Übung zur Bewältigung eines bioterroristischen Anschlags

Berlin/Königs Wusterhausen, 13. Oktober 2017

Einsatz des RTW-I im Zusammenspiel mit anderen Institutionen geprobt

Vom 10. bis 12. Oktober 2017 übten die Berliner Landespolizei, Bundespolizei, Bundeskriminalamt, die Berliner Feuerwehr, die Johanniter Südbrandenburg sowie das Robert-Koch Institut in der Trainingsstadt "Fighting City" auf dem Polizeigelände in Ruhleben, die Bewältigung eines bioterroristischen Anschlags. Gemeinsam wurden in diesem komplexen Szenario bestehende Einsatzkonzepte zur Gefahrenabwehr, zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung und zur Strafverfolgung erprobt und bei Bedarf optimiert. In der Spitze waren über 300 Beteiligte gleichzeitig an der Übung mit dem Namen "Wunderbaum" eingebunden.

Am 11. Oktober, wenige Minuten vor 6 Uhr, wurde dazu der Spezial Rettungswagen "RTW-I" (Rettungswagen für hochkontagiöse Erkrankungen) des Landes Brandenburg, stationiert im Landkreis Dahme-Spreewald an der Rettungswache der Johanniter in Königs Wusterhausen, hinzu alarmiert.

Wenige Minuten nach Alarmierung der ehrenamtlichen Einsatzkräfte, trafen sechs Rettungsassistenten und Notfallsanitäter sowie ein Notarzt auf der Rettungswache in Königs Wusterhausen ein und begannen sofort mit den Vorbereitungsmaßnahmen für den Einsatz des RTW-I. In einer Fahrzeugkolonne aus Führungsfahrzeug (Organisatorischer Leiter Rettungsdienst - OrgL), RTW-I und einem Rettungstransportwagen (RTW) wurde die Fahrt nach Berlin-Ruhleben angetreten wo der Verband gegen 8 Uhr eintraf.

Geschützt vom SEK (Sondereinsatzkommando) der Polizei und einer Sondereinheit der Bundespolizei, wurde der Besatzung des RTW-I ein Patient mit einer lebensbedrohlichen und hoch ansteckenden Erkrankung übergeben.

Unter besonderen Schutzanzügen welche die Einsatzkräfte vor Viren, Bakterien sowie biologischen und chemischen Stoffen schützen, wurden am Patienten alle medizinischen Maßnahmen zur Kreislaufstabilisierung getroffen sowie Wunden und Verletzungen versorgt.

Während des gesamten Übungseinsatzes konnte zudem die Zusammenarbeit mit der Berliner Polizei, der Berliner Feuerwehr sowie der Bundeswehr und weiteren Spezialkräften geübt werden, welche sich als außerordentlich gut herausstellte. Mit dem RTW-I und in Begleitung weiterer Einsatzfahrzeuge, wurde der Patient nach Herstellung der Transportfähigkeit, in die Sonderisolierstation des Virchow Klinikums in Berlin Wedding transportiert und dem bereits wartenden Aufnahmeteam übergeben. Nach acht Stunden war das gesamte Team des RTW-I wieder am Standort in Königs Wusterhausen zurück und zog in der Abschlussbesprechung ein positives Resümee der Übung.

Der im Land Brandenburg einmalige Infektionsrettungswagen (RTW-I) aus der Rettungswache Königs Wusterhausen (Landkreis Dahme-Spreewald), dient der Beförderung hochinfektiöser Personen. Der Unterschied zum Rettungswagen besteht darin, dass der Patientenraum im Aufbau komplett zur Außenwelt sowie zum Führerhaus hin abgedichtet ist. Der Kontakt zum Fahrer ist lediglich über eine Gegensprechanlage möglich. Der Kofferaufbau ist mit Edelstahl ausgekleidet, um eine einfachere Desinfektion zu ermöglichen. In den Zu- und Abluftwegen des Patientenraumes befinden sich diverse Filter und eine Anlage zur thermischen Desinfektion, um eine Übertragung der Krankheitserreger über die Luft an die Außenwelt zu verhindern. Im Infektionsrettungswagen sind Überdruck-Schutzanzüge für die den Patienten betreuende Besatzung vorhanden. Derzeit engagieren sich 26 Rettungssanitäter, Rettungsassistenten und Notfallsanitäter der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. Regionalverband Südbrandenburg, sowie sieben Notärzte um dieses Fahrzeug im Ernstfall zu besetzen.

Ihr Ansprechpartner Thomas Armonys

Köpenicker Straße 28
15711 Königs Wusterhausen

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