Erste Hilfe leisten uncool?

Saskia Weerts - Delmenhorst, 17. Mai 2013

Kinder lernen bei Freizeit AG Grundlagen der Ersten Hilfe

Der praktische Teil des Erste-Hilfe-Kurses gefiel den Schülern der Realschule Süd und des Förderschulzentrums Delmenhorst besonders gut, sie legten Verbände an und klebten Pflaster bei ihren Mitschülern.

Einen etwas anderen Kurs in Erster Hilfe gab Ausbildungsleiter Marcel Colter vergangene Woche im Ortsverband Delmenhorst. Neun Kinder, die die fünfte und sechste Klasse der Realschule Süd oder des Förderschulzentrums Delmenhorst besuchen, ließen sich in einem „Erste Hilfe for Kids“-Kurs die Grundlagen der Ersten Hilfe beibringen. Das Besondere war, dass die zwei Sozialarbeiter Mae Hundhausen und Jörn Lahme diesen Kurs initiiert hatten. Beide arbeiten für das Projekt „Sozialarbeit an Schulen“ der Delmenhorster Jugendstiftung. Sie möchten Kindern sinnvolle Möglichkeiten zu ihrer Freizeitgestaltung in Delmenhorst aufzeigen und sie für bestimmte Themen, wie Zivilcourage und den respektvollen Umgang mit der Natur, sensibilisieren. So soll den Schülern auch die Angst vor dem Leisten von Erster Hilfe genommen werden. 

 

„Nein“ hieß es einstimmig im Ausbildungsraum des Ortsverbandes Delmenhorst. Dies war die Antwort der neun Schüler auf die Frage, ob es uncool sei Erste Hilfe zu leisten. „Sehr richtig, es ist sogar ziemlich cool, Menschen in Not zu helfen“, lobte Marcel Colter die Haltung der jungen Schüler. Am Anfang des Kurses klärten die Schüler wichtige theoretische Informationen. So stellten sie zum Beispiel fest, dass die eigenen Hände das wichtigste Instrument zum Retten sind. Mit den Händen wird die Herz-Lungen-Wiederbelebung durchgeführt, aber mit den Händen wird auch ein Warndreieck am Unfallort aufgebaut, um den Unfallort abzusichern. Als nächstes klärten die Schüler, welche fünf W-Fragen beim Absetzen eines Notrufs beachtet werden müssen. „Doch selbst wenn man mal nicht alle weiß, die Person am anderen Ende der Leitung fragt danach“, erklärte Marcel Colter. Das wichtigste sei nur zu warten und nicht sofort aufzulegen, falls es noch Fragen gäbe. Danach begann der praktische Teil des Kurses. Unter dem Motto „Learning by doing“ legten die Kinder ihren Mitschülern Verbände an, klebten Pflaster und maßen den Puls. Einen Verband über den Ellbogen zu legen, bereitete einigen Schwierigkeiten und erforderte mehrere Anläufe. „Doch ihr seid ja zum Üben hier, damit es im Notfall klappt“, erklärte Marcel Colter.

 

„Den Schülern scheint der Kurs gut gefallen zu haben, sie stellten viele Fragen und wirkten sehr interessiert“, fasst Sozialarbeiterin Mae Hundhausen zufrieden zusammen. Die Freizeit AG geht noch bis zu den Sommerferien.

 

Einer der Schüler konnte sein erlerntes Wissen bereits kurze Zeit nach dem Kurs anwenden und einem verletzten Mitschüler im Sportunterricht einen Kopfverband anlegen.