Bundesweites Leuchtturmprojekt startet in Hamburg

Hamburg, 04. Dezember 2017

Foto: Daniel Reinhardt

Das Hamburger Pilotprojekt "NetzWerk GesundAktiv" (NWGA) hat weiter Fahrt aufgenommen: Ende November hat die Koordinierende Stelle des NWGA am Albertinen-Haus - Zentrum für Geriatrie und Gerontologie - eröffnet. Die Koordinierende Stelle betreut die Teilnehmer des Projekts, koordiniert die Versorgung und berät in allen Fragen. Das Ziel des NWGA: Älteren Menschen in Hamburg-Eimsbüttel ein längeres selbstständiges und selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden ermöglichen. Gefördert wird das Projekt vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Die Hamburger Johanniter sind als Experten für den Bereich Notrufsystem an dem Projekt beteiligt.

"Auch in Hamburg ändert sich die Altersstruktur spürbar: Derzeit leben hier rund 90.000 Menschen, die 80 Jahre oder älter sind. Schon 2020 wird die Zahl der über 80-Jährigen um mehr als 25 Prozent höher sein. Deshalb brauchen und fördern wir Projekte, die die zukünftige Versorgung verbessern. Solch ein Projekt ist "NetzWerk GesundAktiv". Es kombiniert regionale Angebote zur zeitgemäßen Versorgung von Seniorinnen und Senioren im Quartier. Mit der Eröffnung der Koordinierenden Stelle wird ein weiterer Schritt hin zu einer noch besseren Versorgung älterer Menschen in Hamburg gemacht", so Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks bei der Eröffnung.

Seit Anfang Oktober schreiben die beteiligten Krankenkassen - neben der federführenden Techniker Krankenkasse (TK) auch die BARMER, die DAK-Gesundheit und die KNAPPSCHAFT - potenzielle Projektteilnehmer an. Diese erhalten von ihrer Krankenkasse Informationen und einen Fragebogen, der ausgefüllt und an die Koordinierende Stelle geschickt werden muss. Auf dieser Basis werden die Teilnahmevoraussetzungen in einem ersten Schritt geprüft. Insgesamt können 1.000 Versicherte am NWGA teilnehmen.

Die Grundlage für die Versorgung der Teilnehmer bilden umfassende Untersuchungen und Tests, die im Albertinen-Haus durchgeführt werden. In der Koordinierenden Stelle erhalten die Teilnehmer im persönlichen Gespräch dann einen individuellen Unterstützungsplan. Sie werden bei der Umsetzung durch einen Ansprechpartner betreut und beraten. Für den Unterstützungsplan werden Maßnahmen aus verschiedenen Modulen bereitgehalten: "Rehabilitation vor und während der Pflegebedürftigkeit", "Hilfen für Angehörige", "Beratung und Demenz" oder "Förderung der Gesundheitskompetenz". Ebenso behält die Koordinierende Stelle vorhandene regionale Quartiersangebote im Blick und vermittelt auch diese bei Bedarf. Darüber hinaus erhalten alle Teilnehmer einen Tablet-PC mit dem technischen Unterstützungssystem PAUL (Persönlicher Assistent für unterstütztes Leben). Mit PAUL können die Teilnehmer unter anderem Nachrichten senden und empfangen oder Termine verwalten.

Aufgrund ihrer Expertise im Bereich Notrufsysteme übernehmen die Johanniter im Zuge des Projektes NetzWerk GesundAktiv (NWGA) die Bereitstellung einer 24/7 besetzten Notruf- und Servicezentrale. Das im Rahmen des Projektes zur Verfügung gestellte Tablet bietet den NWGA-Teilnehmern die Möglichkeit, über ein angeschlossenes Notrufgerät der Johanniter einen Hilferuf an die Service- und Notrufzentrale abzusetzen. Eingehende Notrufe werden rund um die Uhr persönlich entgegengenommen und entsprechende Hilfeleistungen angestoßen - zum Beispiel über einen Einsatzdienst, der bei Bedarf zu dem jeweiligen Teilnehmer hinfährt.

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