Friedrich-Kraft Freiherr von Rotsmann - Johanniter aus ganzem Herzen

Hamburg/Norderstedt, 18. Dezember 2015

Der Rechtsritter des Johanniterordens setzte sich Zeit seines Lebens für die Schwachen und Hilfsbedürftigen ein und engagierte sich besonders in der Auslandshilfe der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. Er starb im Alter von 91 Jahren.

Ein Nachruf.

Die Johanniter und vor allem die Johanniter-Auslandshilfe waren sein Lebensinhalt: Ihnen widmete Friedrich-Kraft Freiherr von Rotsmann, Rechtsritter des Johanniterordens, seine ganze Energie und ein Großteil seines langen, erfüllten Lebens. Am 10. Dezember 2015 ist von Rotsmann im Alter von 91 Jahren verstorben. Die Johanniter trauern um einen Helfer der ersten Stunde, der die Arbeit der Hilfsorganisation und des Ordens in Hamburg und Umgebung entscheidend mitgeprägt hat.

1924 in Berlin geboren, war seine Jugend geprägt von Krieg, dem Einsatz als Soldat in der Wehrmacht und langer Kriegsgefangenschaft in Russland. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland kam er nach Hamburg, wo er rund 30 Jahre als Sozialarbeiter und Jugend-Bewährungshelfer tätig war. Bereits 1949, im Alter von nur 25 Jahren, wurde er in den Johanniterorden aufgenommen und engagierte sich in der Hamburgischen Kommende. Bis zuletzt war Baron von Rotsmann in den drei Subkommenden Alster, Walddörfer und Grafschaft Rantzau aktiv.

Wenige Jahre nach Gründung der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. wurde von Rotsmann am 1. Januar 1960 Mitglied der Hilfsorganisation und ging für die Johanniter im In- und Ausland ehrenamtlich in den Einsatz. Darüber hinaus wirkte er von der ersten Behindertenfreizeit der Jugend im Orden als aktiver Betreuer der Gäste mit.

In der Zeit der großen Sturmflut im Februar 1962 war von Rotsmann als Helferanwärter in einer Sanitätseinheit der Hamburger Johanniter im Einsatz, verteilte Decken an frierende Sturmflutopfer auf der Veddel, leistete Erste Hilfe, wo er konnte. Der Katastropheneinsatz war für ihn der Anlass, seinen Helferlehrgang abzuschließen, und der Grundstein für seine Helferlaufbahn: Er hatte seine Lebensaufgabe gefunden. Als ehrenamtlicher Rettungswagenfahrer an der damaligen Station am Autobahnkreuz Horster Dreieck fuhr er mehrmals im Monat Dienste. In seinem Wohnort Norderstedt baute er Mitte der 1970er Jahre eine Sanitätsgruppe auf, aus der später der Ortsverband Norderstedt entstand, dem er lange als Ortsbeauftragter vorstand. Für die junge Generation der Helfer wurde er zur Vaterfigur und zum Vorbild.

Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und der Öffnung der Grenzen Anfang der 1990er Jahre entstand ein neues Aufgabenfeld für den engagierten Johanniter: Die Baltikum-Hilfe wurde ins Leben gerufen. Aus dieser erwuchs später die Auslandshilfe der Hamburger Johanniter (die heutige Osteuropahilfe). Lange Jahre begleitete Friedrich-Kraft von Rotsmann als Konvoiführer die Hilfsgütertransporte der Johanniter ins Baltikum und die ehemaligen Sowjetrepubliken. Rund 40 Hilfsgütertransporte fuhr er ehrenamtlich in den 1990er Jahren. Unter anderem ging es nach Riga, zum Beispiel zur Suppenküche der lettischen Schwesterorganisation Sveta Jana Palidziba, nach Kohtla-Järve, der Partnerstadt Norderstedts, und nach St. Petersburg. Noch mit über 80 Jahren unterstützte von Rotsmann seine Johanniter-Kollegen, wenn im Auslandseinsatzzentrum in Hamburg die monatlichen Hilfstransporte beladen wurden, bevor er sich aus gesundheitlichen Gründen immer stärker zurückziehen musste.

Als nach dem Krieg im ehemaligen Jugoslawien ehrenamtliche Helfer für die Verteilung von Hilfsgütern im Kosovo gesucht wurden, meldete sich von Rotsmann sofort. Im Winter 1999/2000 reiste der damals 75-Jährige gemeinsam mit anderen Helfern aus dem Landesverband Nord in die Bergregion 40 Kilometer östlich von Prizren. Das Johanniter-Team war im kleinen Bergdorf Rakaj stationiert. Von dort aus versorgten die Johanniter rund 15.000 Menschen in 32 Bergdörfern mit Lebensmitteln. Freiherr Friedrich- Kraft von Rotsmann verteilte ungeachtet seines Alters täglich unbeirrt gemeinsam mit seinen Teamkollegen die Hilfspakete an die Dorfgemeinschaften - oft bei eisigen Temperaturen in der abgelegenen Bergwelt. Aufgrund seiner großen Erfahrung war er für jüngere Helfer nicht nur bei diesem Einsatz eine wertvolle Führungsfigur.

Der engagierte Ehrenamtliche hat in seinem Leben zahlreiche Auszeichnungen erhalten, unter anderem das Goldene Kronenkreuz der Diakonie und das Jubiläumsabzeichen für 50 Jahre aktive Mitgliedschaft in der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.

Im hohen Alter, als er selbst nicht mehr in den operativen Diensten tätig sein konnte, war der zutiefst gläubige Johanniter in seinen Gedanken und Gebeten stets bei den aktiven Helfern. Auf den Johannistagen im Landesverband Nord war er bis zuletzt als Gast dabei.

Friedrich-Kraft von Rotsmann wird den Johannitern in lebendiger und guter Erinnerung bleiben - als Mensch, als Kollege, als Johanniter.

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