Johanniter hautnah auf dem Erdbeerfest

Bettina Dogs-Prößler - Bremen, 07. Juli 2017

Die Mehrheit der Menschen in Bremen und Niedersachsen kann mit dem Begriff Bevölkerungsschutz nichts anfangen oder versteht ihn falsch. Auf dem Erdbeerfest in Habenhausen haben die Bremer Johanniter gezeigt, was Bevölkerungsschutz eigentlich bedeutet. 

Lediglich neun Prozent der Bürger assoziieren mit dem Begriff Bevölkerungsschutz den Katastrophenschutz als zentrales Tätigkeitsfeld – in erster Linie wird damit der Schutz vor Kriminalität, Terror und Krieg vor allem durch die Polizei in Verbindung gebracht. Das ist das Ergebnis einer Umfrage zum Thema Bevölkerungsschutz und Ehrenamt des Meinungsforschungsinstituts forsa von Oktober 2016, die im Auftrag der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. durchgeführt wurde. Um den Bürgern das Thema Bevölkerungsschutz näherzubringen, haben die Johanniter die Kampagne „Mission Bevölkerungsschutz“ ins Leben gerufen. In über 20 Städten und Gemeinden soll darüber von April bis Oktober der Bevölkerungsschutz in den Fokus rücken, um transparent zu machen, wovon es oft nur eine vage Vorstellung gibt.

Ohne Ehrenamtliche kein Bevölkerungsschutz

Am Sonntag haben sich die Johanniter auf dem Erdbeerfest im Einkaufspark Habenhausen präsentiert und neben der „Mission Bevölkerungsschutz“ vor allem das Ehrenamt präsentiert. Denn von dem ehrenamtlichen Engagement der Menschen lebt der Bevölkerungsschutz. Ein Großteil der Helfer, die bei Hochwasserkatastrophen, Massenunfällen, Bombenevakuierungen oder Zugunglücken im Einsatz sind, sind Ehrenamtliche. „Ohne Ehrenamtliche würde es solche Veranstaltungen wie diese nicht geben, da bei Veranstaltungen immer ein Sanitätsdienst bereitstehen muss“, sagte Jan Heitmann, Johanniter-Zugführer beim Regionalverband Bremen-Verden, während der Präsentation auf dem Habenhauser Erdbeerfest. Bei den Johannitern werden die Ehrenamtlichen bestmöglich auf diesen Einsatz vorbereitet. So lernen etwa Kinder und Jugendliche bereits in der Johanniter-Jugendgruppe umfassend alle Grundlagen der Ersten Hilfe, um später gut gewappnet in den Sanitätsdienst einsteigen zu können.

Mehr als nur Sanitätsdienst

Das Tätigkeitsfeld der Johanniter reicht jedoch weit über den Sanitätsdienst hinaus. Auch in den Bereichen Seniorenarbeit, Küchentrupp, Psychosoziale Notfallversorgung, Motorradstaffel oder Flüchtlingshilfe können Interessierte sich engagieren. Einen ersten Eindruck davon, wie es sich das Leben in der Einsatzjacke anfühlt, konnten die Besucher des Erdbeerfestes gestern am Stand der Johanniter bekommen. Und wer wollte, konnte sich gleich auch in voller Einsatzmontur für den Schnappschuss in Pose stellen.