Eine Uhr, Blumen und beinahe 34 Paletten Soßenpellets

Stefan Greiber - Berne, 26. August 2017

Mit drei Zahlen beschrieb Diether Liedtke, Ortsbeauftragter des Ortsverband Stedingen der Johanniter-Unfall-Hilfe, die Bedeutung der Lebensmittelausgabe Radieschen in ihrem zehnten Jahr des Bestehens. „160 Kunden hatten wir beim Beginn“, berichtete er während eines kleinen Empfangs zum 10. Geburtstag der Einrichtung. „250 waren es vor vier Jahren, als wir die neuen Räume hier an der Weserstraße in Berne bezogen haben. Und 600 sind es zurzeit.“ Trotz des sozialen Netzes in Deutschland gibt es immer mehr Menschen, die auf Unterstützung durch Einrichtungen wie Radieschen angewiesen sind. „Mit dem sozialen Netz ist es wie in der Fischerei“, sagte Liedtke. Nicht die Größe des Netzes sei entscheidend, sondern die Größe der Maschen. „Sind die Maschen zu groß, fallen die kleinen Fische hindurch“, brachte es Liedtke auf den Punkt. Deshalb sei er sehr dankbar für das ehrenamtliche Engagement aller Helferinnen und Helfer rund um Radieschen. Besonders freue er sich, dass es ehemalige Nutzer der Lebensmittelausgabe gebe, die wieder Boden unter den Füßen hätten und jetzt etwas von der Hilfe zurückgeben, die sie damals bekommen haben.

Franz Bittner, Bürgermeister der Gemeinde Berne, überbracht auch im Namen seiner ebenfalls anwesenden Amtskollegin Regina Neuke aus Lemwerder den Dank der Kommunen für die Arbeit der Radieschen. Die Johanniter-Lebensmittelausgabe versorgt Menschen aus Berne, Lemwerder und Elsfleth. Bittner überreichte zum Dank eine Gemeinde-Uhr. Beate Hagen, Präsidentin der Damen-Lions Mimi Leverkus hatte viele Grüße im Gepäck, Dr. Michael Adam von der Delmenhorster Tafel einen Blumenstrauß für Christa Wedemeyer, langjährige und sehr aktive Helferin der Lebensmittelausgabe Radieschen. Das Gepäck von Manfred Jabs, Vorstandsmitglied des Landesverbands der Tafeln in Niedersachsen und Bremen und Leiter der Bremerhavener Tafel, war dagegen deutlich handfester. „Wir haben einige Kartons Schokoriegel mitgebracht, denn die Erfahrung zeigt, dass jeder, der ein hartes Leben führt, etwas braucht, was ihm dieses Leben versüßt.“ Die Bremerhavener Tafel versorgt zurzeit mehr als 10.000 Menschen. Das gehe nur mit viel Unterstützung von Händlern und Lebensmittelherstellern. Zum Beispiel habe erst vor einigen Tagen ein Hersteller von Tiefkühl-Meeresfrüchten 34 Paletten mit Soßenpellets gespendet. „Eigentlich wollten wir die als Gastgeschenk mitbringen“, sagte Jabs lachend. „Aber das war uns dann doch zu schwer.“