Bau der neuen Rettungswache war ein Kraftakt

Stefan Greiber - Ahlhorn, 23. Dezember 2017

Im Beisein von mehr als 100 Gästen hat die Johanniter-Unfall-Hilfe ihre neue Rettungswache in Ahlhorn eingeweiht. Nach den einführenden Worten von Martin Gobert, Dienststellenleiter des Ortsverbands Ahlhorn, überreichten Hein Thalen und Christian Jende vom ausführenden Bauunternehmen Thalen Consults symbolisch den Schlüssel an Gobert, Rettungswachenleiterin Alena Kloberdanz und Dimter Dikov, Fachbereichsleiter Rettungsdienst der Johanniter im Landkreis Oldenburg. Die neue Rettungswache liegt verkehrsgünstig an der Wildeshauser Straße, ist 438 Quadratmeter groß und hat rund 830.000 Euro gekostet. Sie ersetzt die Wache an der Königsberger Straße, deren Räume zukünftig für andere Dienste der Johanniter genutzt werden.

„Es war für uns ein großer Kraftakt, neben dem Bau dieser Wache und dem laufenden Betrieb auch in der Gemeinde Hude eine Rettungswache innerhalb kürzester Zeit und unter erschwerten Bedingungen aufzubauen.“ Wilfried Barysch, Mitglied im Vorstand des Regionalverbands Weser-Ems, blickte in seiner Rede auf das vergangene ereignisreiche Jahr zurück. Was für viele Menschen selbstverständlich sei, dass nämlich der Rettungsdienst kommt, wenn die 112 gerufen wird, sei für die Johanniter ein ständiges Hinterfragen der eigenen Leistung und der eigenen Ausrüstung. „Nur so kann gewährleistet werden, dass im Notfall den Menschen möglichst umfassen geholfen wird“, sagte Barysch und dankte dem Landkreis Oldenburg als Träger des Rettungsdienstes und den Kostenträger für die gute Zusammenarbeit. „Nur so war es uns möglich, diesen Bau zu realisieren, mit dem wir einen großen Schritt für den zukunftsfähigen Rettungsdienst im Landkreis gemacht haben.“

Landrat Carsten Harings gab das Lob gleich zurück. „Die Johanniter sind bekannt für ihre Zuverlässigkeit und Menschlichkeit. Ich dankte Ihnen ganz herzlich für Ihre unkomplizierte und schnelle Hilfe, als der Landkreis sie brauchte“, nahm auch er Bezug auf die Ereignisse in Hude. Doch auch die Wache in Ahlhorn vergaß er nicht. „Diese Rettungswache hat eine strategisch hohe Bedeutung. Wir brauchen diese Station.“ Thorsten Schmidtke, Bürgermeister der Gemeinde Großenkneten, erinnerte daran, dass die Johanniter des Ortsverbands Ahlhorn nicht nur im Rettungsdienst aktiv sind. Vor einiger Zeit habe er aus persönlichen Gründen gemerkt, wie wichtig es sein, einen Hospizdienst in der Gemeinde zu haben. „Es ist eine Wahnsinnsaufgabe, die Sie hier Tag für Tag leisten.“ Ihm gefalle auch sehr die christliche Verbundenheit der Johanniter. „Helfen und Glauben, das ist eine ganz tolle Kombination.“

Zwar ist die Johanniter-Unfall-Hilfe eine evangelische Hilfsorganisation, trotzdem sprachen mit Pfarrer Dietrich Jaedicke und Pfarrer Ludger Brock Geistliche beider großen christlichen Kirchen Segensworte. „Bleiben Sie standhaft in Ihrem Tun wie ein festgebautes Haus“, sagten sie. Thomas Enneking, Betriebsleiter bei ExxonMobil, lobte die Zuverlässigkeit der Johanniter. „Uns verbindet eine mehr als 20-jährige enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit.“ Die Johanniter stellen seit 1996 erst Rettungssanitäter, später auch Feuerwehrleute im Werkrettungsdienst bei ExxonMobil. Dabei helfen sie nicht nur bei den zum Glück seltenen Unfällen, sondern auch bei ganz normalen Ereignissen wie Kreislaufschwäche und ähnlichem. „Für mich als Betriebsleiter ist es ein beruhigendes Gefühl Sie bei uns zu wissen.“

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Astrid Grotelüschen überbrachte ebenso Grüße wie der SPD-Landtagsabgeordnete Axel Brammer. Beide waren sich einig, dass das ehrenamtliche Engagement nicht hoch genug bewertet werden kann. „Wenn wir das, was hier an ehrenamtlicher Arbeit für die Gesellschaft geleistet wird, bezahlen müssten, wäre der Staat pleite“, sagte Brammer. Gunter Burgemeister, Chefarzt der Dietrich-Bonhoeffer-Klinik, lobte zudem die fachliche Qualität der Arbeit der Johanniter. „Bei allen Einsätzen, bei denen ich als Arzt mit den Kollegen aus dem Rettungsdienst zusammen gearbeitet habe, fühlte ich mich immer sehr gut unterstützt.“