.“, berichtet Ingrid Bierschneider von der Johanniter-Rettungshundestaffel in Mittelfranken.

Dass nicht alle Teams bestanden haben, ist nicht ungewöhnlich. "Die Prüfungen sind für Mensch und Tier eine große Herausforderung: Beide stehen unter starkem Stress, das Zusammenspiel muss punktgenau funktionieren. Da entscheiden manchmal Kleinigkeiten oder die Tagesform über das Bestehen", erläutert Bierschneider. "Die Richtlinien müssen so streng sein. Schließlich geht es im Ernstfall um Menschenleben." Die Teams, die die Prüfung nicht bestanden haben, können in den kommenden Wochen weiter trainieren und die Prüfung bis zu fünf Mal wiederholen.

Über die Rettungshundearbeit: Die Johanniter-Rettungshundestaffeln sind an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr einsatzbereit. Als Fachdienst im Rahmen des Bevölkerungs- und Katastrophenschutzes betreiben die nach DIN 13050 zertifizierten Rettungshundeteams in Zusammenarbeit mit der Polizei und den Feuerwehren die Personensuche nach Vermissten. Nur mit gültiger Zertifizierung dürfen die Rettungshundeteams in den Einsatz gehen. Die Staffeln werden über die jeweilige Leitstelle angefordert. In der Fläche ersetzt ein Hund etwa 40 bis 50 Helfer und kann in 15 Minuten bis zu 30.000 Quadratmeter absuchen. Die Arbeit der Rettungshundestaffeln erfolgt ehrenamtlich und ist auf Spenden angewiesen. Die Ausbildung zum Rettungshund dauert rund zwei Jahre und wird mit der Rettungshundeprüfung abgeschlossen, die alle 24 Monate aufgefrischt werden muss.

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