Johanniter bei Bombenentschärfung in Braunschweig im Einsatz

Braunschweig, 12. April 2018

Die Johanniter aus Hildesheim haben gestern ihre Kollegen in Braunschweig bei der Evakuierung von über 10 000 Menschen unterstützt. Bei Bauarbeiten war am Nachmittag eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe entdeckt worden. In einem Radius von einem Kilometer um den Fundort mussten die Anwohner ihre Wohnungen verlassen. Betroffen waren neben rund 8400 Bewohnern im Zentrum Braunschweigs auch etwa 2000 Gäste der im Evakuierungsbereich liegenden Hotels. Auch Kliniken und Seniorenwohnheime lagen im Sperrgebiet.

Mit zwei Rettungswagen und qualifiziertem Personal waren die Hildesheimer gemeinsam mit 32 Johannitern aus den Ortsverbänden Braunschweig und Salzgitter vor Ort, um die Berufsfeuerwehr, die freiwilligen Feuerwehr, die Polizei und weitere Einsatzkräfte anderer Hilfsorganisationen bei der Evakuierung und Betreuung der betroffenen Bürger zu unterstützen. Insgesamt waren mehr als 750 Helfer aus Braunschweig und den Nachbarlandkreisen im Einsatz.

Mit insgesamt 13 Fahrzeugen, sieben Rettungswagen, fünf Krankentransportwagen und einem Kommandowagen, halfen die Johanniter, das Pflegeheim St. Hedwig in der Böcklerstraße zu evakuieren. Torge Malchau, Leiter der Feuerwehr Braunschweig, erklärte dem Onlinemagazin news38.de: „Wir mussten insgesamt 172 Bewohner aus der Pflege, aber auch aus Senioren-WGs und privaten Wohnungen mit Krankentransporten abholen und unterbringen." Die Johanniter fuhren in den Abendstunden mehr als 130 Transporte.

„Trotz weniger unkooperativer Bürger und einer ungünstigen Wetterlage konnten alle Einsatzkräfte die geübten Abläufe meistern. Wir danken allen eingesetzten Kräften für die tatkräftige Unterstützung – auch wenn die Ruhezeit in dieser Nacht für alle Beteiligten kurz war“, sagt David von Palubitzki, stellvertretender Leiter Ehrenamt und Zugführer im Johanniter-Ortsverband Braunschweig.

Gegen 2:17 Uhr konnte mit der Entschärfung des Blindgängers begonnen werden – knapp eine Stunde später um 3:16 Uhr war der Spuk schließlich vorbei. Ab dann begannen die Helfer mit den Rücktransporten. Die letzten ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Johanniter hatten ihren Dienst schließlich gegen 6:30 Uhr beendet.

Die Johanniter suchen immer neue Helfer. Für Interessierte, die sich ehrenamtlich engagieren wollen und mehr über Möglichkeiten vor Ort erfahren möchten: www.helden-bitte-melden.de.

Erneut hohe Zahl gesprengter Blindgänger im vergangenen Jahr in Niedersachsen

Einen Tag nach der Bombenentschärfung in Braunschweig legte heute der Kampfmittelbeseitigungsdienstes des Landes Niedersachsen (KBD) den Jahresbericht für 2017 vor. Im vergangenen Jahr wurden laut Meldung des Niedersächsisches Ministerium für Inneres und Sport in Niedersachsen bei mehr als 700 Einsätzen rund 130 Tonnen Kampfmittel aus der Zeit der beiden Weltkriege geborgen und entsorgt. 2016 waren es rund 93 Tonnen bei knapp 1.000 Einsätzen. Leicht gestiegen sei die Zahl der entdeckten Blindgänger, die nicht mehr transportfähig waren. Im vergangenen Jahr musste bei 271 Einsätzen (2016: 266 Einsätzen) alte Munition direkt vor Ort gesprengt werden.

Wie der Ablauf einer Evakuierung nach einem Bombenfund abläuft, welche Aufgaben die Johanniter im Bevölkerungs- und Katastrophenschutz haben und welche Rolle das Ehrenamt hier spielt, ist auf der Johanniter-Website zur Aufklärungskampagne „Mission Bevölkerungsschutz“ zu lesen.