Die Fahrzeuge sind gereinigt, die Verbrauchsmaterialien wieder aufgefüllt - Erschöpft, aber insgesamt zufrieden kehren die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Johanniter-Unfall-Hilfe von ihrem Einsatz beim 36. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Wittenberg zurück. Die 123 Johanniter aus Weser-Ems wurden unterstützt von Einheiten aus den Regionalverbänden Harz-Heide und Bremen-Verden. „Wir haben mit insgesamt 176 Einsatzkräften die Unfallhilfsstellen (UHS) am Hauptbahnhof und an der Wallstraße in der Innenstadt besetzt sowie mit den Feldküchen Wiesmoor, Jeverland, Stade und Celle uns um die Versorgung aller Helfer in Wittenberg gekümmert“, sagt Regionalbereitschaftsführer Weser-Ems Martin Hilse vom Ortsverband Stedingen. Zusätzlich haben die Johanniter aus Weser-Ems zwei Rettungswagen, ein Notarzteinsatzfahrzeug und einen Krankenwagen besetzt und in den Einsatz geschickt. Alle Fahrzeuge waren mehrfach unterwegs, um Menschen zu helfen, die es nicht mehr zu den UHS geschafft haben. Zusammen mit den Krankenwagen-Standorten in der Innenstadt und den Sanitätsdienst-Einheiten beim großen Abschlussgottesdienst auf den Elbwiesen waren mehr als 600 Johanniter aus dem gesamten Bundesgebiet in Wittenberg aktiv.

Besonders groß war die Zahl der Einsätze in der UHS am Hauptbahnhof. In der Spätschicht, die mit dem Beginn der Abreise der Kirchentagsbesucher in Dienst ging, mussten 40 Patienten versorgt werden. „Wir hatten es überwiegend mit Erschöpfungszuständen oder Dehydrierung zu tun“, berichtet Notarzt Markus Wedemeyer vom Ortsverband Nordenham. Um frühzeitig helfen zu können, fuhren Krankenwagen den von den Elbwiesen heranströmenden Menschenmassen entgegen und nehmen erschöpfte Personen auf. „Das hat sich bewährt“, sagt Wedemeyer. Zusätzlich leistete die Besatzung des Gerätewagens des Ortsverbands Osnabrück unter Führung von Heinrich Brinkmann Amtshilfe für die Pfadfinder. Kurzerhand wurde das Material vom Gerätewagen abgeladen und dafür mehrere Paletten Wasserflaschen aufgeladen. Diese wurden an Kirchentagsteilnehmer verteilt, die auf dem rund sechseinhalb Kilometer langen Weg von den Elbwiesen Richtung Hauptbahnhof unterwegs waren. Die Unfallhilfsstelle an der Wallstraße hatte in der gleichen Zeit nur zehn Notfälle. Auch an den anderen Tagen war es weitgehend ruhig. „Die Besucher waren sehr diszipliniert und haben von den kostenlos ausgegebenen Wasserflaschen regen Gebrauch gemacht“, lobte Hilse die Kirchentagsteilnehmer.

Durstig waren auch die Sanitäter „Wir haben angesichts der extremen Wetterverhältnisse mit sechs Litern pro Helfer und Schicht gerechnet“, erklärt Torsten Dallmeyer, Zugführer der Regionalbereitschaft Weser-Ems und in Wittenberg für die Versorgung sämtlicher Helfer verantwortlich. Besonders die Versorgung der Sanitäter auf den Elbwiesen mit alleine 5100 Litern Getränken und 1200 Lunchpaketen war eine große Herausforderung, da die einzige Zufahrtsstraße komplett für Fahrzeuge gesperrt war. „Da standen riesige Betonpoller, an denen niemand vorbei kam“, sagt Dallmeyer. Deshalb musste schon tags zuvor möglichst alles angeliefert und eingelagert werden. Für Notfälle gab es lediglich eine Fähre.