Eine Ermutigung zu ehrenamtlichem Engagement

Uwe-Jens Kruse - Oldenburg, 02. Juli 2017

Blick in die Collegienstraße in Wittenberg mit der durch die Johanniterfahne gekennzeichneten "denkbar. Der Laden".

Dirk von Grone (links) und Jörg Siegert (rechts) von der Subkommende Oldenburg der Johanniter mit Besuchern aus Hessen im Gespräch in der "denkbar. Der Laden" der Kirche in Wittenberg.

Die Subkommende Oldenburg im Johanniterorden beteiligte sich in der vergangenen Woche aktiv am Reformationssommer 2017 in der Lutherstadt Wittenberg. Eine Woche lang gaben sich Damen und Herren den Staffelstab weiter, um in der kleinen Botschaft „denkbar. Der Laden“ der Oldenburgischen, Bremischen und Reformierten Kirche den Besuchern als Gesprächspartner zu dienen.

In dieser Herberge an zentraler Stelle zwischen Schlosskirche und Lutherhaus lud die Subkommende zu Erfrischung und Gespräch ein. Die Themen reichten von den historischen Ereignissen der Ordensgründung im 11. Jahrhundert über die der Reformation im 16. Jahrhundert bis zu Prägungen in unserem Leben. Die Eintragungen in das Gästebuch  spiegeln empfundene Gastfreundschaft und belebende, informative Gespräche wider, die - wie ein Gast schrieb – in dieser Form heute selten geworden sind.

Mit der Frage „Werden wir stärker, wenn wir Schwachen helfen?“ konzipierte die Ordensgemeinschaft ihren Film „Stille Helden“, der an drei Beispielen aus dem Johanniteralltag in Oldenburg junges, beeindruckendes ehrenamtliches Engagement zeigt. Der berührende Film bot ebenso Gesprächsstoff wie die Diashow über Altäre, Kanzeln und Taufen von Ludwig Münstermann im Oldenburger Land aus dem 17. Jahrhundert. Dessen heute vielfach noch unterschätztes Schaffen stand unter dem Einfluss von Lucas Cranach und der Reformation.

Eingeleitet wurde das Reformationsengagement der Johanniter durch die Einladung an sechs Studierende nach Wittenberg, um in einer Schreibwerkstatt im April dieses Jahres über spürbare seismografische Veränderungen in der Kommunikation nachzudenken. Heute hätten Luther und andere Reformatoren wohl solche disruptiven Strömungen aufgenommen und sie beherzt im Stil ihrer Verkündigung berücksichtigt.

Seit mehr als 900 Jahren ist es Aufgabe der Johanniter, Kranke zu pflegen, sich der Schwachen anzunehmen und so für den christlichen Glauben einzustehen. Der Johanniterorden mit Sitz in Berlin wird von über 4.000 Ordensmitgliedern getragen. In Oldenburg arbeitet eine Subkommende mit 40 Mitgliedern. Zugleich ist hier der Sitz des Regionalverbandes Weser-Ems der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH). Der Johanniter-Hilfsgemeinschaft (JHG) Oldenburg geht es um Hilfe in der Nachbarschaft, zum Beispiel durch einen Besuchsdienst.