Sicher unterwegs mit dem „First Aid Highway“

Hildesheim, 18. Juni 2017

Johanniter aus Hildesheim geben Erste-Hilfe-Auffrischung für Motorradfahrer

Der "First Aid Highway" vermittelte den Teilnehmern genau dort das Wissen, wo es gebraucht wird: Auf der Straße.

Foto: Johanniter/Triebel

Kurvenreiche Straßen und sommerliche Temperaturen: Für Motorradfahrer die idealen Bedingungen, um sich auf das heißgeliebte Zweirad zu schwingen.

Das Gefühl der grenzenlosen Freiheit ist einzigartig – und doch passieren leider immer wieder Unfälle, die lebensbedrohlich enden können.

Unter dem Motto „First Aid Highway“ hat die Johanniter-Motorradstaffel aus dem Ortsverband Hildesheim am 18. Juni erstmalig einen Erste-Hilfe-Kurs speziell für Motorradfahrer durchgeführt.

Zunächst wurden in der Dienststelle am Cheruskerring die notwendige Theorie und Praxis vermittelt, um Hemmungen und Unsicherheiten im Vorfeld abzubauen. „Bevor wir unsere Motorradfahrer auf die Straßen schicken, müssen wir ihnen vorab natürlich das wichtigste Know-How im Bereich Erste-Hilfe beibringen“, betont Ronnie Love, Erste-Hilfe-Ausbilder bei den Johannitern. „Dazu gehört zum Beispiel das richtige Absetzen eines Notrufes, die Helmabnahme oder das korrekte Absichern der Unfallstelle“, so Love weiter.

Dann ging es auch schon bei angenehmem Sommerwetter auf den Maschinen ins Grüne. Während der Ausfahrt mussten die Teilnehmer jedoch zwischen Hildesheim, Alfeld und Gronau an fünf unterschiedlichen Etappen Halt machen. Das Team der Realistischen Unfalldarstellung (RUD) der Johanniter simulierte diverse Unfallszenarien, sodass die Biker das erlernte theoretische Wissen in der Praxis anwenden konnten.

„Jeder von uns kann in genau diese Unfallsituation kommen“, ergänzt Florian Störig, Leiter der RUD. „Daher haben wir versucht, die Unfälle so realitätsnah wie möglich darzustellen“. Hierzu gehörte zum Beispiel das Szenario, eine bewusstlose Person aus einem Graben zu befördern und Erste-Hilfe-Maßnahmen einzuleiten. An einer weiteren Station waren die Biker mit einer verletzten Person mit Unterschenkelbruch konfrontiert. „Wir haben uns Mühe gegeben, so viele unterschiedliche Szenarien wie möglich darzustellen“ resümiert Love. „Denn jeder Unfall ist anders“.

In einer Abschlussrunde ließen die Biker ihre Eindrücke Revue passieren. „Besonders das, was wir draußen in der Praxis gelernt haben, wird mir im Gedächtnis bleiben“, sagt Teilnehmer Peter Neumann aus Laatzen. „Der Kurs war dadurch sehr nah an der Realität. Außerdem wurde nochmal deutlich, wie wichtig es ist, auch andere Leute direkt anzusprechen, um sie zur Hilfe zu holen“.

Im Regionalverband Südniedersachsen bestehen zurzeit zwei Motorradstaffeln, eine davon ist im Ortsverband Hildesheim tätig. Das Einsatzgebiet erstreckt sich vom Autobahnkreuz Hannover-Ost bis nach Seesen und die umliegenden Motorradstrecken. Die Maschinen werden ausschließlich von ehrenamtlichen Helfern gefahren, welche eine ausreichende Fahrpraxis (mind. zwei Jahre) und eine medizinische Ausbildung (mind. Sanitätshelferkurs, der bei den Johannitern absolviert werden kann) nachweisen können. Hinzu kommt ein jährlich nachzuweisendes Fahrsicherheitstraining mit „der Einsatzmaschine“.

Der nächste Termin steht bereits fest:

Termin: 27. August 2017

Uhrzeit: 9 bis 18 Uhr

Kosten: 70 Euro (incl. Verpflegung)

Ort: Johanniter-Unfall-Hilfe, Cheruskerring 53 in Hildesheim. Ein eigenes Motorrad und komplette Schutzbekleidung sind für die Ausfahrt mitzubringen.

Anmeldung mit Nennung des Vor- und Nachnamens, Adresse, Telefonnummer und Geburtsdatum unter: motorradstaffel.hildesheim@johanniter.de.

Für mehr Informationen steht Ihnen gerne Andreas Beckmann unter: 0162 21197 43 zur Verfügung.

Die Johanniter suchen immer neue Helfer. Für Interessierte, die sich ehrenamtlich engagieren wollen und mehr über Möglichkeiten vor Ort erfahren möchten: www.helden-bitte-melden.de.

Weitere Informationen zum Thema Bevölkerungs- und Katastrophenschutz sowie die Rolle des Ehrenamts unter www.mission-bevölkerungsschutz.de