Die Heimat auf der Zunge

Bettina Dogs-Prößler - Bremen, 13. Juli 2017

Essen ist mehr als Nahrungsaufnahme. Essen bedeutet Heimat, Identität und vor allem: Essen ist sozialer Kitt. Bei Tisch geht es nicht darum, wer man ist, sondern was man isst. Und wie. Kulinarisch werden andere Welten bereist, fremde Kulturen erklärt und ganz nebenbei zwischen Hauptgang und Dessert soziale Grenzen überwunden.

Der Regionalverband Bremen-Verden der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. hat geflüchtete Frauen und Besucherinnen der Johanniter-Begegnungsstätte am Buntentorsteinweg 114 gemeinsam an den Herd geladen, um ein typisch syrisches Gericht auf den Tisch zu bringen. Am Ende waren nicht nur alle satt, sondern auch restlos begeistert. Immerhin schmeckten sich die rund 20 Teilnehmerinnen durch kulinarische Welten, die die meisten der Hiergeborenen bis dato noch nicht einmal vom Hörensagen kannten. Federführend für die Zubereitung war die Syrerin Muntaha Othman, die sich für das in der arabischen Welt beliebte Gericht „Kibbeh“ entschieden hatte – Bulgur-Klöße mit Lamm- oder Rinderhack, Zwiebeln und in diesem Fall mit Nüssen. Wie der Name variiert auch die Zubereitung dieser eiförmigen Klopse von Region zu Region.

Rege über Zutaten und Zubereitung sinniert

Nachdem die ersten Bissen konzentriert über die Geschmacksknospen gerollt wurden, waren sich die nicht-syrischen Teilnehmerinnen einig: „Das schmeckt wirklich hervorragend!“ Rege wurde sodann über Zutaten und Zubereitungsart sinniert und sich mit den syrischen Damen über typische und weniger typische Varianten ausgetauscht.

"Aktion muss wiederholt werden"

Auch Oksana Sapelkin, Integrationsmanagerin des Johanniter-Regionalverbandes Bremen-Verden, die noch einen russischen Rote-Bete-Salat nach Art Vinaigrette beigesteuert hatte, sowie Nicole Rosenberger, Leiterin der Johanniter-Begegnungsstätte, waren am Ende mehr als begeistert. „Es ist wirklich sehr gut gelaufen“, resümierte Oksana Sapelkin. Für Nicole Rosenberger stand am Ende ganz klar fest: „Dieses Projekt werden wir definitiv wiederholen.“