10 Jahre Lacrima – eine Zwischenbilanz

München, 02. August 2017

Der Tod eines Familienmitglieds oder einer anderen nahestehenden Person ist für Kinder und Jugendliche ein schwerer Schock. Besonders schwierig wird es, wenn sie in einer solchen Grenzsituation niemanden haben, mit dem sie über das Erlebte und über ihre Trauer sprechen können. Etwa, weil die anderen Familienmitglieder in ihrer eigenen Trauer gefangen sind und Freude das Thema aus Hilflosigkeit oder falscher Rücksichtname vermeiden.

Vor diesem Hintergrund hat der evangelische Diakon und Lebens- und Trauerbegleiter Tobias Rilling im Jahr 2002 Lacrima, die Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche gegründet. Vor zehn Jahren übernahm die Johanniter-Unfall-Hilfe die Trägerschaft von Lacrima
Zum Jubiläum zieht Rilling Zwischenbilanz.

„Lacrima richtet sich an Kinder von 6-12 Jahren sowie an Jugendliche von 13-21 Jahren“, erklärt er. „Sie kommen bei regelmäßigen Gruppentreffen in festen Gruppen zusammen, die von speziell geschulten Trauerbegleitern altersgerecht geleitet werden.“

Ganz nach Bedarf können sie hier reden, spielen, basteln, malen, toben oder auch beruhigende Rituale für ihre Verstorbenen erleben. In den Outdoor-Gruppen steht die Bearbeitung der Trauer durch Naturerlebnisse und körperliche Aktivität im Fokus. 

„Unsere Arbeit ist keine Therapieform, sondern ein Begleiten und Unterstützen, um den Schmerz, die Wut oder das Gefühl von Schuld wieder in die richtige Bahn zu lenken und gesund Abschied zu nehmen“, betont Rilling.

Für die meisten Teilnehmer sei es eine unglaubliche Entlastung zu sehen, dass andere in der gleichen Situation sind wie sie.
Lacrima bietet zudem Beratung, Veranstaltungen, Seminare und Vorträge für erwachsene Angehörige sowie für verschiedene Einrichtungen und Institutionen an.

Im Lauf der Jahre nahmen viele junge Menschen das Angebot an, das die Johanniter mittlerweile im ganzen Bundesgebiet vorhalten. Ein Meilenstein war die Eröffnung des Johanniter-Trauerzentrums Lacrima in München im Juni 2016.