400 Kilometer Strecke gemacht!

Lena Kopetz - Braunschweig, 30. August 2017

Die Johanniter-Laufteams Braunschweig wachsen bei 24-Stundenlauf über sich hinaus

23 Stunden, 58 Minuten und 48 Sekunden – so lange liefen 15 laufbegeisterte Johanniter der Laufgruppe Braunschweig ununterbrochen beim Rüninger 24-Stundenlauf. Aufgrund der vielen Teilnahmewünsche gingen in diesem Jahr gleich zwei Laufteams der Sportgruppe der Braunschweiger Johanniter ins Rennen. Startschuss war am am Freitag, 25. August, um Punkt 15:00 Uhr auf der Bezirkssportanlage Rüningen.

Nach dem Erfolg aus dem letzten Jahr wollte das Laufteam „Johanniter 1“ die Leistung von 212 Kilometern unbedingt verbessern. Mit viel Leidenschaft, einem enormen Teamzusammenhalt und einer gehörigen Portion Ehrgeiz wurde das Vorhaben schließlich in die Tat umgesetzt. Ein Team bestand aus jeweils acht Läuferinnen und Läufern. Wie bei einem Staffellauf durfte immer nur ein Teammitglied auf der Strecke sein. Statt der Übergabe eines Staffelstabes wurde in der Wechselzone nur abgeklatscht.

Während der 24 Stunden wurde die Laufstrategie mehrfach angepasst. Dies war vor allem in der Nacht nötig, da das Team mit zwei Erkrankungsfällen zu kämpfen hatte. Auch bot das Wetter wieder alle Facetten. Wie schon 2016 goss es plötzlich wie aus Eimern, nachdem es zuvor bereits fast unerträglich schwül war. Ein einsetzendes Gewitter vertrieb schließlich kurzfristig alle Läufer von der Strecke. Aber auch für den 24-Stundenlauf gilt: Nach Regen folgt immer Sonnenschein und so wurden die Läufer am Sonntag mit strahlender Sonne und steigenden Temperaturen bedacht.

Drei Stunden vor dem Ende der Veranstaltung wurde die Strategie erneut umgestellt. Mit den letzten Kraftreserven gelang es sogar, zwei Stunden lang einen Schnitt von zwölf Kilometern pro Stunde zu erzielen. Mit sage und schreibe 240 Gesamtkilometern (inoffiziell wurden sogar 241 gelaufen, da bei einer Runde vergessen wurde, den Transponder am Bein zu befestigen), verfehlte die Gruppe mit lediglich drei Kilometern Rückstand auf Platz drei nur denkbar knapp das Siegerpodest und landete somit auf dem undankbaren vierten Platz.

Stolz und zufrieden waren am Ende jedoch alle Teilnehmer.

Nicht weniger respektabel ist die Laufleistung des Laufteams „Johanniter 2“. Dieses hatte gleich zu Beginn drei Krankheits- und Verletzungsausfälle zu kompensieren und startete daher mit nur sieben Teilnehmern statt der erlaubten acht. Umso beachtlicher ist das Resultat: 160 Kilometer wurden mit viel Herzblut erlaufen. Zwischen den Läufen konnten sich die Johanniter in zwei großen Zelten erholen, welche bereits tags zuvor aufgebaut worden waren. Ein Versorgungszelt hielt alles vor, was das Läuferherz begehrte: Nudeln, Müsliriegel, Obst, Brötchen und Süßigkeiten lieferten die benötigte Energie. Im Schlafzelt standen zwölf Feldbetten zur Verfügung, die von den erschöpften Läuferinnen und Läufern dankbar angenommen wurden. Fleißige Anfeuerungen kamen während der 24 Stunden vom Streckenrand. Gleich in der Nähe des Start- und Zielbereiches war die Sanitätsstation der Johanniter aufgebaut.

Überglücklich und sehr erschöpft liefen beide Teams am Sonntag um 14:58:48 gemeinsam die letzte Runde und gemeinsam ins Ziel. „Nur wenige Minuten nach Zielschluss waren sich alle einig: 2018 nehmen wir erneut teil, denn schließlich wird jeder gelaufene Kilometer mit zehn Cent vergütet und für den guten Zweck gespendet“, so Sabrina Koglin. In diesem Jahr geht die Spende an benachteiligte Kinder in der Region und an die Überschwemmungsopfer im Raum Goslar und Wolfenbüttel.

Ein großes Dankeschön gilt an Sven Kaspersinski, der leider verletzungsbedingt nicht mitlaufen konnte, und Fabian Schridde, die gemeinsam dafür sorgten, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bestens versorgt wurden und sich in den Zelten erholen konnten. Gemeinsam mit einigen Notfallsanitäter-Auszubildenden und deren Praxisanleitern hatten sie bereits am Freitag die Zelte aufgebaut, das Material gepackt und verladen und zum Gelände transportiert. Ein besonderer Dank gebührt Sabrina Koglin, welche die Laufgruppe vor zwei Jahren ins Leben gerufen hat. Mit viel persönlichem Engagement motiviert sie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer immer wieder aufs Neue, organisiert die Veranstaltungen Monate im Voraus und trägt maßgeblich zum stetigen Wachstum der Gruppe bei.

Für das Team „Johanniter 1“ liefen:

Tobias Joeckel

Dirk Hoppenstedt (JUH Celle)

Sabrina Koglin

Heiko Kühne

Jonas Plinke

Detlef Peggau

Marcel Reiss

Nicola Titze

Für das Team „Johanniter 2“ liefen:

Sascha Fehr

Florian Kleespies

Philip Koch

Nadine Marschhausen

Timon Ochs

Paula Rust

Fabian Schridde

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