Johanniter aktiv im europäischen Katastrophenschutz

Berlin, 16. Oktober 2017

Alexandra Busemann aus Hinrichshagen nimmt an EU-Übung in Liverpool teil

Dr. Alexandra Busemann, ehrenamtliche Helferin der Johanniter aus Hinrichshagen und Mitglied der Soforthelferschaft der Johanniter-Auslandshilfe

Dr. Alexandra Busemann, ehrenamtliche Helferin der Johanniter aus Hinrichshagen und Mitglied der Soforthelferschaft der Johanniter-Auslandshilfe, hat vom 11. bis 15. Oktober an einer Katastrophenschutzübung der europäischen Union (EU-ModEX) in Liverpool teilgenommen. Für die Johanniter-Soforthelferschaft ist dies der erste Einsatz nach ihrer Klassifizierung als Emergency Medical Team durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Juni 2017.

Bei dieser Übung hat ein Team von 25 Soforthelfern der Johanniter-Auslandshilfe gemeinsam mit weiteren Teams aus Frankreich, Island und Italien einen Hilfseinsatz nach einem Erdbeben simuliert. Das Emergency Medical Team (EMT) der Johanniter-Auslandshilfe war dabei für die medizinische Versorgung der betroffenen Bevölkerung zuständig. Die Ärzte, Rettungsassistenten, Hebammen und weitere Spezialisten des Johanniter-EMT sind in der Lage, mindestens 50 Patienten pro Tag ambulant und mobil zu versorgen.

Dr. Alexandra Busemann, Soforthelferin der Johanniter aus dem Regionalverband Mecklenburg-Vorpommern Nord, hat dabei die Position einer Ärztin eingenommen. Sie hat bereits seit 2011 an zahlreichen internationalen Fieldcamps der Johanniter-Auslandshilfe teilgenommen und unter anderem in Togo gearbeitet, damals noch als Medizinstudentin. Im Regionalverband Mecklenburg-Vorpommern Nord ist die Ehrenamtliche außerdem als stellvertretende Staffelleiterin der Johanniter-Rettungshundestaffel Stralsund engagiert.

Schon vor Beginn der Übung wurde ein Johanniter-Sattelschlepper mit medizinischem Gerät und Einsatzmaterial nach England transportiert. Dort wurde es vom Einsatzteam empfangen und nach den Vorgaben der WHO eingesetzt.

"Über ein Jahr haben wir darauf hingearbeitet, die Klassifizierung durch die WHO zu erhalten. Diese Übung in Liverpool ist die Gelegenheit, die Resultate unserer Arbeit im Einsatz zu erproben", sagt Oliver Rodewald, Leiter der Soforthilfe der Johanniter-Auslandshilfe.

Die EU-ModEX

Europaweite Katastrophenschutzübungen sind Teil des Europäischen Zivilschutz-Mechanismus. Die EU-ModEx ist die erste von fünf europaweiten Übungen bis September 2018. Die Johanniter nehmen nicht nur mit einem Einsatzteam daran teil, sondern leiten diesen Übungszyklus federführend.

Das Emergency Medical Team der Johanniter-Auslandshilfe

Die Johanniter-Auslandshilfe ist im Juni 2017 von der WHO als erstes Team weltweit in der Kategorie Emergency Medical Team mobile 1 (EMT1-Mobil) klassifiziert worden. Die Klassifizierung reguliert künftig den Zugang zu Katastrophengebieten, um bei Naturkatastrophen oder Epidemien schnell und vor allem gut koordiniert Menschenleben retten zu können. Die EMT-Klassifizierung wurde als grundlegende Neuerung in Reaktion auf die Koordinationsprobleme nach dem Erdbeben 2010 in Haiti und zur Sicherung der Qualität in der medizinischen Versorgung der Betroffenen eingeführt. Der Einsatz von nicht klassifizierten medizinischen Teams in der internationalen Katastrophenhilfe wird damit zukünftig deutlich unwahrscheinlicher werden.

Die Johanniter-Auslandshilfe

Die Auslandshilfe der Johanniter-Unfall-Hilfe leistet in über 20 Katastrophen-, Krisen- und Konfliktregionen Hilfe für besonders betroffenen Menschen. Oberste Ziele der Arbeit der Auslandshilfe sind das Überleben der Menschen nach Katastrophen und während anhaltender Krisen sowie die langfristige Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Menschen in gefährdeten Ländern. Mehr Informationen gibt es unter www.johanniter-auslandshilfe.de

Bildergalerie der Katastrophenschutzübung der europäischen Union (EU-ModEX) in Liverpool:

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