Was ist/war los im Regionalverband Hamburg?

Hamburg, 28. November 2016

Einige Schlaglichter auf das Jahr 2016

Konfetti-Regen bei der Siegerehrung auf dem Landeswettkampf am 24. September 2016. Foto: Johanniter

Seit Mitte August hat das Ehrenamt im Johanniter-Sanitätsdienst ein geradezu omnipräsentes Gesicht in der Hansestadt: Nämlich das äußerst attraktive von Angelika Marx, die seit 2003 als Rettungssanitäterin im Ortverband Nördliches Hamburg aktiv ist und nebenbei noch als Kreditspezialistin bei der Haspa arbeitet. Was steckt eigentlich dahinter, als Ehrenamtliche im Sanitätsdienst der Johanniter zu arbeiten? "Viel Arbeit und Verantwortung", weiß Anika Wenz, Zugführerin und Einsatzkoordinatorin. Vom Kölner Karneval über die Narrenparty Lilabe in Bergedorf, den Hafengeburtstag, diverse Stadtteilfeste, das EM-Fanfest, Schlagermove, Christopher Street Day und Alstervergnügen, diverse Sportveranstaltungen wie der Triathlon, Berlin Marathon und die Cyclassics bis zum Oktoberfest in der Fischauktionshalle die Liste der Veranstaltungen, auf denen die Hamburger Johanniter in diesem Jahr den Sanitätsdienst gestellt haben, ist lang. Und auch nach der Freiluftveranstaltungssaison ist noch kein Ende in Sicht. Der nächste große Einsatz der Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) und der Sanitätsdienstmitarbeiter wird beim Außenministertreffen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) am 8. und 9. Dezember sein. Die SEG kam bereits bei der Vollsperrung der Autobahn 7 Anfang September zum Einsatz. Und auch die Motorradsanitäter konnten sich nicht über Langeweile beklagen, war ihr Spezialeinsatzgebiet, als Ersthelfer schnell zu den Betroffenen durchzukommen, bei vielen Großveranstaltungen und Verkehrsstaus auf den Autobahnen rund um Hamburg gefragt. Gut, dass die Helferschaft gerade Unterstützung bekommen hat: Sieben neue ehrenamtliche Johanniter haben Ende November die Prüfung zum Sanitätshelfer bestanden. Herzlichen Glückwunsch und herzlich willkommen!

Für die Johanniter im Katastrophenschutz startete das Jahr mit einer Bombenevakuierung in Eppendorf, bei der sie für den Patiententransportzug verantwortlich waren. Die Routine in der Zusammenarbeit mit anderen Einsatzkräften bei einer Großschadenslage und einem Massenanfall von Betroffenen trainierten die Johanniter bei der Flugunfallübung auf dem Airbusgelände im Juni, einer gemeinsamen Einsatzübung mit der Freiwilligen Feuerwehr Hamburg und zwei Krankenhausübungen in den vergangenen Wochen.

Dass die Kooperation mit anderen Einheiten die eigene Arbeit voranbringt, diese Erfahrung machten auch die vier- und zweibeinigen Retter der Johanniter-Rettungshundestaffel aus Hamburg-Bergedorf bei einem ersten gemeinsamen Training mit der Johanniter-Reiterstaffel des Regionalverbands Harburg. Hunde und Pferde sollen im Ernstfall bei der Suche nach verletzten oder verirrten Personen auf alle Eventualitäten und eben auch einen gemeinsamen Einsatz vorbereitet sein. "Einige unserer in der Flächensuche ausgebildeten Hunde müssen da noch desensibilisiert werden, um sich im Ernstfall nicht von den Pferden ablenken zu lassen", erklärt Sven Wandscher, Leiter der Rettungshundestaffel, den Hintergrund für das gemeinsame Training. Auch die von der Hamburger Staffel organisierte erste bundesweite Rettungshundeprüfung, die im März in der Sachsenwaldschule in Wentorf und auf  Waldflächen in Aumühle und Dassendorf  stattgefunden hat, war ein Höhepunkt. Bei diesem "Heimspiel" schafften Jürgen Schnell und sein Hund Herr Schröder die umfangreiche Prüfung. Michael Henke und Rettungsrottweiler Louy zogen wenig später im Juni bei der Rettungshundeprüfung in Holzminden nach. Zwei neue Flächensuchhundeteams -, wenn das keine positive Jahresbilanz ist!

 

Mehr als 1400 Erste-Hilfe-Kurse jährlich stellen die Ausbildungsleiter Christian Wagner und Niklas Knippschild mit ihrem Dozentenpool auf die Beine und wirken dabei so lässig, dass man neidisch werden könnte. "Der Prozess der Kursorganisation und -abrechnung läuft jetzt noch ein bisschen geschmeidiger", berichten die beiden Mittdreißiger nicht ohne Stolz. Der Grund: eine noch bessere Kundenkommunikation. Und weil alles wie geschmiert läuft, haben sie im Laufe des Jahres wieder zwölf Praktikanten – neben Schülern auch Umschüler und Teilnehmer einer beruflichen Rehabilitation – unter ihre Fittiche genommen. "Die wollen meistens gar nicht wieder gehen", sagt Knippschild und lacht. Wen wundert es bei dieser super Organisation und Stimmung, dass mit dem Ende des Herbstlehrgangs zum Erste-Hilfe-Trainer acht neue Dozenten zum Hamburger Ausbildungsteam stoßen.

 

Das Johanniter-Pflegeteam träumt schon lange von so viel Zuwachs an neuen Kollegen. Aber der Arbeitsmarkt ist abgegrast und die verschiedenen Pflegedienste buhlen um die wenigen Bewerber. "Zum Teil auf sehr kreative Weise", weiß Marketingreferentin Tina Bahlert, die aus diesem Grund nun zusammen mit der neuenTeamleiterin, Julia Kaprolat, ein kurzes Video produziert. Darin kommen Johanniter-Mitarbeiter aus der Pflege zu Wort und berichten über ihre Arbeit. "Schließlich wollen wir demnächst die vielen Kunden in der unmittelbaren Nachbarschaft versorgen können. Auf Facebook können wir damit bestimmt punkten", ist sich auch Kaprolat sicher.

 

Die Bewohner der umliegenden Straßen als potenzielle Kunden haben auch die Menüdienst- und Hausnotruf-Mitarbeiter im Blick. Sie sollen viel stärker als bisher über die Angebote der Johanniter, die ein selbstbestimmtes Wohnen zuhause ermöglichen, informiert werden. Zusätzlich dazu noch Partner, wie Apotheken und Wohnungsbaugenossenschaften, für die Kundengewinnung zu finden, ist das neue Aufgabenfeld von Rebecca Müller. Müller ist bereits viele Jahre für den Regionalverband Hamburg tätig, zuerst im Bereich Hausnotruf, dann als Leiterin des Kundenservice-Center. Für letzteres ist die agile Vollblut-Johanniterin auch weiterhin verantwortlich: "Aber da mein Team so eingespielt und gut ist, kann ich mich neben der Personalführung und Kundenakquise auch noch um den Vertrieb unserer anderen sozialen Dienste kümmern", so Müller, der die neue Herausforderung sichtlich unter den Nägeln brennt. Und tatsächlich kann sich das Team von Rebecca Müller auf die Fahnen schreiben, in diesem Herbst, die erfolgreichsten Sicherheitswochen im gesamten Landesverband Nord abgewickelt zu haben. Ganz davon abgesehen, dass sowieso die Anzahl der Erstkontakte, währenddessen der Hausnotruf verstärkt beworben wird und Neukunden Sonderkonditionen erhalten, von Mal zu Mal steigt. Die Mitarbeiterinnen nehmen das erhöhte Gesprächsaufkommen im Frühling und Herbst sportlich. Langweilig wird den Telefonprofis aber auch sonst nicht, haben sie zum Beispiel mit der neuen zusätzlichen Service-Leistung "Welcome Call" auch außerhalb der Sicherheitswochen jede Menge zu tun.

 

Auch die Kindertagesstätte in der Dorotheenstraße boomt. Das Erzieher-Team um Leiterin Anastasia Grabowski arbeitet auf der Basis der Montessori-Pädagogik, deren Spezifikum die Förderung der Selbstständigkeit und Eigenverantwortung der Kinder ist. So erledigen auch schon die ganz Kleinen Lebensmitteleinkäufe auf dem Wochenmarkt nahezu eigenständig. "Wir sind von der Montessori-Pädagogik überzeugt, dass es aber auch halb Winterhude ist, freut uns natürlich sehr", schmunzelt Grabowski und zeigt uns ihre lange Warteliste.

 

Elke Lütgenau-Hawae, Marianne Meyer und Christiane Hasenclever-Langwieler bilden ein schlagkräftiges Trio in der Johanniter-Hospiz-Ambulanz, das den gesellschaftlich allzu gern verdrängten Themen Krankheit, Sterben, Trauer und Tod Aufmerksamkeit verschafft. Gemeinsam koordinieren sie über 50 Ehrenamtliche, die wiederum 80 Schwerkranke und deren Angehörige unterstützen. Darüber hinaus begleiten die drei etwa 20 Trauernde, denen der Verlust eines geliebten Menschen zu schaffen macht und die daher einmal im Monat in Gesprächskreisen in Othmarschen und Wandsbek zusammenkommen. Im Dezember feiern die Johanniter-Hospiz-Ambulanz und das Hospiz am Israelitischen Krankenhaus ihr fünfjähriges Kooperationsjubiläum. Lütgenau und ihr Team bilden auch dort die ehrenamtlichen Hospizmitarbeiterinnen und -mitarbeiter aus und koordinieren deren Einsätze. Heike Ruch, Vorgängerin von Elke Lütgenau, hatte die enge Zusammenarbeit mit der Klinik 2011 initiiert. Neben der Organisation von Vorträgen und der Supervision der Ehrenamtlichen ist ein weiteres Herzstück des Hospizdienstes der alljährlich stattfindende Kurs "Sterbende begleiten lernen", der im Februar startet. "Für viele ist diese intensive Form der Beschäftigung mit diesem Thema gleichzeitig der Einstieg ins Ehrenamt, allerdings ist es keineswegs eine Teilnahmevoraussetzung, im Anschluss als Hospizmitarbeiterin tätig zu werden", erläutert die Palliativ-Krankenschwester Lütgenau. Für Interessierte gibt es am 23. Januar einen Info-Abend.

 

Ein besonderer Höhepunkt für alle Hamburger Johanniter war der Landeswettkampf. Am 24. September 2016 hatte sich gefühlt die gesamte Johanniter-Welt des Nordens auf Hamburgs Elbinsel Wilhelmsburg eingefunden, um die rund 250 Teilnehmenden anzufeuern. Der Wettkampf in Erster Hilfe stand unter der Schirmherrschaft von Hamburgs Erstem Bürgermeister Olaf Scholz. Staatsrat Bernd Krösser aus der Behörde für Inneres und Sport eröffnete die Veranstaltung, die mit einer rauschenden Party am Abend zu Ende ging.