Fahrt zum Einsatzort verkürzt sich um ein paar Minuten

Stefan Greiber - Ahlhorn, 20. Dezember 2017

Rettungswachenleiterin Alena Kloberdanz und Dimiter Dikov, Fachbereichsleiter Rettungsdienst der Johanniter im Landkreis Oldenburg freuen sich über die neue Wache.

„Wir wollten es unbedingt noch dieses Jahr hin bekommen.“ Martin Gobert ist Dienststellenleiter des Ortsverbands Ahlhorn der Johanniter-Unfall-Hilfe. Vor ihm liegen die Pläne für den Neubau der Johanniter-Rettungswache Ahlhorn an der Wildeshauser Straße. Eigentlich war die Fertigstellung für den Sommer dieses Jahres geplant. Als klar war, dass es später werden würde, wollten die Johanniter zumindest vor Weihnachten fertig sein. Das hat geklappt. Zwei Tage vor Heiligabend, am 22. Dezember, weihen die Johanniter offiziell die neue Rettungswache ein. Die Räume am bisherigen Standort der Wache an der Königsberger Straße 10 sind nicht mehr zeitgemäß, reichen angesichts des enormen Wachstums des Ortsverbands nicht mehr aus und zudem ist die Lage inmitten eines Wohngebiets alles andere als ideal. Obwohl die neue Wache nur wenige Schritte von der Dienststelle des Ortsverbands entfernt liegt, führt die neue Zufahrt direkt zur Bundesstraße 213 und verkürzt die Anfahrtszeit zum Einsatzort nochmals um ein paar Minuten.

Die Planungen begannen vor vier Jahren, der erste Spatenstich erfolgte im August 2016. Dazwischen lagen die Abstimmung mit dem Landkreis Oldenburg als Träger des Rettungsdienstes, Grundstückskäufe, Bauanträge und vieles mehr. Wirklich eilig hatten es die Johanniter nicht, denn es gab keinen festen Umzugstermin. „Das Gebäude an der Königsberger Straße bleibt in unserem Besitz. Die Räume der Rettungswache werden von anderen Diensten übernommen.“ Zum Beispiel brauchen der ambulante Hospizdienst und der Fachbereich Gas- und Brandschutzservice/Medizintechnik dringend mehr Platz.

Dafür ist auf dem Gelände an der Wildeshauser Straße eine Rettungswache nach modernstem Standard entstanden. Es ist ebenerdig, hat kurze Wege von allen Räumen zu den Fahrzeugen und keine verwinkelten Ecken. Im Einsatzfall sind die Rettungskräfte deutlich schneller und gefahrloser beim Fahrzeug und können ausrücken als im alten Gebäude. Hygiene, Materiallager, Abgasabzugsanlage und vieles mehr entsprechen den neuesten Anforderungen. „Zudem haben wir perspektivisch gebaut“, erläutert Gobert. Zu Beginn der Planungen haben die Johanniter einen Rettungswagen gestellt. Dann kam die Aufforderung, einen zweiten Rettungswagen als Reserve vorzuhalten. Inzwischen wird dieser zusätzlich während des Tages als zweites Fahrzeug eingesetzt. „Wenn die Einsatzzahlen weiter steigen, fährt auch der zweite Rettungswagen irgendwann rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche“, vermutet Dimiter Dikov, Fachbereichsleiter Rettungsdienst für die Johanniter im Landkreis Oldenburg.

Das bedeutet, dass dann drei weitere Ruheräume für die Besatzung eingerichtet werden müssen. „Wir können einfach aufstocken. Büro- und Schulungsräume ziehen dann nach oben, die Räume unten werden zu Ruheräumen.“ 20 Retter arbeiten zurzeit an der Rettungswache Ahlhorn, darunter sechs Auszubildende zum Notfallsanitäter, erklärt Wachenleiterin Alena Kloberdanz. Rund 830.000 Euro hat der Bau gekostet, das Grundstück nochmal 50.000 Euro. „Wir wollten unter einer Million bleiben“, sagt Gobert. Das ist gelungen. Wie der Einweihungstermin vor Weihnachten.