Rückblick: Beginn der Flüchtlingshilfe bei den Johannitern im Norden

Hamburg, 14. August 2017

In zahlreichen Städten in Schleswig-Holstein, in Mecklenburg-Vorpommern und in der Hansestadt Hamburg sind die Johanniter aktiv und helfen Flüchtlingen in Not. Hier geben wir einen Rückblick auf die Aktionen in den Jahren 2015 und 2016. Bereits seit Mai 2015 gibt es im Landesverband Nord Aktionen zur Unterstützung und Integration von Flüchtlingen.


„Flüchtlingshilfe Wellenkamp“

In der Begegnungsstätte Wellenkamp in Itzehoe organisieren die Johanniter seit Mai 2015 das Projekt „Flüchtlingshilfe Wellenkamp“. Es umfasst drei regelmäßige Angebote: ein Internationales Café, Spielenachmittage und Ausflüge. Beim Internationalen Café treffen sich Flüchtlinge und Nachbarn aus dem Stadtteil einmal pro Woche, tauschen sich aus, erhalten Deutschunterricht und andere Hilfen. Gemeinsam mit den lokalen Sportvereinen bieten die Johanniter auch verschiedene In- und Outdoor-Aktivitäten an. Das integrative Projekt „Flüchtlingshilfe Wellenkamp“ ist im August 2015 mit dem Town & Country Förderpreis in Höhe von 500 Euro ausgezeichnet worden.


Erstaufnahmeeinrichtungen und Aktivitäten in Hamburg

Die Aktivitäten in der Flüchtlingshilfe begannen in Hamburg im Sommer 2015: Ende Juli 2015 packen die ehrenamtlichen Helfer der Hamburger und Harburger Johanniter bei verschiedenen Aktionen mit an, um Flüchtlinge in der Hansestadt unterzubringen. Sie halfen unter anderem, mehrere Klassenräume leer zu räumen. Zusätzlich stellten die Hamburger Johanniter der Behörde für Inneres und Sport bei Materialengpässen Zelte, Feldbetten und Biertischgarnituren zur Verfügung. Die Erstaufnahmeeinrichtung Schnackenburgallee im Westen Hamburgs erweiterten die Helfer aus Hamburg und Harburg Anfang August 2015 um zehn Zelte. Pro Einsatz sind bei diesen Aufbauarbeiten etwa 15 bis 20 Ehrenamtliche tätig.

Zum Großeinsatz kam es am 6. August 2015 bei der Umwandlung der Hamburg Messe in eine vorübergehende Flüchtlingsunterkunft: Rund 60 Helfer der Hamburger und Harburger Johanniter, der Berufsfeuerwehr und Freiwilligen Feuerwehr bauten 1.000 Feldbetten in der Messehalle B6 auf. Materielle Unterstützung in Form von Decken kam von den Johannitern aus Hannover. Noch während der Aufbauarbeiten trafen die ersten Bewohner der Unterkunft ein.

Rund 1.000 Flüchtlinge wurden in der Messe bis Ende September beherbergt. Zu Beginn der Messesaison sind die Flüchtlinge auf neue Unterkünfte verteilt worden.

 

Zur Entwicklung in Hamburg:

Nach einer spontanen Anfrage der Hamburger Innenbehörde haben die Hamburger Johanniter mit Unterstützung der Harburger Johanniter am 9. Oktober 2015 den Betrieb einer Notunterkunft in einer Freifeldsporthalle in der Wendenstraße übernommen - mit sofortiger Wirkung. Insgesamt 250 Flüchtlinge sind hier untergebracht. Die Johanniter sind rund um die Uhr zuständig für die Versorgung, Sicherheit und Betreuung der Flüchtlinge. Zum 31. März 2017 ist die Einrichtung planmäßig geschlossen und die verbliebenen Bewohner auf Einrichtungen in der Umgebung verteilt worden.


Am Freitag, den 16. Oktober 2015, haben die Hamburger Johanniter eine weitere Erstaufnahme für Flüchtlinge in Hamburg-Stellingen in Betrieb genommen. Die ehemalige Halle des Elektromarktes MediMax an der Kieler Str. 433 bietet Platz für ca. 450 Menschen. Dank der Unterstützung vom THW, der Bundeswehr, Anwohnern und ehrenamtlichen Johannitern waren Samstagnacht um ca. ein Uhr alle neuen Bewohner versorgt. In der Erstaufnahme Kieler Straße setzen die Johanniter gemeinsam mit Plan International seit März 2016 ein Modellprojekt zum Kinderschutz um, das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird. Das Projekt soll in Zukunft auf weitere Einrichtungen in ganz Deutschland ausgeweitet werden. Im Juli 2017 ist die Einrichtung planmäßig geschlossen und alle Bewohner auf andere Einrichtungen verteilt worden.

Die Inbetriebnahme des Objekts Wiesendamm 24 in Hamburg-Barmbek erfolgte am Samstag, den 17. Oktober. In der ehemaligen Theaterwerkstatt leben rund 250 Flüchtlinge. Dank der zahlreichen Unterstützer der Bürgerinitiative "Welcome to Hamburg-Barmbek" konnte die Unterkunft innerhalb von Stunden am Samstag hergerichtet werden. Ab 10 Uhr wurde aufgeräumt, um 21 Uhr zogen die ersten Bewohner ein. Die Einrichung in Barmbek ist in der Zwischenzeit planmäßig wieder geschlossen worden, da der Mietvertrag ausgelaufen war.

Das Hamburger Oberverwaltungsgericht hat am 18. April 2016 entschieden, dass die Erstaufnahmeeinrichtung am Fiersbarg in Lemsahl-Mellingstedt weiter gebaut und betrieben werden darf. Damit hat das Gericht der Beschwerde der Stadt Hamburg gegen einen Eilantrag einiger Anwohner stattgegeben. Monatelang ruhte der Betrieb auf dem Gelände der Erstaufnahme. In der Unterkunft sollen in 17 Wohncontainerblöcken bis zu 252 Flüchtlinge befristet für drei Jahre untergebracht werden. Im Mai 2016 ist die Einrichtung von den Johannitern in Betrieb genommen worden.
An allen Hamburger Einrichtungen kooperieren die Johanniter mit lokalen Bürgerinitiativen, die sich ehrenamtlich um Deutschunterricht, Kinderbetreuung und zahlreiche andere Aktivitäten mit den Flüchtlingen kümmern.
In Zusammenarbeit mit der Initiative "Refugees Welcome Karoviertel" finden ehrenamtliche, gynäkologische Sprechstunden in den Erstaufnahmeeinrichtungen der Johanniter statt. Ehrenamtliche Hebammen und Gynäkologinnen der ermöglichen mit den Sprechstunden den Bewohnerinnen der Erstaufnahmen ein niedrigschwelliges ärztliches Angebot in geschützter Atmosphäre von Frau zu Frau.

Weitere Informationen zu den Aktivitäten der Hamburger Johanniter: 040 65054-0


Flüchtlingshilfe in Kiel

Im Herbst und Winter 2015 kamen zahlreiche Flüchtlinge am Kieler Hauptbahnhof an, die keine Möglichkeit der Weiterreise nach Schweden hatten und eine Übernachtungsmöglichkeit benötigten. Deshalb wurde kurzfristig eine Notunterkunft für Transitflüchtlinge für bis zu 300 Menschen in der Markthalle am Bootshafen eingerichtet. Die Johanniter unterstützten vor Ort mit dem Rettungs- und Sanitätsdienst.

In  Kiel haben die Johanniter die Trägerschaft einer neuen Landesunterkunft am Niemannsweg (LUK Kiel II) übernommen.  In dem Gebäude des ehemaligen Wehrbereichskommandos Küste (WBK) direkt an der Kieler Förde ist Platz für etwa 500 Menschen. Im Frühjahr 2016 sind die ersten Bewohner in die Unterkunft eingezogen. Die Johanniter kooperieren vor Ort mit der Bürgerinitiative "Kiel hilft Flüchtlingen". In der Zwischenzeit ist die Landesunterkunft wieder geschlossen worden.


Landesunterkunft Camp Itzehoe unter Johanniter-Leitung

Die Johanniter aus Itzehoe haben am Wochenende 26./27. September eine Landesunterkunft auf dem ehemaligen Prinovis-Gelände eingerichtet. Unterstützung kam von der Bundeswehr, dem Reservistenverband, Feuerwehr, THW und Polizei. Durch die gute Zusammenarbeit der Organisationen konnte die Unterkunft in so kurzer Zeit fertiggestellt werden. Am Montag, 28. September, trafen die ersten 200 Flüchtlinge ein. Die Johanniter waren in der ehemaligen Druckerei hauptsächlich für deren Registrierung und Betreuung zuständig. Die Hallen der Landesunterkunft Itzehoe, bekannt als "Camp Itzehoe", stehen seit Jahresende übergangsweise leer. Alle Bewohner sind auf umliegende Kommunen verteilt worden. Die zukünftigen Gäste der Landesunterkunft werden nicht mehr in den Hallen der ehemaligen Druckerei, sondern in Wohncontainern auf dem Campgelände untergebracht. Die rund 540 Einheiten bieten Platz für bis zu 2000 Bewohner. Vorerst wird die Unterkunft jedoch nicht wieder eröffnet, da es ausreichend Kapazitäten an anderen Orten gibt. Das entschied das Innenministerium Schleswig-Holstein im April 2016. Stattdessen soll die Unterkunft als Reserve dienen, falls die Flüchtlingszahlen im Bundesland wieder steigen.


Grenzenlose kollegiale Hilfe

Spontane Unterstützung für die Johanniter aus Niedersachsen leisteten 28 Helfer aus den Bereichen Sanitätsdienst, Rettungsdienst, Logistik und Pflegedienst aus Lübeck und Ostholstein: Am Sonntagmorgen, den 6. September 2015, baten die Kollegen um dringende Hilfe bei der Einrichtung und Einquartierung einer Flüchtlings- Notunterkunft in Lüchow (Landkreis Lüchow-Dannenberg). Ihre eigenen personellen Kapazitäten waren erschöpft, da die Flüchtlingsunterkunft für 514 Flüchtlinge spontan innerhalb von 18 Stunden eingerichtet werden musste. Nur zwei Stunden nach dem Hilfeersuchen brachen die Ehrenamtlichen mit zehn Fahrzeugen, darunter Rettungs- und Gerätewagen sowie Sanitätsdienstausstattung, nach Lüchow auf. Alle Flüchtlinge wurden unter Mitwirken von vier Ärzten und Dolmetschern einer medizinischen Erstsichtung unterzogen, durch die Polizei registriert und einquartiert - der Letzte der 514 Flüchtlinge bezog sein Zimmer nachts um 2:30 Uhr. Auch den Sanitätswachdienst bis Montagfrüh um 8:00 Uhr übernahmen die Helfer, bis sie ihrerseits von Kollegen aus Niedersachsen abgelöst wurden. Darüber hinaus versorgte der Sanitätsdienst der Johanniter aus Lübeck die Flüchtlinge, die am 8. September am Lübecker Bahnhof strandeten und auf eine Weiterfahrt nach Schweden warteten.

Auch zwei Ehrenamtliche aus dem RV Harburg unterstützten verbandsübergreifend: Sie halfen den Johannitern in Niedersachsen vom 7. bis 11. September in der Notunterkunft in Lüchow aus, zwei weitere Harburger unterstützten vom 28. September bis 2. Oktober in der niedersächsischen Notunterkunft Oerbke (Bad Fallingbostel). Fünf Tage lang arbeiteten die beiden Johanniter aus der Tagespflege "Haus am Feuerteich" im Bereich Sanität und bereiteten Flüchtlinge auf die ärztliche Versorgung vor. Die Einrichtung bietet Platz für bis zu 1400 Asylsuchende.


Aktionen in Harburg

Zwei ehrenamtliche Helfer der Harburger Johanniter haben am 7. Oktober 18 Flüchtlingen Grundlagen in Erster Hilfe beigebracht. In der Grundschule Auetal schauten sie sich zunächst ein Video über Erste-Hilfe-Maßnahmen an. Anschließend übten die Kursteilnehmer unter anderem die stabile Seitenlage, die Herz-Lungen-Wiederbelebung und wie ein Druckverband angelegt wird. Eine Dolmetscherin sorgte dabei für gegenseitige Verständigung.

Harburger Helfer haben an mehreren Terminen im November und Dezember im Winsener Kreishaus bei der Erstaufnahme von insgesamt rund 150 Flüchtlingen geholfen. Die Johanniter unterstützten die Mitarbeiter des Landkreises gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern des DRK, der Freiwilligen Feuerwehr, des Herbergsvereins und des Evangelischen Kirchenkreises Winsen.


Aktivitäten in Lübeck

Die Johanniter in Lübeck haben seit Mitte September eine vorübergehende Flüchtlings-Notunterkunft in einer ehemaligen Grundschule im Stadtteil Moisling betreut. Zusammen mit den Helfern des DRK haben die Johanniter die dreigeschossige leerstehende Schule samt Turnhalle hergerichtet und haben seit dem Einzug der Flüchtlinge die Menschen vor Ort betreut. Nach einer anfänglichen Vollbelegung mit 200 Flüchtlingen, haben dort etwa 140 Menschen gelebt, da die Sporthalle als Aufenthalts- und Essensraum umgestaltet wurde. Es hat ein provisorisches Helfer-Büro, eine Kleiderkammer, Materiallager und Spielmöglichkeiten im Innen- und Außenbereich gegeben, die Unterbringung der Flüchtlinge ist auf Feldbetten in den früheren Klassenzimmern gewesen. Vor Ort haben ein Sicherheitsdienst rund um die Uhr und die Polizei bei Bedarf unterstützt. Seit dem 1. Oktober ist die Notunterkunft wieder geschlossen. Alle Bewohner der Unterkunft sind auf dem Gelände des Volksfestplatzes untergebracht worden.


Ebenfalls gemeinsam mit dem DRK betreuen die Johanniter seit September eine Landesunterkunft für Flüchtlinge auf dem Lübecker Volksfestplatz. Das Containerdorf bietet Platz für über 1000 Flüchtlinge.
Zum 7. Dezember wurde die Schule auf dem Gelände der Landesunterkunft Lübeck eröffnet und die ersten Kinder eingeschult. Vier Deutsch-als-Zweitsprache-Kräfte der Gotthard-Kühl-Schule in Lübeck übernehmen dort in zwei Gruppen mit jeweils ca. 15 Kindern den Unterricht. Mit einem weiteren Projekt wollen sich die Johanniter noch besser auf die Betreuung der Flüchtlinge vorbereiten: Ab sofort finden in der Lübecker Einrichtung Arabisch-Kurse für Mitarbeiter statt. Es gab im Vorfeld großes Interesse an diesen Kursen, um die Kommunikation mit den Bewohnern zu erleichtern. Gelernt wird zweimal wöchentlich abends nach Dienstschluss. Im Sommer 2016 ist die Einrichtung, die nur auf wenige Monate angelegt war, planmäßig geschlossen worden, die Flüchtlinge auf andere Unterkünfte verteilt worden.

Von den Einrichtungsschließungen in Schleswig-Holstein ist auch die von den Johannitern betriebene Landesunterkunft in Wentorf betroffen. Die Einrichtung bietet Platz für bis zu 350 Menschen. Sie war gerade für Umbauarbeiten geschlossen worden und wird nach der Entscheidung des Innenministeriums nicht wieder eröffnet. Noch bis zum 31. Mai bleibt die Einrichtung erhalten. Nach Ansicht des Ministeriums ist die Schließung aufgrund der überschaubaren Größe auch bei steigenden Flüchtlingszahlen zu vertreten.

Die Johanniter im Regionalverband Schleswig-Holstein Süd/Ost haben zum 15. Februar die Sozialbetreuung in der neuen Gemeinschaftsunterkunft für Asylsuchende in Bad Oldesloe übernommen, die erste kommunale Unterkunft für die Johanniter in der Region. Noch am selben Tag sind die ersten 17 der insgesamt 51 zumeist männlichen Bewohner in die Gemeinschaftsunterkunft in der ehemaligen Familienkasse am Sandkamp eingezogen. Stadtverwaltung, Bauhof und Johanniter haben gemeinsam die Planung und das Konzept für die Unterkunft erstellt und die nötigen baulichen Maßnahmen ausgeführt. In der Unterkunft sind nun ausreichend Küchen, Gemeinschaftsräume, Duschen und Waschmaschinen vorhanden. Die Johanniter leisten Montag bis Freitag mit jeweils zwei Mitarbeitern die Sozialbetreuung und Beratung vor Ort und sorgen für eine gute Eingewöhnung der Bewohner. Zum 11. Juli 2016 haben die Johanniter in Bad Oldesloe eine zweite Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge eröffnet. Die neue Einrichtung in der Kastanienallee mit bis zu 100 Plätzen wird wie die bestehende Einrichtung am Sandkamp von den Johannitern betreut.

Seit dem 1. August betreiben die Johanniter eine neue Gemeinschaftsunterkunft in Elmshorn in der Kurt-Wagner-Straße. Die Einrichtung bietet Platz für maximal 80 Bewohner, vorerst sollen aber nur 40 Menschen einziehen.


Projekte der Lübecker Johanniter

Mit zwei Projekten wollen die Lübecker Johanniter besonders Kinder und Jugendliche erreichen und diese schneller integrieren: „Mobilität in meiner neuen Stadt - Ein Stück mehr Sicherheit!“ heißt ein Projekt zur Verkehrssicherheit von jugendlichen Flüchtlingen, das am 10. September gestartet ist. Die Johanniter zeigen ihren Schützlingen, wie sie sich im Straßenverkehr in ihrer neuen Stadt zurecht finden können, fahren mit ihnen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, zeigen, wie man eine Busfahrkarte kauft, stellen die Verkehrsregeln vor, fahren gemeinsam Fahrrad auf dem Verkehrsübungsplatz und üben das Verhalten in Gefahrensituationen. Das Projekt findet statt in Kooperation mit der Initiative Mehrsprachigkeit e.V., dem IQSH (Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen in Schleswig Holstein) und der Polizei Lübeck und läuft über 20 Doppelstunden.

In dem Projekt „Mittagstisch für Flüchtlinge - Ein Stück mehr Heimat!“ sollen junge Flüchtlinge mehr Selbstständigkeit lernen. Gerade die neue Sprache, die Essgewohnheiten, die deutschen Sitten und die komplett andere Kultur stellen oftmals eine große Herausforderung für die Jugendlichen dar. Einmal wöchentlich gehen die Johanniter mit den Kindern und Jugendlichen gemeinsam einkaufen, kochen eine gesunde Mahlzeit und essen zusammen. Die Rezepte stammen abwechselnd aus den Herkunftsländern der Jugendlichen und vermitteln so ein Stück Heimat. Die jungen Flüchtlinge lernen ganz nebenbei den Umgang mit Geld und Lebensmitteln und erfahren Sicherheit durch die Gemeinschaft.


Betreuung von minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen in Mestlin

Drei Wohnungen unter einem Dach hat der Regionalverband Mecklenburg- Vorpommern in Mestlin im Herbst angemietet. Dort kommen bis zu zehn junge Flüchtlinge unter, die ohne ihre Eltern in Deutschland angekommen sind. Auch ein Gemeinschaftsraum ist in der Unterkunft vorhanden. Fünf hauptamtliche Kräfte sind abwechselnd rund um die Uhr als Betreuer für die Jugendlichen da und sorgen für einen regelmäßigen Alltag. Die Johanniter wollen für die zum Teil traumatisierten Jugendlichen auch eine Trauma-Sprechstunde anbieten. Alle Jugendlichen haben bereits einen Platz in einer Schule in der Region bekommen und lernen so auch Deutsch. Auch eine Kooperation mit dem lokalen Fußballverein läuft an.


Notunterkunft in Waldeck

Vom 24. September 2015 bis Mitte Februar 2016 hatten die Johanniter im Regionalverband Mecklenburg-Vorpommern Nord die Betreuung für eine Flüchtlingsnotunterkunft in Waldeck bei Dummerstorf übernommen. Die Notunterkunft war eine Turnhalle auf dem Gelände des Polizeipräsidiums. Für 105 Menschen war Platz. Die ersten 49 Bewohner der Unterkunft trafen in der Nacht zu Freitag, 25. September, ein. Mitte Februar 2016 hatte der Landkreis die Schließung der Einrichtung festgelegt. Grund dafür waren einige Auseinandersetzungen zweier Großfamilien. Die verbliebenen Bewohner wurden auf andere Einrichtungen verteilt.


RV Mecklenburg-Vorpommern Südost

Zum 1. April 2016 haben die Johanniter eine neue Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Jürgenstorf an der Mecklenburgischen Seenplatte übernommen. In dem ehemaligen Internat ist Platz für rund 230 Menschen, die jeweils zu zweit oder zu dritt in den Zimmern untergebracht sind. Mit einem Tag der offenen Tür am 6. April hat der Kreis Mecklenburgische Seenplatte den Anwohnern die Unterkunft vorgestellt. Rund 100 Jürgenstorfer waren der Einladung des Landrats gefolgt. Die ersten zwei Familien zogen Mitte April in ihr Zuhause auf Zeit ein. Neben einer Einrichtungsleitung kümmern sich vier Sozialbetreuer um die Flüchtlinge. Außerdem haben die Johanniter eine Reinigungskraft und einen Hausmeister angestellt. Ehrenamtliche Helfer bieten Deutschunterricht an, übernehmen die Kinderbetreuung und helfen den Schulkindern bei den Hausaufgaben. Auch minderjährige unbegleitete Flüchtlinge finden Platz in der Unterkunft.

 

 


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