Integrationsprojekt: Vielfalt verbindet

Bad Beversen, 23. Januar 2017

Johanniter lassen Multiplikatoren im Rahmen des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ schulen

Foto: Philipp Schulze

Insgesamt 21 hauptamtliche Mitarbeitende der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. haben sich im Rahmen des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ in der Woche vom 16. bis zum 20. Januar zu Multiplikatoren ausbilden lassen. Die interkulturelle Schulung fand im Gustav Stresemann Institut in Niedersachsen e.V. (GSI) in Bad Bevensen statt. Unter den Teilnehmern sind auch 13 Johanniter aus dem Landesverband Nord. Das im Sommer 2016 begonnene Modellprojekt „Vielfalt verbindet“ ist eines von vielen Integrationskonzepten bei den Johannitern und in seinem Umfang wegweisend für zukünftige Programme in der Arbeit mit Migranten. Am Ende der Schulungswoche in Bad Bevensen kehrten die Teilnehmer mit wertvollen Erfahrungen und neuen Blickwinkeln in ihre Verbände zurück.

Auch für das GSI ist eine derartige Kooperation Neuland. „Die enorme Zuwanderung der letzten Jahre stellt zivilgesellschaftliche Akteure wie Träger der interkulturellen Bildungsarbeit und landesweite Verbände vor die Aufgabe, Zugewanderte und Geflüchtete in ihre Aktivitäten und Strukturen einzubeziehen“, erzählt Martin Kaiser, Institutsleiter des GSI, und betont in diesem Zusammenhang die Bedeutung des Kooperationsprojekts von GSI, Johannitern und THW-Jugend. „Wir bringen in diesem Projekt unsere Expertise in interkultureller Kompetenz ein und haben bereits im Dezember erste Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der Johanniter geschult. Die Idee ist, dass sie das, was sie hier gelernt haben, anschließend im Verband weiter verbreiten und auch anwenden.“ Für das GSI ermöglicht das Projekt die konkrete Anwendung der vorhandenen interkulturellen Kompetenzen auf einen neuen Arbeitsbereich. Dadurch ist es auch möglich, neue Zielgruppen für die politische Bildung und interkulturelle Arbeit zu erschließen.

Förderer des Projektes ist neben dem Bundesinnenministerium das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung im Rahmen der Richtlinie „Migration, Teilhabe und Vielfalt“. „Unser gemeinsames Ziel ist die interkulturelle Öffnung der Verbände und die Stärkung haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitender in ihrer interkulturellen Kompetenz, um das von Vielfalt geprägte Miteinander in unserer Gesellschaft angemessen gestalten zu können“, sagt Ulrike Christiansen, Projektreferentin am GSI. „Es geht auch darum, neue Wege zu finden, um die Menschen mit Migrationsgeschichte für die Belange der Verbände zu interessieren und zu begeistern.“

In einer ersten Projektphase wurden verschiedene Module zur interkulturellen Schulung entwickelt und mit interessierten haupt- und ehrenamtlichen Multiplikatoren der Verbände durchgeführt. Die Schulungsthemen reichen von Kommunikationsmodellen, Kulturdimensionen und Wertehierarchien bis zu religiösen Einflussfaktoren, verknüpft mit dem methodischen Schwerpunkt des biografischen Arbeitens. Innerhalb des Gesamtkonzepts werden die Schulungsinhalte weiterentwickelt.

In der zweiten Phase des Projekts werden in mehreren Workshops Johanniter aus verschiedenen Arbeitsbereichen zu Multiplikatoren geschult. Sie tragen mit Hilfe des erarbeiteten Konzepts und Handlungsleitfadens die Inhalte durch weitere Schulungen in ihre Regional- und Ortsverbände. Dort sollen die Inhalte im Berufsalltag praktisch umgesetzt werden – sei es im Hauptamt oder Ehrenamt, in der Rettungswache oder der Kindertagesstätte. Ziel ist es, bis zu 2400 Mitarbeitende bei den Johannitern zu erreichen. In einer dritten Phase wird die Anwendbarkeit der Module, die den speziellen Verbandsstrukturen Rechnung tragen, auf weitere Verbände überprüft. Das Projekt trägt dazu bei, das von Vielfalt geprägte Miteinander in der Gesellschaft und somit auch bei den Johannitern angemessen zu gestalten und fördert so die Integration.

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