"Ich helfe, weil ich Bock drauf habe!"

Hildesheim, 05. Dezember 2017

„Helden bitte melden“ – das ließ sich Studentin Jana Hemmi aus Hildesheim nicht zweimal sagen und startete in diesem Jahr ihr Ehrenamt bei den Johannitern.

Ehrenamtlich helfen? Für die junge Studentin Jana Hemmi aus Hildesheim eine Selbstverständlichkeit.

Foto: Johanniter/Nadine Triebel

Vor rund einem Jahr fiel der Startschuss für die landesweite Kampagne „Helden bitte melden“ der Johanniter-Unfall-Hilfe in Niedersachsen und Bremen. Das Ziel: Neue Gesichter für ein Ehrenamt bei der Hilfsorganisation begeistern.

Auf bunten Plakaten wurde das Ehrenamt in seinen verschiedenen Facetten präsentiert. Ob Sanitätsdienst, Katastrophenschutz oder im Bereich Betreuung und Verpflegung – wer wirklich will, der findet sein individuelles Steckenpferd.

Ehrenamtlich aktiv zu sein ist für die Studentin Jana Hemmi aus Hildesheim mehr als nur eine Leidenschaft. Für sie eine Selbstverständlichkeit, die sie mit viel Ehrgeiz lebt und verfolgt. Im Mai dieses Jahres stieß sie zum Johanniter-Team hinzu.

Der Slogan der Kampagne „Helden bitte melden“ brannte sich sofort in ihr Gedächtnis ein. Auf dem Weg zur Uni fiel ihr Blick auf eine Buswerbung von den Johannitern. „Nachdem ich das Plakat gesehen hatte, habe ich sofort im Internet nachgeschaut, wie und wo genau ich mich hier engagieren kann“, sagt die 22-Jährige.

Zeitnah wurde Jana zum wöchentlichen Gruppenabend eingeladen, bei dem mal vergangene Einsätze besprochen, Fahrzeuge gewaschen werden oder ein „Check-Up“ des medizinischen Materials auf der Tagesordnung stehen. „Ich habe mich hier sofort wohlgefühlt“, berichtet Jana, die im fünften Semester Sozial- und Organisationspädagogik an der Universität Hildesheim studiert.

Mittlerweile unterstützt sie sogar die Johanniter-Jugend, die sich einmal in der Woche trifft. „Hier kommen viele Menschen zusammen, die dasselbe Hobby haben – nämlich mit Herzblut zu helfen!“ Wenn man mal nicht bei einem Gruppenabend oder einem Einsatz dabei sein kann, ist das kein Problem. „Hier wird niemand schief angesehen, sondern an einem Strang gezogen – auch wenn man mal keine Zeit hat, an einem Einsatz teilzunehmen.“ Das ermöglicht ihr auch den zeitlichen Spielraum, Uni und Ehrenamt zu verbinden.

Hellhörig wurde die Studentin durch einen Freund, der ihr viel aus dem Bereich Rettungsdienst erzählte. „Mein medizinisches Interesse war jedoch schon immer da“, ergänzt sie. Nach ihrem Abitur war die Zeit reif, um in die Welt des Blaulichtes näher einzutauchen. Während eines Freiwilligen Sozialen Jahres in einer Notaufnahme wurde ihr klar, wie wert- und sinnvoll die Arbeit ist, die sie dort ausführte. „Natürlich habe ich auch prägende Erlebnisse gehabt. Da konnte ich aber viel Wissenswertes mitnehmen.“ Das Studium der Sozial- und Organisationspädagogik wählte sie bewusst aus. Ein genaues Berufsziel schwebt ihr zwar noch nicht im Kopf, aber eine soziale Richtung war für die Studentin unabdingbar.

Vier Wochenenden startete Jana Mitte Oktober gemeinsam mit acht weiteren Ehrenamtlichen der Johanniter in Hildesheim richtig durch, um ihren Sanitätshelferlehrgang zu absolvieren. Die neuen Sanitäter lernten in Theorie und Praxis die erweiterte Erste Hilfe und dürfen jetzt bei Sanitätsdiensten, im Bevölkerungsschutz und sogar als dritte Kraft im Rettungsdienst eingesetzt werden. Das alles macht Jana ganz selbstverständlich neben ihrem Bachelorstudium. „Ich habe einfach Bock drauf“, sagt die Studentin euphorisch. „Wenn man mit Leib und Seele dahintersteht, kann sich jeder einem Ehrenamt widmen.“