Massenpanik auf Rave: Großübung des RV Schwaben

Augsburg/Wertingen, 09. September 2016

Augsburg/Wertingen I Übung macht den Meister. Diesem Motto getreu veranstalten auch die Johanniter des Regionalverbands Schwaben unterjährig für Rettungsdienst und Katastrophenschutz mehrere Übungen und Schulungen. Einmal im Jahr sogar eine  großangelegte Katastrophenschutzübung, die möglichst in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen durchgeführt wird. Und genau eine solche fand kürzlich mit den BRK-Bereitschaften Wertingen und Buttenwiesen, der Freiwilligen Feuerwehr Gottmannshofen nebst First Responder in Wertingen statt.

Von Feuerwehr und Rettungsdienst wussten nur die Organisatoren Bescheid. Es wurde unter realen Bedingungen geübt. Insgesamt 45 Helfer und Einsatzkräfte von Rettungsdient, Katastrophenschutz und Feuerwehr waren an dem Einsatz beteiligt.

Ein durchaus denkbares Szenario, wie es an jedem Wochenende überall geschehen könnte.

Sie sind auf einer Veranstaltung – in diesem inszenierten Fall ein Privat-Rave in einem Kellergewölbe. Es werden Drogen und Alkohol konsumiert. Es kommt auf Grund dessen zu einer Tränengasaussetzung, gefolgt von einer Massenpanik mit 40 Verletzten und Erkrankten.

Die Panik erfüllten Schreie der Mimen – Mitglieder der Realistischen Unfalldarstellung (RUD) der Augsburger Johanniter und Laiendarsteller – gehen durch Mark und Bein. Sie werden gerettet, versorgt und betreut. Doch einige entreißen sich den Einsatzkräften und stürmen davon, wollen zu ihren Freunden, Kindern, Eltern.

Die Mimen machen ihre Sache ausgezeichnet und versetzen die Einsatzkräfte in Stress.

 

„Diese Übung bietet für Rettungsdienst und Feuerwehr viel Potenzial“, so Patrick Spott, Übungsleiter und Einsatzleiter Rettungsdienst während des Geschehens. „Die Bandbreite für die Einsatzkräfte ist enorm: es gibt Verletzte, Erkrankte und zu Betreuende. Man deckt sowohl Katastrophen- (Notfallmedizin) als auch Individualmedizin ab“.

Das Ziel der Übung ist ganz klar: Schnittstellenproblematiken erkennen und bearbeiten. „In der Realität arbeitet man ebenfalls mit anderen Organisationen zusammen. Es ist elementar wichtig, die Bedürfnisse des anderen zu erkennen und für sich zu nutzen“, so Spott weiter.

Geübt wurde auf dem Gelände der Alois Denzel KG. Karin Denzel erklärt, warum es für Sie selbstverständlich ist, ihre Örtlichkeit für die Notfallübung zur Verfügung zu stellen und die Organisationen zu unterstützen: „Meist wird es als selbstverständlich angesehen, wenn ein Unfall passiert, dass hervorragend ausgebildete Retter schnell vor Ort sind. Dies ist engagierten Menschen im Ehren- und Hauptamt zu verdanken, die diese Qualifikation häufig in ihrer Freizeit erlangen, um Tag und Nacht im Notfall helfen zu können“.

Das Fazit der Organisatoren von Johannitern, BRK und Feuerwehr kann sich sehen lassen: „Im Großen und Ganzen kann jeder Einzelne 110 prozentig mit Ablauf und Ergebnis zufrieden sein“, so Spott.

 

Realistische Unfalldarstellung (Schminken und Darstellen):

Warum  ist die Realistische Unfalldarstellung (RUD) so wichtig und wertvoll für Übungen? Ob laute Schreie, schmerzverzerrte Gesichter, herumirrende Personen – unsere Einsatzkräfte werden in der Realität zu Hauf mit solchen – und schlimmeren –  Bildern konfrontiert. Um auf derartige Situationen bestmöglich vorbereitet zu sein und optimal helfen zu können, wird die RUD hinzugezogen.

Egal ob Verletzungserscheinungen durch beispielsweise Verkehrsunfälle oder Explosionen, oder aber die Nachstellung von Haus- und Freizeitunfällen sowie Krankheitsbilder wie einem Herzinfarkt: RUD-Teams sind in der Lage, realistische Notfall-Bilder zu schaffen.  Sie kommen meist aus dem Katastrophenschutz, dem Rettungsdienst, der Pflege oder Jugend. Aus dem Erfahrungsschatz ihrer engagierten Arbeit schöpfend, sind sie in der Lage, Erkrankungen oder Verletzungen verschiedener Szenarien möglichst realitätsnah darzustellen.

Sie interessieren sich für die Arbeit des RUD-Teams der Augsburger Johanniter oder möchten sich ehrenamtlich engagieren?  Wir suchen Teammitglieder! Voraussetzungen dafür sind: Mindestalter 14 für kleinere Übungen, 16 für Einsätze, Grundkenntnisse in Erster Hilfe, Flexibilität, Talent als Laienschauspieler. Kontakt: 0821 25924-0 oder 0800 0 19 14 14 (gebührenfrei).

 

Bildnachweis: Nicole Kretschmann