2. Säule: Sonstige ambulante betreute Wohngruppe

Mit der 2. Säule soll eine sonstige ambulant betreute Wohngruppe, insbesondere für schwerstkranke und mehrfachbehinderte, aber nicht palliative Kinder und Jugendliche mit insgesamt 8 Wohnmöglichkeiten realisiert werden, um die regionalen Bedarfsstrukturen optimal abdecken zu können.

In der ambulant betreuten Wohngruppe stehen 4 Wohnmöglichkeiten für schwerstkranke und mehrfachbehinderten Kinder für die Überbrückung der Phase zwischen Krankenhausentlassung und häuslicher ambulanter Versorgung (bereit und stark für zu Hause), sowie 4 weitere Wohnmöglichkeiten für die längerfristige Unterbringung von schwerst-kranken und mehrfachbehinderten Kindern, welche nicht bzw. nicht mehr zu Hause leben können, zur Verfügung. Der zentrale Fokus liegt dabei auf schwerst-kranken und mehrfachbehinderten Kindern, wie bspw. Kinder im Wachkoma oder dauerbeatmete Kinder, welche insbesondere (intensiv-) medizinischer Behandlungspflege (SGB V) und Pflege (SGB XI) bedürfen.

Auch für die ambulant betreute Wohngruppe bedarf es einer (separaten) Betriebserlaubnis durch das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg gem. §48 Abs. 1 i.V.m. §§45 SGB VIII i.V.m. § 20 AGKJHG.

Die Leistungen der häuslichen (ambulanten) Krankenpflege i.S.d. § 37 SGB V werden durch einen ambulanten Kinderkrankenpflegedienst auf der Basis eines Versorgungsvertrages nach § 132a Abs.2 SGB V erbracht. Ebenso werden Leistungen der Pflegeversicherung durch einen ambulanten Kinderkrankenpflegedienst auf der Basis eines Versorgungsvertrages nach § 72 SGB XI erbracht.
Weitere leistungsrechtliche Verträge (Leistungs- Qualitäts- und Vergütungsvereinbarung) sind ggf. gesondert mit dem zuständigen Träger der Kinder- und Jugendhilfe (§§ 78 ff. SGB VIII bzw. § 77 SGB VIII) sowie ggf. mit dem zuständigen Träger der Sozialhilfe/Eingliederungshilfe (§§ 75 ff. SGB XII) zu schließen.

Die leistungsrechtlichen Grundlagen für die Kinder und Jugendlichen finden sich hinsichtlich der Leistungen der häuslichen (ambulanten) Krankenpflege in § 37 SGB V und hinsichtlich der Pflegeleistungen in den §§ 37 ff. SGB XI.

Kinder und Jugendliche können im Einzelfall weitergehende leistungsrechtliche Ansprüche im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe (SGB VIII) sowie im Rahmen der Sozialhilfe/Eingliederungshilfe (SGB XII) haben.

Darüber hinaus können Kindern und Jugendlichen sonstige Leistungsansprüche gegenüber den Eltern sowie sonstigen Dritten im Einzelfall zustehen.

Die Integration der etablierten und bewährten Kompetenzen/Leistungen des Regionalverbandes Südbrandenburg der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. sichert dabei eine optimale Versorgung der Kinder und Jugendlichen bei gleichzeitig bedarfsorientierter Kostenverteilung für alle beteiligten Kostenträger.
Innerhalb der ambulant betreuten Wohngruppe stehen zusätzlich als weiterer Baustein 2 „Notfallbetten“ zur Überbrückung kurzfristiger, behandlungsmedizinischer Engpässe oder aufgrund kurzfristiger Überlastungen der Pflegepersonen u.a. in der Häuslichkeit zur Verfügung.

Ihr Ansprechpartner Roland Hauke

Werner-Seelenbinder-Ring 44
03048 Cottbus