Mehr als 17 Jahre am Stück ehrenamtlich im Dienst

Stefan Greiber - Oldenburg, 11. März 2013

Johanniter in Weser-Ems legen Jahresbericht vor – 150.000 Dienststunden

Wilfried Barysch (links) und Jörg Bensberg (rechts) ehrten verdiente Mitglieder der Johanniter-Unfall-Hilfe (von links): Axel Appeldorn, Kai Müller und Heinrich Nannenga.

Ehrungen, Informationen und jede Menge Zahlen standen auf dem Pro-gramm der zweitägigen Tagung der Leitung des Regionalverbandes Weser-Ems der Johanniter-Unfall-Hilfe in Westerstede. Mit dabei waren die Ortsbeauftragten und Dienststellenleiter der 20 Ortsverbände sowie die Leiter der Fachbereiche des Regionalverbandes. Als Gast begrüßten die Regionalvorstände Wilfried Barysch und Hans-Ulrich Diers den Landrat des Landkreises Ammerland, Jörg Bensberg. „Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, Ihnen ganz herzlich Dankeschön zu sagen für Ihr Wirken“, sagte Bensberg in seinem Grußwort. Die Johanniter seien aus dem gesellschaftlichen Leben nicht mehr wegzudenken. „Sie sind Menschen, die tätige Hilfe nicht in Geld umrechnen, sondern beweisen, dass es auch in der Ellenbogengesellschaft von heute noch Nächstenliebe und Selbstlosigkeit gibt“, so Bensberg. „Wir brauchen Menschen wie Sie.“

Anschließend ehrte er gemeinsam mit dem Regionalvorstand verdiente Mitarbeiter. Heinrich Nannenga, Ortsbeauftragter des Ortsverbandes Emden, bekam das Leistungsabzeichen in Silber für mehr als 2000 ehrenamtliche Dienststunden. Kai Müller, Dienststellenleiter der Johanniter in Osnabrück, erhielt das Ehrenzeichen am Bande. Müller ist seit 1986 bei der Johanniter-Unfall-Hilfe und habe sich durch eine hohe soziale Kompetenz ausgezeichnet, die für ein gutes Betriebsklima und damit verbunden eine erfolgreiche Wirtschaftlichkeit sorge. Ebenfalls das Ehrenzeichen am Bande erhielt Axel Appeldorn, ehrenamtlicher Ortsbeauftragter der Johanniter in Edewecht und damit gut mit Landrat Bensberg bekannt. „Der Ortsverband Edewecht zeichnet sich durch eine hohe Kompetenz und einen herausragenden Ausbildungsstand seiner Helferinnen und Helfer aus“, erklärte Barysch. „Er ist Gesellschafter in der Rettungsdienst Ammerland gGmbH und sehr gut vernetzt.“ Das sei dem Wirken von Axel Appeldorn zu verdanken, der zwar manchmal streitbar sei, aber sich immer für die Sache der Johanniter einsetze. „Streitbar würde ich jetzt nicht sagen“, ergänzte Bensberg. „Aber energisch in der Sache. Und das verdient höchsten Respekt.“ Deshalb übernahm er es gerne, Appeldorn das Ehrenzeichen an die Brust zu heften.

Anschließend stellte Wilfried Barysch die Zahlen für das vergangene Jahr vor. Und die sind wirklich beeindruckend. So haben die 930 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer in den 20 Ortsverbänden insgesamt 150.463 Dienststunden geleistet. „Hätte das einer alleine erledigen müssen, wäre er 17 Jahre und fünf Monate am Stück im Dienst gewesen“, sagte Barysch. 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche wohlgemerkt. Und alles ehrenamtlich. Dazu kommt die Arbeit von 499 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, vor allem in den sozialen Diensten und im Rettungsdienst. „Das ist die Zahl vom Stichtag 31. Dezember“, erklärte Barysch. Inzwischen sei die 500er-Marke übersprungen, darunter sind 20 Auszubildende in verschiedenen Berufen. „Wir haben uns zu einem wichtigen Arbeitgeber in der Region entwickelt.“

36.253 ehrenamtliche Dienststunden fielen alleine bei den 913 Sanitätsdiensten an. „Da war alles dabei, vom kleinen Reitturnier bis zum Großeinsatz beim Landesturnfest in Osnabrück.“ Weiterhin stark ist die Jugend im Regionalverband Weser-Ems. Insgesamt 591 Mädchen und Jungen von sechs bis 16 Jahren lernen die Grundlagen der Ersten Hilfe, betreut von 44 Jugendgruppenleitern und 36 Jugendleitern.

Im Bereich der Ausbildung wurden 20.881 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in 1599 Lehrgängen der Breitenausbildung in Erster Hilfe, Lebensrettenden Sofortmaßnahmen, zum Betriebshelfer und vielen weiteren Kursen geschult. Zusätzlich bildeten die Johanniter in Weser-Ems 274 Teilnehmer in 22 Lehrgängen der Fachausbildung aus. Dazu zählen zum Beispiel die Rettungssanitäter und -assistenten sowie die Helfer im Katastrophenschutz und der Krisenintervention. Beeindruckend sind auch die Zahlen bei den sozialen Diensten. So wurden im Menüservice insgesamt 63.397 Essen ausgeliefert, der Hausnotruf-Einsatzdienst der Johanniter rückte 853 Mal für 3460 Hausnotruf-Kunden aus, zusätzlich wurden 290 Einsätze durch Partner, vor allem Pflegedienste, gefahren.

Der Rettungsdienst der Johanniter rückte zu 10.847 Einsätzen aus, im qualifizierten Krankentransport wurden 11.829 Fahrten unternommen. Der Intensivverlegungsdienst (ITW) war 416 Mal unterwegs, der Rettungswagen für adipöse Patienten 106 Mal. Im Behindertenfahrdienst wurden 21.932 Personen befördert, der Organdienst war 114 Mal mit Blut, Organen oder kompletten Ärzteteams unterwegs. Ganz besonders freute sich Barysch aber über Ereignisse, die sich nur schwer in Zahlen ausdrücken lassen. „Im April hat un-sere Tagespflege in Nordenham eröffnet, im November ist die erste Wohngemeinschaft für demenziell erkrankte Menschen Niedersachsens nach dem neuen Heimgesetz in Oldenburg gestartet“, erklärt Barysch. Zudem sei der Grundstein für die Betreute Wohn-anlage der GSG Oldenburg an der Bremer Straße gelegt worden, in der die Johanniter die Betreuung der Bewohner übernehmen wird.

Den Jahresbericht gibt es auch zum Herunterladen, als Druckausgabe beim Regionalverband, Telefon 0441 97190-22 oder weser-ems@johanniter.dem, sowie in jeder Dienststelle des Regionalverbandes Weser-Ems.