Prüfung für die Retter auf vier Pfoten

Hamburg/Hannover, 01. März 2017

22 ehrenamtliche Hund-Mensch-Teams haben sich erfolgreich der zentralen Prüfung in Hannover gestellt, darunter auch zwei Teams der Hamburger Johanniter

Foto: Johanniter

"Stolz wie Oskar" - Christina Kunkel und ihr Oskar bestehen zum ersten Mal die schwere Prüfung

Sven Wandscher, Leiter der Hamburger Rettungshundestaffel, mit Supernase Balu

Allen Grund zur Freude haben das eingespielte Team Sven Wandscher und seine Supernase Balu sowie Christina Kunkel in ihrer ersten Flächenprüfung mit ihrem Golden Retriever Oskar von der Rettungshundestaffel Hamburg. Sie sind unter den 19 ehrenamtlichen Rettungshundeteams aus ganz Deutschland, die an diesem Wochenende die zentrale Rettungshundeprüfung in Hannover bestanden haben. Anja Rocksin, Fachberaterin Rettungshundewesen der Johanniter auf Bundesebene, bilanzierte am Ende der zwei Tage: "Die Suche war nicht leicht. Wir haben richtig gute Leistungen gesehen und freuen uns über eine außergewöhnlich gute Bestehensquote."

 

Ob demenziell erkrankte Menschen ohne Orientierung, verletzte Sportler im Wald, beim Spielen verirrte Kinder oder nach einem schweren Unfall unter Schock stehende Verkehrsteilnehmer, wird jemand als vermisst gemeldet, sind die Spürnasen der Rettungshunde gefragt. Sie sind Spezialisten für die Suche nach Menschen in unwegsamem Gelände oder großflächigen Waldgebieten.

Ihrem Einsatz geht allerdings eine umfangreiche Ausbildung voraus. 22 Johanniter-Rettungshundeteams aus ganz Deutschland reisten an diesem Wochenende zur zentralen Prüfung für Rettungshundestaffeln nach Hannover, 19 Teams absolvierten die gestellten Aufgaben erfolgreich. Sie erhielten die Zertifizierung auf Basis der Gemeinsamen Prüfungs- und Prüferordnung für Rettungshundeteams (GemPPO) und sind fortan zu Rettungseinsätzen zugelassen. Die Rettungshundestaffel OV nördliches Hamburg verfügt mit dem Neuzugang nun über drei zertifizierte Rettungshundeteams.

 

Johanniter-Rettungshundestaffeln aus ganz Deutschland – von Sylt über Leipzig bis zum Regionalverband Schwaben – hatten ihre Teams in die niedersächsische Landeshauptstadt entsandt. Am Kabelkamp in Hannover und auf dem Truppenübungsplatz Luttmersen absolvierten sie eine kombinierte Prüfung: Los ging es mit einer theoretischen Prüfung der Hundeführer mit Fragen zu Einsatztaktik, Erster Hilfe an Mensch und Hund, Wetterkunde, Karte und Kompass. Im Anschluss waren die Hunde gefordert, bei praktischen Aufgaben im Gelände unter anderem ihren Gehorsam zu beweisen. Im so genannten Verweistest mussten die Tiere eine scheinbar hilflose Person erkennen, dem Hundeführer zum Beispiel durch lang anhaltendes Bellen den Fund der Person anzeigen und dabei unter Beweis stellen, das vermeintliche Opfer weder zu bedrängen, noch zu belästigen. Es folgte der Gehorsamsteil, bei dem es auf das gute Zusammenspiel des Teams ankam. Die Hunde mussten dicht am Hundeführer laufen, seinen Kommandos gehorchen und durften sich auch von fremden Menschen und Hunden dabei nicht ablenken lassen. Als letzten Part zeigten die Rettungshundeteams ihr Können im Wald. Auf dem etwa 30.000 Quadratmeter großen Suchgelände auf dem Truppenübungsplatz in Luttmersen, nördlich von Hannover, bekamen die Teams zwanzig Minuten Zeit, ein bis zwei im Wald versteckte Personen anzuzeigen.

Über die Arbeit mit Rettungshunden
Die Johanniter-Rettungshundestaffeln sind an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr einsatzbereit. Als Fachdienst im Rahmen des Bevölkerungs- und Katastrophenschutzes leisten die nach DIN 13050 zertifizierten Rettungshundeteams die Personensuche nach Vermissten – in enger Zusammenarbeit mit der Polizei und den Feuerwehren. Nur mit gültiger Zertifizierung dürfen die Rettungshundeteams in den Einsatz gehen und werden über die jeweilige Leitstelle angefordert. Die Hundeführer mit ihren vierbeinigen Spürnasen engagieren sich ehrenamtlich und sind für ihre umfangreichen Aus- sowie Weiterbildungen auf Spenden angewiesen. Die Ausbildung zum Rettungshund dauert rund zwei Jahre und wird mit der Rettungshundeprüfung abgeschlossen. Diese muss alle 18 Monate aufgefrischt werden.

Fotos: Johanniter/ Kunkel, Maass, Henke

Ihre Ansprechpartnerin für Medienfragen: Bereich Öffentlichkeitsarbeit

Helbingstraße 47
22047 Hamburg