Hitzefalle Auto! Bereits ab 20° droht der Tod

Heiko Gerstmayr - Augsburg, 12. April 2018

Schützen Sie ihre Kinder und Tiere vor der Gefahr

Quelle: JUH RV Schwaben

Jedes Frühjahr passiert es immer wieder, dass Kinder oder Haustiere in parkenden Autos zurückgelassen werden, weil Fahrzeughalter die Gefahr der Überhitzung unterschätzen. Es reicht schon ein kurzer Einkauf um das geparkte Auto zu einer tödlichen Falle werden zu lassen.

Wenn ein Kind im Auto eingeschlafen ist, beschließen Eltern manchmal den Nachwuchs kurz im Auto zu lassen. Schon im Frühjahr bei bereits milden Außentemperaturen, aber erst Recht im Sommer, kann das schlimme Folgen haben. Innerhalb kürzester Zeit können die Temperaturen derart ansteigen, dass Lebensgefahr droht. Bei schwüler Luft oder in einem dunklen Auto geht es sogar noch schneller. Die Gefahr sollte deshalb niemals unterschätzt werden, auch wenn der Einkauf nur drei Minuten dauert.   Kleine Kinder haben eine kleine Oberfläche im Vergleich zu Erwachsenen und können dadurch Wärme schlechter ausgleichen. Gerade im Fahrzeug fällt das Schwitzen schwer, zum einen durch die Kleidung und zum anderen durch den Kindersitz. Im Inneren des Autos fehlt die Luftbewegung, infolgedessen erhitzt sich der kleine Körper bis zu drei Mal schneller als bei gleichen Temperaturen an der frischen Luft. Ein spaltbreit geöffnetes Fenster leistet leider auch keine adäquate Abkühlung.

Heiko Feist, Rettungssanitäter bei der Johanniter-Unfall-Hilfe, erklärt was dabei mit dem Körper passiert: „Gegen Überhitzung setzt der Körper automatisch interne Regulationssysteme ein.  Das Herz schlägt schneller, die Blutgefäße erweitern sich und der Körper schwitzt. Durch Schwitzen und eine erhöhte Atmung kann ein Kind die Hitzebildung aber nicht so gut ausgleichen wie ein Erwachsener. Ist es nicht möglich, die Temperatur zu senken, verschärft sich die Situation im inneren des Körpers. Ab 42 Grad kann der menschliche Organismus versagen und der Hitzetod eintreten.“

Auch Tiere dürfen keinesfalls im Auto gelassen werden. Sie können überhaupt nicht schwitzen und Hitze wird schnell zur Lebensgefahr. Hunde zum Beispiel versuchen ab 26 Grad die Körpertemperatur durch Hecheln und vermehrte Wasseraufnahme zu senken. Wird es wärmer, kann es auch bei Hunden in kürzester Zeit zu einem Herz-Kreislauf-Versagen kommen.

Ihr Ansprechpartner Kerstin Biedermann

Johanniter-Unfall-Hilfe e.v.
Regionalverband Schwaben
Holzweg 35a
86156 Augsburg