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Eine Neurologiepraxis auf dem Weg nach Litauen

Bettina MartinNordenham, 17. Juli 2010

Bergeweise stapeln sich Betten, Elektrogeräte und Bananenkisten mit Bekleidung im Lager der Auslandshilfe des Ortsverbandes Nordenham der Johanniter-Unfall-Hilfe. Doch bald ist es wieder leer in der Alten Straßenmeisterei an den Rhaden. Die Johanniter beginnen am Montag, 19. Juli, ihre zweite Tour in diesem Jahr, um Hilfsgüter in von Armut betroffene Länder zu bringen. Nachdem sie bereits im Juni in Polen waren, führt sie ihre Reise diesmal nach Litauen, genauer gesagt in die Nähe von Kaunas.

 

Im gesamten vergangenen Jahr haben Nordenhamer Bürger ausrangierte Kleidung, Spielzeug oder Haushaltsgeräte abgegeben, dazu kommen Betten des Tossenser Feriendomizils Sunparks und diverse Rollatoren. „Außerdem haben wir dieses Mal eine komplette Arztpraxis im Gepäck“, erzählt der Leiter der Johanniter-Auslandshilfe Nordenham, Klaus Martin. Ein Bremer Neurologe löste seine Praxis auf und hörte vom Hilfstransport der Nordenhamer Helfer. Daraufhin spendete er das vollständige Inventar seiner Praxis, das jetzt in ein litauisches Krankenhaus gebracht wird.

 

„Wir sind mit insgesamt elf Helfern unterwegs, die sich teilweise extra für diese Fahrt Urlaub genommen haben“, betont Klaus Martin. Gemeinsam mit Kollege Rolf Krause und weiteren Ehrenamtlichen ist er bereits das fünfte Mal zu Gast in dem osteuropäischen Land. „Obwohl es Teil von Europa ist, gibt es dort viele Gegenden, in denen es am Nötigsten fehlt“, sagt Klaus Martin. Die Johanniter unternehmen in diesem Jahr ihren zwölften Hilfstransport. „Wir sind schon einige Male in Russland gewesen“, erzählt Rolf Krause. „Doch dort wurde uns durch die Behörden einige Steine in den Weg gelegt, weshalb wir beschlossen haben andere Länder wie Polen, Litauen oder auch Lettland zu unterstützen.“ Nach vier Tagen werden die Freiwilligen die Heimreise antreten. Dann beginnt sofort die Planung für den nächsten Hilfstransport.

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