Johanniter aus Weser-Ems beteiligen sich an Evakuierung

Stefan Greiber - Oldenburg, 02. Mai 2017

Aktualisierung 4. Mai 2017: Die Einsatzleitung hat jetzt auch die Küche Jeverland angefordert. Ihre Aufgabe wird die Versorgung von 200 Personen ohne festen Wohnsitz sein, die zurzeit in einem Wohnheim innerhalb des Evakuierungsgebietes leben. Das Feldküchenteam um Jeverlands Ortsbeauftragten Jürgen Szkodowski fährt mit acht Helferinnen und Helfer in den Einsatz.

 

Mehr als 50.000 Menschen müssen am nächsten Sonntag in der Nordstadt und dem Stadtteil Vahrenwald von Hannover ihre Wohnungen und Häuser verlassen. Auch 800 Bewohner von Alten- und Pflegeheimen werden verlegt. Grund sind Verdachtsstellen auf einem Gelände an der Wedelstraße, an denen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet werden. Die Regionalbereitschaft Weser-Ems unterstützt die Evakuierung mit Fahrzeugen und Personal. „Wir sind mit mindestens 67 Leuten vor Ort und stellen acht Rettungswagen, 13 Krankenwagen und acht Fahrzeuge für Menschen mit Behinderungen“, sagt Regionalbereitschaftsführer Martin Hilse. Einige Kolleginnen und Kollegen stehen in Reserve, falls der Personalbedarf noch aufgestockt werden muss. Die medizinische Notfall-Leitstelle Offshore VENTUSmedic in Berne stellt das Führungsmittel und ist Leitstelle für die Anfahrt der Helfer aus Weser-Ems nach Hannover. Zurzeit laufen Planungen, dass die Johanniter für Menschen ohne festen Wohnsitz eine Versorgungsstation einrichten. „Dann würde noch unsere Feldküche und eine Betreuungsgruppe mitkommen“, erklärt Hilse.

Mit dabei sind sechs Helfer mit drei Fahrzeugen vom Ortsverband Ahlhorn, acht Helfer mit zwei Krankenwagen und einem Rettungswagen aus Delmenhorst, fünf Helfer mit zwei Fahrzeugen aus Garrel, ein Rettungswagen mit zwei Helfern aus Wilhelmshaven und zwei Helfer mit einem Krankenwagen aus Varel. Der Ortsverband Nordenham stellt mit zwölf Helfern und fünf Fahrzeugen nicht nur einen großen Teil des aktiven Personals, sondern mit Stefan Onken auch einen der Zugführer. Ebenfalls zahlreich anreisen werden die Oldenburger Johanniter. Sie kommen unter Führung des Ortsbeauftragten Stefan Ehm mit zwölf Helfern und sechs Fahrzeugen und stellen zusätzlich mit Torsten Dallmeyer den zweiten Zugführer. Offen ist noch, ob auch der Oldenburger Einsatzleitwagen zur Evakuierung fährt. Auch die ostfriesischen Verbände sind stark vertreten. Aus Emden kommen fünf Helfer mit zwei Fahrzeugen, der Ortsverband Aurich stellt einen Krankenwagen mit zwei Helfern und der Ortsverband Wiesmoor drei Fahrzeuge mit sieben Helfern. Aus dem Süden des Regionalverbands Weser-Ems reisen die Ortsverbände Osnabrück mit einem Rettungswagen und drei Helfern sowie Lingen mit einem Krankenwagen und zwei Helfern an. Begleitet werden sie von Frank Ripken von der Regionalbereitschaftsführung, der zusammen mit Marcel Colter vom Ortsverband Delmenhorst den Einsatz der Regionalbereitschaft Weser-Ems vorbereitet hat.

Geplant ist, dass Gebiet rund um die möglichen Blindgänger weiträumig zu evakuieren und die Menschen in Notunterkünften zu sammeln, sofern sie nicht anderweitig privat unterkommen. Betreut werden können rund 5000 Menschen, also rund zehn Prozent der Betroffenen. „Wir sind aber in der Lage, die Kapazitäten jederzeit auszubauen“, betont Hilse.