Bei den Johannitern geht es blutig zu

Greiber/Schmithals - Oldenburg, 28. November 2013

Fotos: Stephan Ehm

Lehrgang „Realistische Unfalldarstellung“ in Weser-Ems

Die Verletzung sieht furchterregend aus. Ein Bleistift hat sich durch die Hand gebohrt, Blut quillt aus der Wunde. Insa Ottens, Sanitätshelferin im Ortsverband Emden der Johanniter-Unfall-Hilfe, betrachtet ihre verletzte Hand und grinst: „Das sieht klasse aus.“ Schmerzen empfindet sie keine, denn die „Verletzung“ ist lediglich täuschend echt geschminkt. Insa Ottens nahm jetzt am Grundlehrgang „Realistische Unfalldarstellung“ (RUD) teil, den das Bildungsinstitut Hannover der Johanniter-Akademie auf Einladung der Bildungseinrichtung Weser-Ems in Oldenburg durchführte. Themen waren unter anderem sie Sicherheit beim Darstellen, Grundtechniken Schminken, Verhaltensmuster verletzter und erkrankter Personen sowie Fallbeispiele.

Mit dabei waren Anja Winkler vom Ortsverband Norden der Johanniter-Unfall-Hilfe, Inga Tuitjer, Insa Ottens, Christina Murra und  Jan-Falk Müßig vom Ortsverband Emden, Sabine Garbade vom Ortsverband Delmenhorst sowie aus dem Ortsverband Oldenburg Stefan Ehm, Tineke Linz, Kim Jürgens, Julian Kipshagen, Claudia Schmithals, Christiane Brinkmann-Harms mit ihrer 16 Wochen jungen Tochter Laura sowie Martina Schmidt mit der vier Wochen jungen Amilie Sofie. Ausbilder waren Lars Meier und Mareike Bolten.

Am Freitagabend startet der Lehrgang mit Thema „Sicherheit beim Darstellen“. Da einige Teilnehmer schon RUD-Erfahrung in den Kurs mitbrachten, wurde über Vorfälle die „Na ja, das kann passieren“, „Das sollte nicht passieren“ und „Das darf niemals passieren“ gesprochen und in Kategorien eingeteilt. In die Kategorie „Na ja, kann passieren“ kam unter anderem die Verletzung „Umgeknickter Fuß", eine Unterkühlung sollte nicht passieren und niemals passieren darf, dass im Stress des Einsatzes ein Zugang gelegt wird. Die Sicherheit bei Übungen ist sehr wichtig. Um sie zu gewährleisten, muss das RUD-Team auf seine Darsteller aufpassen und gegebenenfalls eingreifen, wenn die Sicherheit gefährdet ist.

Am Samstag wurde es dann „blutig“. Mit unterschiedlichen Materialien wie Fett- und Wasserfarben, Modellierkit und –wachs sowie Gelafix wurden Schnitt-, Schürf- und Platzwunden, geschlossene und offene Frakturen, Hämatome und Verbrennungen geschminkt. Die Ausbilder führten jedes einzelne Schminkthema vor, die Teilnehmer probierten das Gelernte anschließend sofort selber aus. Am Sonntag ging es um die internistischen Notfälle wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Atemnot, Krampfanfall und Intoxikation. Dabei wird nicht viel Schminke benötigt, aber ein gutes Einfühlungsvermögen und schauspielerische Fähigkeiten der Darsteller.

Zunächst wurden die Krankheitsbilder kurz durchgesprochen und dann gespielt. Als krönenden Abschluss überlegten sich die Teilnehmer in kleinen Gruppen ein kleines Szenario, das auf einen Ersthelfer zukommen könnte. Die Gruppen stellten einen eskalierten Streit zwischen Schülern nach, einen Verkehrsunfall und einen Unfall im Haushalt.