Schulsanitäter üben Einsatz bei Panik in Mensa

Greiber/Fotos: Anette Thanheiser - Osnabrück, 21. September 2017

Massenpanik in einer Schulmensa: Jugendliche schreien durcheinander, versuchen ins Freie zu gelangen. Mädchen und Jugend stolpern über umgekippte Stühle, stürzen zu Boden, rempeln sich gegenseitig an. Zurück bleiben ein Chaos und mehrere Verletzte. Dieses Bild bot sich den Schulsanitätern bei einer großen Übung bei einem Fortbildungslehrgang der Johanniter-Unfall-Hilfe in Osnabrück. Mit dabei waren mehr als 90 Jugendliche von Johanniter-Schulsanitätsdiensten (SSD) der Oberschule Garrel, des Clemens-August-Gymnasiums Cloppenburg, der Erich Maria Remarque Realschule Osnabrück, der Alexanderschule Wallenhorst sowie aus Cuxhaven, Borgholzhausen und Deister. In Workshops mit Praxistraining für Anfänger und Fortgeschrittene lernten sie anhand von Fallbespielen viele neue Kniffe und trainierten verschiedene Erste-Hilfe-Maßnahmen  wie das Wickeln von Verbänden, die Versorgung von Kopfverletzungen oder das Behandeln von Verätzungen teilweise unter realitätsnahen Bedingungen. Zudem gab es eine Expertenrunde für SSD-Leiter und Lehrer. 

Geleitet wurde die Veranstaltung von Anette Thanheiser, Regionaljugendleiterin Weser Ems, Felix Janßen, stellvertretender Landesjugendleiter, und Bodo Dannhöfer, Fachbereichsleiter Jugend im Landesverband der Johanniter-Unfall-Hilfe Niedersachsen/Bremen. Als Gast besuchte Landesausbildungsleiter Thomas John den SSD-Tag, schaute den Schulsanitätern über die Schulter und motivierte sie auch in Zukunft weiter auf dem Weg des Helfens zu bleiben und die eigenen Fähigkeiten weiter aus zu bauen.

Ein Unfall oder eine Notfallsituation hinterlassen nicht nur körperliche Spuren, sondern bringt oft auch eine seelische Belastung für die Beteiligten mit sich. Als Schulsanitäter sind deshalb nicht nur medizinische Kenntnisse gefragt, sondern auch ein offenes Ohr und Einfühlungsvermögen. Die Teilnehmer erfuhren im Workshop „Psychosoziale Notfallversorgung“ worauf es dabei ankommt, was leistbar ist und was nicht. Dieses Wissen war auch bei der Mensa-Übung gefordert. Aufgabe war, die panischen Jugendlichen zu beruhigen, die Verletzten zu versorgen und auch die Eigensicherung zu beachten. Das Team der Realistischen Unfalldarstellung um Claudia Schmithals vom Ortsverband Oldenburg hatte dazu die Verletztendarsteller täuschend echt geschminkt.