Geflüchtete Kinder mit kunsttherapeutischen Methoden unterstützen: Johanniter erhalten Spende

Hamburg, 16. Dezember 2016

500 Euro, mit denen Kinder in ihren Fähigkeiten gestärkt werden, sich gesund zu entwickeln

v.l.n.r.: Andreas Horchler, Ann-Nicola Jung, Dr. Sonja Pöppel, Inge Schröder

Die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. hat für ihr kunsttherapeutisches Angebot, das sich an geflüchtete Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren in Hamburger Flüchtlingsunterkünften richtet, am Donnerstag, dem 15. Dezember 2016, eine besondere Spende erhalten. Ann-Nicola Jung hatte sich in den letzten Wochen beim Vertrieb von Reinigungs- und Wellnessprodukten des Unternehmens Prowin noch mehr ins Zeug gelegt als sonst. Denn die Poppenbüttelerin wollte unbedingt die Höchstsumme für ihr "Herzensprojekt" im Rahmen eines firmeninternen Charity-Wettbewerbs zusammenbekommen.

 

"Das Wirbeln hat sich gelohnt!", strahlte die 62-Jährige am Fiersbarg bei der Übergabe des symbolischen Spendenschecks in Höhe von 500 Euro an die Johanniter-Ehrenamtskoordinatorin Inge Schröder, Dr. Sonja Pöppel,  Johanniter-Kunsttherapeutin, sowie Andreas Horchler, Vorsitzender des Vereins Lemsahl hilft, durch den die emsige Vertrieblerin von dem Projekt erfahren hatte.

 

"Kinder, die in ihren Heimatländern und auf der oft monatelangen Flucht Schlimmes gesehen und erlebt haben, werden durch die Kunsttherapie in ihren Fähigkeiten gestärkt, sich trotz belastender Erfahrungen gesund zu entwickeln", erklärt die promovierte Erziehungswissenschaftlerin Pöppel. Dass grundsätzlich Therapieplätze in der Stadt fehlen und es speziell für Geflüchtete kaum Angebote gibt, gab für sie den Anstoß, ein eigenes Angebot ins Leben zu rufen. "Die Wartelisten sind unbeschreiblich lang. Je früher aber stabilisierende Interventionen angeboten werden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich keine posttraumatische Belastungsstörung entwickelt. Malen und Zeichnen als therapeutische Ausdrucksmittel eignen sich besonders, weil sie ohne Sprachkenntnisse und interkulturell funktionieren." so Pöppel.

 

Die Flüchtlingshilfe der Johanniter in Hamburg

Der Regionalverband Hamburg der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. betreibt drei Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge in Hamburg. In den Unterkünften finden derzeit ca. 900 Menschen ein vorübergehendes Zuhause. Die Johanniter sind zuständig für die Versorgung und Sicherheit sowie die medizinische, pädagogische und psychosoziale Betreuung der Flüchtlinge. Die hauptamtlichen Mitarbeiter der Johanniter werden hierbei von zahlreichen Ehrenamtlichen unterstützt. Lemsahl hilft e.V., ein Zusammenschluss von ehrenamtlich Engagierten aus dem Stadtteil unterstützt die Johanniter-Flüchtlingshilfe beispielsweise in der Erstaufnahmeeinrichtung am Fiersbarg in Lemsahl-Mellingstedt seit dem Bestehen der Unterkunft u.a. in der Kinderbetreuung, mit Sport-und Bastelangeboten, Ausflügen in die Umgebung und Deutschunterricht für Erwachsene und Kinder. Die Geflüchteten bei ihren Integrationsbemühungen zu unterstützen, steht für die Johanniter im Vordergrund.

 

Fotos: Margareta Mensch / Johanniter