Retter auf vier Pfoten bereit für den Einsatz

Böblingen/Hamburg, 23. November 2015

Johanniter-Rettungshundestaffel: Sieben Teams bestehen Prüfung, darunter auch ein Team aus Hamburg

Sven Wandscher (Rettungshundestaffelleiter aus dem Ortsverband Nördliches Hamburg), sein Hund Balu und Christina Kunkel. Alle Fotos: Tobias Grosser/Johanniter

30.000 Quadratmeter Wald und 20 Minuten Zeit - für Menschen ist es schier unmöglich, unter diesen Bedingungen eine reglose Person aufzufinden. Für die Suche nach Vermissten sind die speziell ausgebildeten Teams der Johanniter-Rettungshundestaffeln daher unersetzliche Helfer. Nicht selten geht es bei ihrem Einsatz um Leben und Tod. Deshalb müssen die Vierbeiner alle 18 Monate gemeinsam mit ihrer Begleitperson ihre Eignung und Zuverlässigkeit unter Beweis stellen. Am vergangenen Wochenende bewährten sich sieben Teams der Johanniter und des DRK bei der Prüfung in der Flächensuche und sind damit offiziell zu Rettungseinsätzen zugelassen. Unter diesen sieben erfolgreichen Hund-Mensch-Teams war auch Sven Wandscher, Rettungshundestaffelleiter aus dem Ortsverband Nördliches Hamburg, und sein Hund Balu. Ausgerichtet haben die Prüfung gemeinsam die Johanniter-Rettungshundestaffeln aus Württemberg und Göppingen in Böblingen.

Im ersten Prüfungsteil waren die Hundeführer gefragt: Im Theorietest wurde Spezialwissen zu Themen wie Erste Hilfe, Einsatztaktik, Orientierungskunde, Statik und Bergung abgefragt. Dann ging es in die Praxis: Beim Verweistest mussten die Hunde anzeigen, dass sie einen Menschen gefunden haben. „Wichtig ist dabei, dass die Vierbeiner dem Vermissten nicht zu nahe kommen oder ihn belästigen, da der Rettungshund im Einsatzfall besonders Schwerverletzte nicht bedrängen darf“, erklärt Stefan Stroh, Rettungshunde-Prüfer von den Johannitern in Gießen. Im sogenannten Gehorsamkeitstest war anschließend Teamwork gefragt: „Das Rettungshund-Team muss als perfekte Einheit funktionieren“, erklären Stroh und seine bayerische Kollegin, Bea von Gneisenau, weiter. Nur, wenn der Hund den Anweisungen der Begleitperson exakt folgt, wird das Team zugelassen.“

Zuletzt ging es auf das rund 30.000 Quadratmeter große Waldgelände. Innerhalb von 20 Minuten mussten die Teams ehrenamtliche Verletztendarsteller auffinden, die sich zuvor im Dickicht versteckt hatten. „Die Aufgaben waren anspruchsvoll, vor allem unter den Wetterbedingungen am Wochenende. Aber Balu hat sich nicht irritieren lassen. Wir waren bestens vorbereitet“, sagt Sven Wandscher, Leiter der neuen Johanniter-Rettungshundestaffel in Hamburg. „Unsere Staffel befindet sich gerade im Aufbau. Wir hoffen, dass wir ab 2016 einsatzbereit sind."

Die Johanniter-Rettungshundestaffeln

Die Johanniter-Rettungshundestaffeln sind an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr einsatzbereit. Als Fachdienst im Rahmen des Bevölkerungs- und Katastrophenschutzes betreiben die nach DIN 13050 zertifizierten Rettungshundeteams in Zusammenarbeit mit der Polizei und den Feuerwehren die Personensuche nach Vermissten. Nur mit gültiger Zertifizierung dürfen die Rettungshundeteams in den Einsatz gehen und werden über die jeweilige Leitstelle angefordert. In der Fläche ersetzt ein Hund etwa 40 bis 50 Helfer und kann in 20 Minuten bis zu 30.000 Quadratmeter absuchen. Die Hundeführer mit ihren vierbeinigen Spürnasen engagieren sich ehrenamtlich und sind für ihre umfangreichen Aus- sowie Weiterbildungen auf Spenden angewiesen. Die Ausbildung zum Rettungshund dauert rund zwei Jahre und wird mit der Rettungshundeprüfung abgeschlossen, die alle 18 Monate aufgefrischt werden muss. Interessenten können bei einem Schnuppertraining herausfinden, ob die Aufgabe Spaß macht und ob der Hund für das intensive Training geeignet ist.

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