Johanniter stark im EU-Katastrophenschutz

Rendsburg/Tinglev, 29. Januar 2018

EURACARE Flight & Shelter ist eine neue Einheit im Katastrophenschutz-verfahren der Union, welche EU-Bürger in weltweiten Krisensituationen evakuieren kann. Als Gemeinschaftsprojekt der Johanniter-Unfall-Hilfe, der Flugbereitschaft der slowakischen Regierung, des slowakischen Arbeiter-Samariter-Bundes und der österreichischen Landesregierung der Steiermark ist das Team in der Lage, mit einem Airbus A319 schnell und unkompliziert in Krisenregionen zu fliegen, um EU-Bürger zurück nach Europa zu transportieren. Vom 25. bis 29. Januar übte die Komponente innerhalb der europäischen Katastrophenschutzübung (EU-ModEX) in Tinglev, Süd-Dänemark und dem Norden Schleswig-Holsteins in Rendsburg. Hier hat sie ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Insgesamt nahmen Module und Einheiten aus zwölf Staaten mit 194 Teilnehmern teil. Mehr als 100 Verletztendarsteller, Trainer und Beobachter waren vor Ort dabei. Auch zwei Hamburger Johanniter aus Hamburg trainierten den Katastrophenfall: Andreas Seipelt im Bereich Logistik, seine Kollegin Steffi Sasse im Bereich IT. Ehrenamtliche Johanniter aus Harburg und Kiel unterstützten die Übung unter anderem als Verletztendarsteller.

„Dieses Gemeinschaftsprojekt ist einzigartig im Katastrophenschutzverfahren der Union und zielt auf die neuen Lagen, die sich in den letzten Jahren herausgebildet haben“, sagt Harm Bastian Harms, Leiter Internationale Projekte und Kooperationen der Johanniter-Unfall-Hilfe mit Sitz in Hamburg und Berlin. Ziel ist es, nach der Übung eine Registrierung für CECIS vorzunehmen - ein System, welches den Informationsfluss der beteiligen EU-Länder unterstützt - um im Krisenfall schnell alarmiert werden zu können.

Deutsche, finnische und ungarische Johanniter haben in einem 20-köpfigen multinationalen Team einen Hilfseinsatz nach einem Erdbeben simuliert und die Übung fachlich begleitet. Das Team hat betroffene Menschen psychosozial betreut, medizinisch versorgt sowie logistische Unterstützung angeboten, um sie dann in ihre Heimatländer transportieren zu können. Weitere EU-Module für den Bereich „Suchen und Retten“ sowie medizinische Versorgungseinheiten aus Finnland, Italien, Rumänien, den Niederlanden, Polen und Frankreich nahmen ebenfalls an dieser Übung teil.

Über EURACARE Flight & Shelter

Ob Naturkatastrophen oder politische Krisen – immer wieder kommt es zu Situationen, in denen größere Gruppen von EU-Bürgern aus einer betroffenen Region ausreisen müssen. Oft sind die Kapazitäten von Flughäfen oder Hafen vor Ort ausgelastet oder beschädigt. Menschen sammeln sich an Verkehrsknotenpunkten und kommen nicht weiter. Hier setzt das Projekt EURACARE Flight & Shelter an. Es bietet konsularische Unterstützung für betroffene Botschaften, bietet Unterkunft für bis zu 100 Personen sowie psychosoziale Betreuung und medizinische Versorgung für leicht und mittelschwer verletzte Personen. Durch das projekteigene Flugzeug können bis zu 69 Personen pro Flug ausgeflogen werden. Die psychosoziale und medizinische Betreuung ist auch während des Fluges abgesichert.

Über EU-ModEX

Europaweite Katastrophenschutzübungen sind Teil des Europäischen Zivilschutz-Mechanismus. Die EU-ModEX in Tinglev ist die zweite von fünf europaweiten Übungen bis September 2018. Die Johanniter nehmen nicht nur mit einem Einsatzteam daran teil, sondern leiten diesen Übungszyklus federführend.

Mit der Johanniter-Auslandshilfe leisten die Johanniter in über 20 Katastrophen-, Krisen- und Konfliktregionen weltweit humanitäre Hilfe.

 

 

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