Wirtschaftliche Verantwortung

Menschlichkeit ist die eine Seite. Die andere ist die knapp bemessene und bezahlte Zeit, beispielsweise in der Pflege. Die vorgegeben Zeitraster geben dort wenig Möglichkeiten für menschliche Wärme und persönliche Zuwendung. Hier läßt die Wirtschaftlichkeit wenig Freiraum für den Gedanken der gelebten christlichen Nächstenliebe.

"Das Wirtschaftliche muss sein. Wir können überhaupt nichts machen, wenn wir keine schwarzen Zahlen schreiben", sagt Dr. Christian-Erdmann Schott, Bundespfarrer der Johanniter-Unfall-Hilfe. "Die wirtschaftliche Basis muss in Ordnung sein. Aber sie ist nicht das Ziel. Denn wir wollen ja nicht Gewinne erzielen, sondern wir wollen Menschen helfen, insofern steht die Wirtschaftlichkeit, die sein muss, unter der Zeilsetzung der Hilfe, der Zuwendung zu den Menschen."

Es geht darum, Gewinne in Zuwendung umzumünzen. Unternehmensleiter nennen das "diakonisches Management", die Möglichkeit, dass starke Säulen schwache Säulen innerhalb desselben Unternehmens mittragen. Natürlich hat dieses Umschichtungskonzept seine Grenzen, aber ein Diakonieunternehmen wie die Johanniter sollte sich auch solch einen Luxus - in Anführungszeichen - leisten.

Für ein Unternehmen wie die Johanniter nämlich, zu dem ganz verschiedene Bereich gehören, wie häusliche und stationäre Pflege, Hausnotruf, Menüservice, Rettungsdienst und Jugendarbeit, bietet diese Form des Handelns die Möglichkeit, Hilfe mit menschlichem Antlitz zu geben und trotzdem mit dem anvertrauten Geld von Spendern, Förderern und öffentlichen Kassen verantwortungsvoll umzugehen. In dieser Verantowrtung gelingt es uns, Wirtschftlichkeit und Zuwendung zu verbinden.