Von null auf 100! Der Heuschnupfen ist da

Hannover, 18. März 2014

Johanniter geben Tipps für Allergiker

Der Frühling hat in Deutschland Einzug gehalten. Die Natur ist in schnellem Tempo aus ihrem Winterschlaf erwacht. Für Heuschnupfen-Geplagte bedeutet diese Tatsache vor allem eins: Die ersten Allergie-Symptome machen sich bemerkbar, weil der Pollenflug eher als sonst begonnen hat. Die Johanniter-Unfall-Hilfe gibt Tipps im Umgang mit dem Heuschnupfen.

 

Allergien wie zum Beispiel Heuschnupfen werden hauptsächlich dadurch ausgelöst, dass Pollen von windbestäubenden Gräsern und Bäumen über die menschliche Atmung aufgenommen werden. „Die Ursache liegt in einer Überempfindlichkeit gegen bestimmte Eiweißkomponenten, die unter anderem in Pollen von verschiedensten Pflanzen, Bäumen und Gräsern, aber auch im Kot von Hausstaubmilben oder in Tierhaaren vorkommen können. Die Veranlagung zu dieser Reaktion ist wahrscheinlich angeboren“, erklärt der stellvertretende Landesarzt der Johanniter in Niedersachsen/Bremen, Dr. Hans-Peter Reiffen.

 

Was sind die Symptome?

In der Regel äußert sich die Krankheit bisweilen durch einen heftigen Juckreiz in der Nase und im Mund- und Rachenraum, gerötete Augen und gelegentlich ein Brennen in den äußeren Gehörgängen. Dies ist eine körperliche Reaktion auf die Abgabe bestimmter Stoffe, sogenannte Histamine, wenn die Schleimhäute in Mund, Nase oder Augen mit Pollen in Berührung kommen.   

Ist der Pollenflug besonders intensiv, kann es schlagartig zu einem erkältungsähnlichen Gefühl kommen: Allergiker leiden unter Niesattacken mit weißlich-wässriger Schleimbildung in der Nase und Atembeschwerden. Nach einigen Tagen kann ein reduziertes Riechvermögen hinzukommen. Wird die Allergie nicht behandelt, können, bedingt durch das verstärkte Atmen durch den Mund, Heiserkeit und Räusperzwang auftreten. Während einige Betroffene nach Ende des Pollenflugs beschwerdefrei sind, klagen wiederum andere über Symptome wie Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Konzentrationsschwächen und Hörminderung. 

 

Heuschnupfen richtig behandeln

„Heuschnupfen kann auch zu Asthma führen“, warnt Reiffen. „Während beim klassischen Krankheitsbild in erster Linie die oberen Atemwege betroffen sind, verändern sich bei Asthmatikern die tiefen Atemwege, die sogenannten Bronchiolen. Dieses Phänomen bezeichnet man als ‚Etagenwechsel‘. Es kann auftreten, wenn Heuschnupfen nicht richtig behandelt wird“, warnt der Experte. „Stellen sich neben den typischen Beschwerden zusätzlich Fieber, Kreislaufprobleme oder eine Quaddelbildung am ganzen Körper ein, sollten Betroffene umgehend den Rettungsdienst über die Notfallnummer 112 alarmieren.“

 

Verschiedene Wege können zu einer Besserung führen. Die wirksamste Methode, die Hyposensibilisierung, muss vorsorgend durchgeführt werden. „Wichtig ist, zunächst einmal durch einen Test klären zu lassen, gegen welche Pollen eine Allergie vorliegt. Bei einer Hyposensibilisierung werden die Stoffe, die die allergische Reaktion auslösen, über einen längeren Zeitraum per Tabletten oder mittels Spritzen verabreicht. Dieses Prozedere muss von einem Arzt unter ständiger Kontrolle durchgeführt werden. In jedem Falle empfiehlt es sich, mit dem Hausarzt Rücksprache zu halten“, erläutert Reiffen. Eine lokale Behandlung mit Nasenspray und Augentropfen kann aber oftmals ausreichend sein.   

 

An den Tagen stärkeren Pollenflugs sollten Aufenthalte im Freien – insbesondere in der Nähe von Allergie auslösenden Pflanzen – vermieden werden. Ein Staubsauger mit Pollenfilter kann in den eigenen vier Wänden Abhilfe schaffen, genauso wie ein Filtersystem für das Auto (dieses kann meist nachträglich eingebaut werden). Generell gilt: Wer auf das Auto angewiesen ist, sollte nicht mit offenen Fenstern fahren. Niesattacken können hierbei gefährlich werden.

 

Ein einfacher Trick kann ebenfalls Linderung verschaffen: Die Wohnung sollte vorwiegend nach Einbruch der Dunkelheit oder vor Sonnenaufgang gelüftet werden. Außerdem ist es ratsam, abends zu duschen und dabei auch die Haare zu waschen – so wird jegliche Form von Pollenstaub entfernt. Regelmäßig sollten Bettwäsche und Handtücher bei mindestens 40 Grad gewaschen und im Idealfall im Wäschetrockner getrocknet werden.

 

„Wer von seinem Hausarzt Antihistaminika verschrieben bekommen hat, sollte diese regelmäßig zur Vorbeugung einnehmen, um irgendwann die notwendige Dosis zu reduzieren“, erklärt Reiffen. Die Johanniter raten Betroffenen daher, den Heuschnupfen nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und sich frühzeitig mit den beschriebenen Symptomen auseinanderzusetzen. Unter www.allergie.de kann ein Pollenflugkalender abgerufen werden, anhand dessen Allergiker die Einnahme von Medikamenten besser steuern können.