Johanniter begrüßen Entscheidung: Wiederbelebung wird Pflicht an Schulen

Stefan Greiber - Weser-Ems, 14. Juli 2014

Im Weser-Ems-Gebiet bilden die Johanniter im vergangenen Jahr in Schulen mehr als 3000 Kinder und Jugendliche in Erster Hilfe aus

Auch nach einem Sturz im Sportunterricht können Schulsanitäter helfen.

Künftig sollen alle Kinder ab der siebten Klasse an deutschen Schulen jedes Jahr für zwei Stunden die Wiederbelebung von bewusstlosen Menschen trainieren. Das hat der Schulausschuss der Kultusministerkonferenz der Länder auf seiner 395. Sitzung in Düsseldorf beschlossen. Die Johanniter begrüßen diese Entscheidung: „Es ist nie zu früh, mit dem Helfen anzufangen“, sagt Ralf Sick, der bei den Johannitern für die Erste-Hilfe-Ausbildung zuständig ist. Bereits 2013 schulten die Johanniter rund 21.000 junge Menschen an Schulen in Erster Hilfe. Alleine in der Weser-Ems-Region bildeten die Johanniter 2557 Grundschul-Kinder in 103 Lehrgängen zu „Ersthelfer von morgen“ aus. Zusätzlich lernten 655 Kinder und Jugendliche in 37 Kursen „Erste Hilfe in Schulen“. Bisher organisieren die Schulen diese Ausbildungen freiwillig. „Es geht dabei auch darum, den Kindern schon früh die Scheu zu nehmen, Hilfe zu leisten“, sagt Diana Borchelt, Regionalausbildungsleiterin der Johanniter-Unfall-Hilfe in Weser-Ems. Sie sollen Sicherheit bekommen, im Notfall das Richtige zu tun. „Oft laufen Kinder aus Angst weg, wenn etwas passiert. Indem wir ihnen das Gefühl geben, zu wissen was zu tun ist, stärken wir damit ihre Bereitschaft zu helfen.“

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Schulsanitätsdienst. Insgesamt 182 Schülerinnen und Schüler haben die Johanniter im vergangenen Jahr im Regionalverband Weser-Ems zu Schulsanitätern ausgebildet. Sie leisten im Umfeld der Schule Erste Hilfe und unterstützen so andere Mitschüler oder die Lehrkräfte in Notsituationen. Zu ihren Kenntnissen gehören die Ausführung der stabilen Seitenlage, das Anlegen von Verbänden, das Pflasterkleben und viele weitere Maßnahmen der Ersten Hilfe. Dabei rücken die Schulsanitäter nicht nur in den Pausen aus. Auch wenn ein Lehrer oder Mitschüler während des laufenden Unterrichts Hilfe braucht, sind die Schulsanitäter sofort verfügbar. Sie sind während des eigenen Unterrichts in Bereitschaft und im Notfall freigestellt. Wer an welchem Tag Bereitschaftsdienst hat, wird über einen Dienstplan festgelegt. „Die Schülerinnen und Schüler lernen Eigenverantwortung und Verlässlichkeit“, sagt Borchelt. Außerdem sei es für Mitschüler leichter, wenn in einer Notsituation ein Gleichaltriger Hilfe leistet.