Selbstlos im Einsatz für den Nächsten

Braunschweig, 30. September 2017

Der Johanniterorden ist der älteste geistliche Ritterorden der Welt. Er blickt auf eine über 900-jährige Geschichte zurück. Den Kranken und Schwachen zu helfen, ist sein Auftrag. Das diese lange Tradition kein bisschen an Aktualität und Wichtigkeit verloren hat, wurde wieder beim Rittertag des Hannoverschen Genossenschaft des evangelischen Johanniterordens, der am letzten Septemberwochenende in Braunschweig gefeiert wurde,sehr deutlich.

Gottesdienst im Dom

Höhepunkt des Rittertages war der Gottesdienst am Samstag im Dom, zu dem 220Ritterbrüder in ihren Ordensmänteln feierlich von der Handwerkskammer quer über denBurgplatz in den Dom einzogen. Acht neue Ritter wurden während des Gottesdienstes, indem Landesbischof Dr. Christoph Meyns die Predigt hielt, aufgenommen.

Rittersaal als perfekte Kulisse

Anschließend ging es - passender Weise - in den Rittersaal der Burg Dankwarderode zum Festakt. Der Kommendator der Hannoverschen Genossenschaft, Dr. Joachim von Einem, führte in seiner Begrüßung vor rund 400 Gästen aus, welche große Bandbreite die Arbeit des Ordens und seiner Werke hat. Ob Altenpflegeheim, Hospize, Arbeit mit Flüchtlingen oder Rettungsdienst – überall dort, wo Hilfe, Zuspruch und Unterstützung vonnöten sind, engagieren sich die Johanniter. Besonders hob von Einem die massive Hilfe bei der Bewältigung des großen Flüchtlingsstroms hervor. Ordenswerkmeister des Johanniterordens, Carl Christian Dyckerhoff, ergänzte in seinem Grußwort, dass ein Schwerpunkt in der Arbeit mit Geflüchteten nach der Akutphase nun bei Projekten zur Integration liege.

„Wichtiger Sozialpartner“

Oberbürgermeister Ulrich Markurth betonte in seinem Grußwort, dass die Johanniter mit ihrer langen Tradition zur Stadt gehörten und „als wichtiger Sozialpartner nicht mehr wegzudenken sind“. Besonders sichtbar seien die Johanniter in Bereichen wie demRettungsdienst, der Erste Hilfe-Ausbildung oder dem Katastrophenschutz. Nicht weniger wichtig sind aber auch die vielen stillen Hilfen, vornehmlich vom Orden und der Johanniter-Hilfsgemeinschaft, die nicht so sehr sichtbar seien. „So lange Menschen wie Sie selbstlos helfen, ist mir um unsere Stadt nicht bang“, schloss der OB seine Rede.

Protestantismus global gesehen

Der Festvortrag von Prof. Dr. Peter Burschel, Direktor der Herzog August Bibliothek inWolfenbüttel, gab tiefe Einblicke in die Entstehungsgeschichte der Ausstellung “Der Luthereffekt. 500 Jahre Protestantismus in der Welt“ im Deutschen Historischen Museum im Martin-Gropius-Bau in Berlin. Der habilitierte Historiker Burschel hatte an der Ausstellungmitgearbeitet und stellte seinen Zuhörern detailreich die Fragestellung, die der Ausstellung zugrunde liegt, und ihre Konzeption vor. So bekommt der Besucher der Ausstellung einen Einblick vom Wirken des Werkes Luthers auf dem Globus, beispielweise in Korea, Amerika oder Tansania. Doch auch die Wirkung in die entgegengesetzte Richtung wird thematisiert -nämlich was die Begegnung mit diesen Kulturen mit dem Protestantismus gemacht hat.

Ereignisreiches Festwochenende

Nach dem Festakt fand die Ritterversammlung in der Brüdernkirche statt. Für die Angehörigen der Ritterbrüder gab es ein umfangreiches Gästeprogramm. Die Damen schauten sich die Ausstellung des Herzog-Anton-Ulrich-Museums an und die Kinder besuchten das Naturhistorische Museum und am Abend kamen dann alle zum festlichen Abendessen wieder in dem Rittersaal zusammen.

Über den Johanniterorden, die Hannoversche Genossenschaft und die Subkommende Braunschweig:

Der Johanniterorden verfolgt einen Doppelauftrag, der auf der einen Seite das Eintreten für den Glauben und auf der anderen Seite den Einsatz für den Kranken und Hilfsbedürftigen hat. Die Mitglieder des Ordens folgen somit dem Doppelgebot der Liebe Jesu:

„Du sollst Gott lieben von ganzem Herzen und Du sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst.“

Zurzeit hat der deutsche Teil des Johanniterordens knapp 4.000 Mitglieder. Sein Sitz ist in Berlin. Gegliedert ist er in 23 Genossenschaften, die regional im Wesentlichen den Bundesländern bzw. den ehemaligen preußischen Provinzen entsprechen. Jeder Genossenschaft steht ein Regierender Kommendator vor. Der Rittertag der Hannoverschen Genossenschaft, der größten Genossenschaft Deutschlands mit mehr als 400 Mitgliedern, findet jährlich statt. Zur Hannoverschen Genossenschaft gehören 13 Subkommenden, die örtlichen Gliederungen des Ordens. Zu der Braunschweiger Subkommende, die den Rittertag in diesem Jahr ausgerichtet hat, gehören knapp 50 Ritterbrüder.

Der Johanniterorden ist Träger zahlreicher karitativer Einrichtungen und Institutionen. Zu seinen Werken und Einrichtungen gehören die Johanniter Hilfswerke außerhalb Deutschlands, die Johanniter-Schwesternschaft, die Johanniter-Hilfsgemeinschaften, die Johanniter GmbH, in der stationäre Einrichtungen wie Krankenhäuser organisiert sind. Dazu kommen noch die Johanniter Seniorenhäuser GmbH, die Johanniter Stiftung und als größtes Werk die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.

Ihre persönliche Ansprechpartnerin Natalia Shapovalova

Ludwig-Winter-Straße 9
38120 Braunschweig