Johanniter für den Katastrophenschutz bestens gerüstet

Harburg/Finkenwerder, 14. September 2013

Flugzeugabsturz über Hamburg: Hilfsorganisationen übten den Ernstfall

Ein Flugzeugabsturz ist eine der größten Katastrophen, die Behörden, Feuerwehr und Hilfsorganisationen bewältigen müssen. Mit einem spektakulären Szenario war die große Hamburger Katastrophenschutzübung am 14. September, dem Tag der Ersten Hilfe, ein Vorgeschmack auf den Ernstfall.

 

Das Szenario: Zwei Flugzeuge kollidieren über dem Hamburger Stadtgebiet. Eine Passagierflugmaschine mit 70 Menschen an Bord erreicht noch den Flughafen auf dem Airbus-Gelände in Hamburg-Finkenwerder und wird bei der Bruchlandung stark beschädigt. Die zweite Maschine, ein Kleinflugzeug, stürzt auf einen belebten Wochenmarkt im Stadtteil Harburg, zerschellt, und geht in Flammen auf. Insgesamt rund 1600 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, Bundeswehr und ehrenamtliche Einsatzkräfte von Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Deutschem Roten Kreuz (DRK), der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Freiwilliger Feuerwehr, Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. (JUH), Malteser Hilfsdienst (MHD) und Technischen Hilfswerk (THW) waren beteiligt.

 

Am Schadensort Harburg erprobten die Hilfsorganisationen ihre Rettungskonzepte in einer rein ehrenamtlich organisierten und durchgeführten Teilübung. Echte Flugzeugwrackteile, ordentlich Pyrotechnik und die Hilfeschreie von geschulten Unfallmimen sorgten für eine beklemmende Atmosphäre. Für die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer galt es, über 200 Verletzte  zu retten und medizinisch zu versorgen. Darüber hinaus musste ein Toter aus einem Baum und mehrere Opfer aus dem Wasser geborgen werden. Zu den Aufgaben der Johanniter aus den Ortsverbänden Nördliches Hamburg, Mitte und Quickborn sowie Helfern aus Harburg gehörte vor allem das Schminken der Darsteller mit Kräften der Realistischen Unfalldarstellung (RUD), der Aufbau eines Behandlungsplatzes sowie der Transport der Patienten in Krankenhäuser. Fahrer des Johanniter-Fahrdienstes beförderten die Mimen zum Einsatzort und zurück.

 

In Finkenwerder eilten Johanniter der "Schnell-Einsatz-Gruppe" (SEG) zum Trümmerfeld. Die Sanitäter und Ärzte der SEG sind ein Partner der Berufsfeuerwehr Hamburg. "Nur 55 Minuten nach Alarmierung wurde der erste Patient ins Krankenhaus gebracht. Das ist sehr schnell und im Ernstfall kann jede Minute über Leben und Tod entscheiden", fasst Johanniter-Einsatzleiter Frieder Saphir die Teilübung bei Airbus zusammen.

 

Ziel der Großübung war es, die Strukturen der Rettungsorganisationen im Katastrophenfall zu überprüfen. Innensenator Michael Neumann (SPD) sagte dazu: "Übungen in dieser Größe sind ein wichtiger Baustein des Katastrophenschutzes, weil damit vorgeplante Handlungsabläufe trainiert, Kommunikationsstrukturen überprüft und Erfahrungen für den Ernstfall gesammelt werden." In Harburg habe man die Erfahrung gewonnen, dass die Zusammenarbeit der Organisationen noch verbessert werden könne, sagte Holger Poser von der Innenbehörde. Nicht alle Mimen hätten innerhalb der vorgegeben Zeit ins Krankenhaus Altona gebracht werden können. Das liege aber auch an dem sehr großen Szenario mit über 200 Verletzten, so Poser.

 

Übungsleiter und Vorstandsreferent René Wilken von den Johannitern dankte allen Einsatzkräfte, Mimen und Helfern, die die Veranstaltung möglich gemacht haben. "Schon nach zwei Minuten hat sich die Übung gelohnt, denn wir sehen, wie wir im Katastrophenschutz stehen und wo wir besser werden können."

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Ansprechpartnerin: Maria Bönisch

Helbingstraße 47
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