Präsident der Johanniter-Unfall-Hilfe besucht Weser-Ems

Stefan Greiber - Weser-Ems, 14. August 2014

Themen sind unter anderem die Regionalbereitschaft und Wohnkonzepte für ein Leben im Alter

Der Präsident der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH), Dr. Arnold von Rümker, hat jetzt den Regionalverband Weser-Ems besucht. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die Struktur des Regionalverbandes, die Einsatzfähigkeit der Regionalbereitschaft für den Katastrophenschutz sowie Wohnformen im Alter. „Uns ging es vor allem darum, den Präsidenten einen kurzen Einblick in die Arbeit der Johanniter in Weser-Ems zu geben und über die Besonderheiten in unserem Regionalverband zu informieren“, erklärte der ehrenamtliche Regionalvorstand Markus Wedemeyer im Beisein seiner Vorstandskollegen Hans-Ulrich Diers und dessen Nachfolger Thomas Lemke.

Der Regionalverband Weser-Ems sei mit 20 Ortsverbänden und 37 Dienststellen sehr groß, die Ortsverbände verfügen über weitreichende Kompetenzen im operativen Bereich. „Sie können vieles selbst entscheiden, was natürlich in einem Flächenland wie unserem Sinn macht“, betonte Wedemeyer. Man dürfe sich von der Größe auch nicht täuschen lassen, ergänzte Landesvorstand Thomas Mähnert. „Im Vergleich zu anderen Bundesländern leben hier weniger Menschen.“ Die Struktur sei zudem historisch bedingt. „Einige unserer Ortsverbände sind 50 Jahre oder älter“, sagte Wedemeyer.

Im Ortsverband Stedingen besichtigte von Rümker zunächst die medizinische Leitstelle für Offshore-Bauwerke VENTUSmedic und informierte sich über das Notfallkonzept für die Arbeiter in den Windparks auf See. Anschließend zeigte ihm Alexander Jüptner, Dienststellenleiter des Ortsverbandes Stedingen, die Hausnotruf-Zentrale. In der größten Hausnotruf-Zentrale der Johanniter-Unfall-Hilfe bundesweit sind mehr als 24.000 Menschen aus dem gesamten Landesverband Niedersachsen/Bremen aufgeschaltet. Täglich werden mehr als 1000 Notrufe bearbeitet. Regionalbereitschaftsführer Martin Hilse erläuterte anschließend das Konzept für den Katastrophenschutz in Weser-Ems. Die Johanniter stellen zwei Züge mit jeweils 60 Einsatzkräften plus Führungsebene und Sondereinheiten.

In Oldenburg besuchte von Rümker die Betreute Wohnanlage an der Bloherfelder Straße. Carmen Tietjen-Müller sowie die Fachbereichsleiterin Betreuungsdienste Angela Exner-Wallmeier und Karin Müter, Leiterin des ambulanten Pflegedienstes der Oldenburger Johanniter, zeigten dem JUH-Präsidenten die verschiedenen Wohnformen auf, mit denen Menschen auch im Alter ermöglicht wird, im eigenen Zuhause zu bleiben. Das Angebot reicht vom Quartiersmanagement und ambulanter Pflege über Betreutes Wohnen und der Wohngemeinschaft für demenziell erkrankte Menschen bis hin zur Tagespflege. „Das ist wirklich großartig, was Sie hier in Weser-Ems leisten“, lobte von Rümker. Besonders die Vielfalt der Unterstützung, die ältere Menschen heutzutage bekommen, beeindrucke ihn. „Früher blieb man zuhause und kam irgendwann ins Heim. Heute sind aus diesem großen Schritt viele kleine geworden und am Ende muss nicht mehr das Heim stehen.“ Auch das Konzept für den Katastrophenschutz sei sehr überzeugend. „Innerhalb weniger Stunden 60 ehrenamtliche Retter alarmieren zu können ist eine großartige Leistung. Die Menschen hier in der Region können froh sein über Ihre Arbeit.“

Dr. Arnold von Rümker (Mitte) wurde in Oldenburg von Mitglieder des Landes- und des Regionalvorstandes, der Ortsverbandsleitung sowie Führungskräften aus den Bereichen Pflege und Wohnkonzepte empfangen.
K. D. Berner erläuterte dem Präsidenten das Notfall-Rettungskonzept Offshore WINDEAcare und die Arbeit der Leitstelle VENTUSmedic.
Disponentin Jessica Liebendahl und Dienststellenleiter Alexander Jüptner erklärte den Ablauf der Notruf-Bearbeitung in der Hausnotruf-Zentrale (von links).
Karin Müter, Angela Exner-Wallmeier und Carmen Tietjen-Müller erklärten Dr. Arnold von Rümker (von rechts) verschiedene Wohnformen für das Leben im Alter.