Johanniter geben Gas bei der „Mission Bevölkerungsschutz“

Lena Kopetz / Natalia Shapovalova - Wolfsburg, 04. September 2017

Ehrenamt der christlichen Hilfsorganisation zeigt in Wolfsburg, was es kann

"Anschauen, anfassen, mitmachen" war das Motto auf dem Johanniter-Stand beim Tag der Niedersachsen in Wolfsburg

Gastgeber für den Tag der Niedersachsen (TdN) war in diesem Jahr die Stadt Wolfsburg. Vom 1. bis 3. September besuchten insgesamt 325.000 Menschen das Landesfest in der VW-Stadt. Auf der über eineinhalb Kilometer langen Festmeile durch die Innenstadt mit neun Bühnen und rund 200 Ausstellern durften natürlich auch die Johanniter nicht fehlen. Auf ihrem Stand in der Porschestraße zeigten sie auf knapp 200 Quadratmetern, was die Johanniter im Katastrophen- und Bevölkerungsschutz alles leisten und wer die Menschen sind, die sich ehrenamtlich für die Organisation engagieren.

Ob Großunfall auf der Autobahn, Zugunglück oder Anschlag – dies sind Situationen, in denen Helfer des Bevölkerungsschutzes in den Einsatz gehen. In mehr als 90 Prozent sind es Ehrenamtliche, die den Bevölkerungsschutz tragen. So auch bei den Johannitern. Mit ihrer Kampagne „Mission Bevölkerungsschutz“ zeigte die Hilfsorganisation in Wolfsburg mit zahlreichen Mitmachaktionen, Vorführungen und Einsatzfahrzeug-Vorstellungen, wie sie konkret hilft. In den Händen der Regionalbereitschaft des Johanniter-Regionalverbandes Harz-Heide lag die Planung und Umsetzung des Programms auf dem TdN-Stand.

Anschauen, anfassen, mitmachen

Das Ehrenamt hatte an diesen drei Tagen allerhand aufgefahren. Der Ortsverband Braunschweig hatte einen Geräteanhänger Sanität mitgebracht. Helfer und Maschinen der Motorradstaffel aus dem Ortsverband Salzgitter waren vor Ort und die Regionalbereitschaft Harz-Heide kam mit einem Rettungswagen, den sich die Besucher anschauen und erklären lassen konnten.

Auf Stippvisite schaute der Niedersächsische Innenminister Boris Pistorius am Freitag bei den Johannitern vorbei. Im Gespräch mit Moderator Roman Mölling lobte Pistorius die Johanniter-Ehrenamtskampagne: „Chapeau! Vielen Dank für die tolle Johanniter-Aktion ´Helden bitte melden!´“.

„Gaffen ausdrücklich gewünscht“, damit führte Moderator Roman Mölling in die stündlichen Rettungsdienst- und Reanimationsvorführungen ein. Sei es eine Herz-Lungen-Wiederbelebung, Unterzuckerung oder ein Motorradunfall - der inszenierte Unfallort mit einer Übungspuppe oder einem Johanniter-Unfalldarsteller zog an allen drei Tagen jede Menge Zuschauer an. Die ehrenamtlichen Johanniter-Helfer führten die Erste-Hilfe-Maßnahmen durch und ein Rettungsdienstmitarbeiter erklärte sie den Passanten, die bei der Vorführung sogar mitanpacken konnten, indem sie zum Beispiel einen Notruf absetzten oder eine Infusion hoch hielten.

In zahlreichen Interviews mit Roman Mölling berichteten die Ehrenamtlichen über ihre Motivation, sich bei den Johannitern zu engagieren, und erzählten, was sie im Ehrenamt alles leisten und wie viel Spaß und Sinn es macht, ein Johanniter-Held zu sein.

Gleich neben der Bühne waren die kleinen Gäste der Johanniter auf dem Bobbycar-Parcours flott unterwegs, natürlich durfte auf den Rutschautos ein Blaulicht nicht fehlen. Gewinnspiele rundeten die Angebote auf dem Stand ab.

Starker Zusammenhalt und Gemeinschaftsgefühl der Johanniter

Die Braunschweiger Ortsbeauftragte Gudula von Kalm betonte im Gespräch mit Roman Mölling das gute Zusammenspiel von Menschen mit ganz unterschiedlichen beruflichen Hintergründen: „Wir haben bei uns im Ehrenamt Helfer, die Automechaniker oder auch Krankenschwester sind und sich für unsere Arbeit interessierten. Jeder kann sich bei uns mit seinen Stärken einbringen. Ganz wichtig ist uns, dass wir die Ehrenamtlichen aus- und fortbilden, damit sie effektiv und sicher helfen können“.

Davon profitiert nicht nur jeder einzelne Orts- bzw. Regionalverband, sondern die ganze Johanniter-Familie. „Wir unterstützen uns über unsere Verbandsgrenzen hinweg bundesweit gegenseitig. Wir sind nicht starr in unseren Strukturen und helfen uns untereinander immer dort, wo Kollegen Verstärkung brauchen“, betonte Regionalvorstand Sven Heine. Sein hauptamtlicher Vorstandskollege Hans Joachim Halbach lobte ebenfalls das Gemeinschaftsgefühl der Ehrenamtlichen: „Die Helfer zeigen es nicht nur, sie leben es. Das beste Beispiel dafür sind Einsätze bei Kirchentagen“.

Bernd Althusmann, Landesvorsitzender der CDU in Niedersachsen und deren Spitzenkandidat bei der Landtagswahl, lobte bei seinem Besuch auf dem Johanniter-Stand ebenfalls das Engagement der rund 2,3 Millionen Ehrenamtlichen aus Niedersachsen: „Diesen Ehrenamtlichen, zu denen die Johanniter gehören, gilt mein ausdrücklicher Dank, dass sie sich so für die Gesellschaft einsetzen“.

Ohne Mampf, kein Kampf

Wie bei zahlreichen Sanitätsdiensten und anderen Veranstaltungen, sorgten die Johanniter auch beim Tag der Niedersachsen fürs leibliche Wohl ihrer eigenen Helfer. Die Verpflegung übernahm der Ortsverband Celle. Auch wurden von den Cellern Kräfte der Bundespolizei, des Technischen Hilfswerks und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft mit Mahlzeiten und Getränken versorgt.

Eine gelungene Veranstaltung in der VW-Stadt

„Das war eine sehr gelungene Veranstaltung auf dem TdN, die ohne Ehrenamtliche aus dem ganzen Regionalverband nicht machbar gewesen wäre“, zog Sven Kaspersinski, Regionalbereitschaftsführer in Harz-Heide, positive Bilanz. „Mein Dank gilt von daher allen beteiligten Helfern“.

Die Tour geht weiter

Mit der Kampagne „Mission Bevölkerungsschutz“ sind die Johanniter in diesem Jahr noch bis in den November hinein in Niedersachsen und Bremen auf Tour, um für das Ehrenamt zu werben und über den Bevölkerungsschutz zu informieren.

Weitere Informationen zum Thema Bevölkerungs- und Katastrophenschutz sowie die Rolle des Ehrenamts unter www.mission-bevölkerungsschutz.de.

Die Johanniter suchen immer neue Helfer. Für Interessierte, die sich ehrenamtlich engagieren wollen und mehr über Möglichkeiten vor Ort erfahren möchten: www.helden-bitte-melden.de.

Ihre persönliche Ansprechpartnerin im Medienservice Natalia Shapovalova

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