Multikopter startet im Rettungsdienst

München, 05. Mai 2018

Künftig kann der Rettungsdienst und der Bevölkerungsschutz in der Stadt und im Landkreis München auf einen Multikopter zur Erkundung von unübersichtlichen Einsatzstellen setzen. Die Johanniter stellen das mit einer Kamera zur Livebildübertragung ausgestattete Fluggerät künftig rund um die Uhr zur Verfügung.  „Es kann enorm hilfreich sein, den eigenen Blickwinkel zu verändern und ein Gebiet von oben zu betrachten“, sagt Günter Gottfried, einer der organisatorischer Leiter im Rettungsdienstbereich München und Leiter des Multikopter-Projekts der Johanniter. „Durch Bilder aus der Luft fällt es uns leichter, ein umfänglicheres Bild einer Einsatzstelle zu bekommen und nicht einsehbare oder gefährliche Bereiche zu erkunden.“

Der mit sechs Rotoren ausgestattete Multikopter kann je Akkuladung bis zu 28 Minuten in der Luft bleiben. Die hochaufgelösten Bilder werden nicht nur an den Piloten sondern auch an einen externen Monitor für die Einsatzleitung übermittelt. In nächtlichen Einsätzen kann der Multikopter mit LED-Scheinwerfern und einer Wärmebild- bzw. restlichtverstärkenden Kamera bestückt werden. Zur Einsatzstelle gebracht wird der Multikopter durch die Unterstützungsgruppe Sanitätseinsatzleitung der Johanniter. Diese ehrenamtlich aktive Gruppe wird in der Regel bei größeren Einsätzen mit mehr als zehn Betroffenen oder Verletzten alarmiert. Alle Johanniter-Einsatzkräfte der Unterstützungsgruppe haben bereits die Ausbildung zum Multikopter-Piloten absolviert und trainieren regelmäßig.

Der Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz der Johanniter in der Region

Die Johanniter sind in der Stadt und im Landkreis München mit fünf Teams im öffentlich-rechtlichen Rettungsdienst und bis zu zehn Teams im Krankentransport aktiv. Darüber hinaus stehen ehrenamtliche Helfer der Johanniter bereit, wenn der reguläre Rettungsdienst an seine Kapazitätsgrenzen stößt. In den vergangenen Jahren war dies bei größeren Bränden, bei Funden von Fliegerbomben, bei Eisregen und auch beim Amoklauf am Olympia-Einkaufszentrum der Fall. Für die Stadt und den Landkreis München stellt die Johanniter-Unfall-Hilfe rund um die Uhr vier Schnell-Einsatz-Gruppen – zwei für die Behandlung und zwei für den Transport verletzter Personen. Ergänzend dazu kann die Motorradstaffel der Johanniter zur Erkundung und als Boten im Bevölkerungsschutz eingesetzt werden. Und auch die Helfer der Johanniter-Rettungshundestaffel sind für Großeinsätze im Bevölkerungsschutz ausgebildet.

Die Einsatzleitung und ihre Unterstützungsgruppe

Die Leitung von Einsätzen bei denen von mehr als vier Betroffenen oder Verletzten ausgegangen wird, übernimmt der Einsatzleiter Rettungsdienst – dieser wird turnusmäßig von den in München tätigen Hilfsorganisationen und Rettungsdienstunternehmen inklusive der Berufsfeuerwehr gestellt. Von den Johannitern an fünf Tage pro Monat.

Bei Notfällen mit mehr als zehn Verletzten sind auch mehr Einsatzkräfte in der Leitung nötig. Die Einsatzführung besteht dann aus dem organisatorischen Leiter, einem leitenden Notarzt sowie dem Einsatzleiter Rettungsdienst. Eine zusätzliche Unterstützungsgruppe aus fünf Ehrenamtlichen der Münchner Hilfsorganisationen und Rettungsdienstunternehmen steht der Einsatzleitung zur Seite und leistet wesentliche Kommunikationsaufgaben. Die Johanniter in München übernehmen an fünf Tagen im Monat ehrenamtlich den Dienst des organisatorischen Leiters und sind rund um die Uhr an jedem Tag im Jahr mit einem Mitglied an der Unterstützungsgruppe Sanitätseinsatzleitung beteiligt.

Ihr Ansprechpartner Gerhard Bieber

Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
Regionalverband München