Finanzierung für Sprachkurs ein weiteres Jahr gesichert

Stefan Greiber/Foto: Ralf Klöker - Wittmund, 26. Mai 2017

Finanzierung für Sprachkurs mit Kinderbetreuung ein weiteres Jahr gesichert. Vorne von rechts: Sprachdozentin Beate Rosenberg-Arens, Betreuungskraft Gunda Hobbie, Sprachdozentin Ranya Fouani und Dagmar Baumeister vom Landkreis Wittmund.
Foto: Ralf Klöker/Landkreis Wittmund

Vor einem Jahr startete der Landkreis Wittmund in Kooperation mit der Familienbildungsstätte in den Räumen des Ortsverbands Wittmund der Johanniter-Unfall-Hilfe mit Sprachkursen für Flüchtlinge, jetzt wurde die Förderung für ein weiteres Jahr genehmigt. Förderung vom Bund gibt es zwar nicht mehr, die Kosten teilen sich jetzt das Land Niedersachsen und der Landkreis Wittmund. Die Kosten sind überschaubar: die Dozentinnen arbeiten ehrenamtlich, die Johanniter stellen die Räume kostenlos zur Verfügung und haben sie sogar eigens für die Kurse eingerichtet.. Das Besondere: Im Nachbarraum haben die Johanniter eine Kinderbetreuung eingerichtet, so dass auch Familien mit kleinen Kindern den Sprachkurs besuchen können. Zurzeit sind es ausschließlich Frauen. „Anfangs waren auch einige Väter dabei“, erzählt Dagmar Baumeister vom Landkreis Aurich. Doch die sind nach und nach in andere Sprachkurse gewechselt.

Frauen seien ohnehin die vordringlichste Zielgruppe gewesen. „Wir wollen auch Müttern Zugang zu Sprachkursen bieten und sie außerdem untereinander vernetzen“, sagt Baumeister. Die Frauen sollen sich kennenlernen und sich bei Bedarf gegenseitig helfen. Rund 20 Familien nehmen zurzeit teil, die Fluktuation ist hoch. Einige sind während des Kurses schwanger geworden, ausgestiegen und sind jetzt mit ihren Säuglingen wieder dabei. Andere haben Wittmund verlassen. Für die Sprachdozentinnen ist das eine große Herausforderung. Ranya Fouani ist eine von ihnen. Sie ist in Wittmund geboren worden, spricht fließend Arabisch und arbeitet unter anderem als Dolmetscherin. Zweimal wöchentlich drei Stunden am Vormittag hilft sie Flüchtlingsfrauen, Deutsch zu lernen. Oft nehmen auch die Kinder am Kurs teil. „Einige konnten anfangs kein Wort Deutsch, machen konnten noch gar nicht sprechen“, erzählt Ranya Fouani. „Aber die Kinder lernen unglaublich schnell und übersetzen teilweise schon für ihre Mütter.“ Und das, obwohl die Frauen sehr fleißig lernen. „Viele üben zuhause weiter“, sagt Ranya Fouani, die die Familien auch bei Behördenangelegenheiten berät, amtliche Schreiben übersetzt oder bei Arztbesuchen begleitet.

Hamzia Sarwawi ist vor vier Jahren aus Afghanistan gekommen. Die 27-Jährige ist seit zwei Monaten im Kurs, obwohl sie schon gut Deusch spricht. „Ich muss noch besser schreiben können“, sagt sie. Sie hat vier eigene Kinder und zudem zwei Pflegekinder von Verwandten, die ohne ihre Eltern nach Deutschland geflohen sind. „Das Leben in Afghanistan ist furchtbar“, sagt sie. Die Kinder können nicht zu Schule gehen, weil es zu gefährlich ist. „Ich will aber, dass sie was lernen und es künftig besser haben.“ Sahar Kahasem stammt aus Damaskus in Syrien. Die 35-Jährige kam Anfang 2016  nach Deutschland. „Ich brauche die Sprache, um hier leben zu können. Wenn ich zum Arzt gehe oder den Kindern bei den. Hausaufgaben helfen möchte, muss ich die Sprache können.“ Für die 26-jährige Yassim Alkalir ist für das Ankommen in Deutschland nicht nur die Sprache wichtig, sondern auch der Sport. Sie spielt Volleyball im MTV Wittmund.