GEO-PICTURES

GEO-PICTURES

(GMES and Earth Observation combined with Position based Image and sensor Communications Technology for Universal Rescue, Emergency and Surveillance)

 

Im Rahmen von "GEO-PICTURES" waren die Johanniter erstmals an der Entwicklung einer innovativen Katastrophenschutztechnologie beteiligt. Das Projekt wurde im 7. Rahmenprogramm für Forschung und technologische Entwicklung (RP7) der Europäischen Kommission gefördert und endete, nach zweijähriger Laufzeit, im April 2012.

 

Wo genau ist was passiert? Das sind die zentralen Fragen, die Erkundungs-Teams klären müssen, wenn sie in von Katastrophen heimgesuchte Gebiete entsendet werden. Aufgrund ihrer Lageeinschätzung entscheiden dann Experten, welche Hilfs- und Rettungsmaßnahmen geeignet sind, um den Menschen vor Ort zu helfen. Zeit ist hier ein maßgeblicher Faktor, welcher über Leben und Tod bestimmt. Der unmittelbare Zugang zu im Katastrophengebiet erhobenen Informationen stellt jedoch eine erhebliche Herausforderung dar, da Telekommunikationsinfrastrukturen in den betroffenen Gebieten fast immer stark beeinträchtigt oder zerstört sind.

 

Einsatzteams müssen häufig auf Satellitenkommunikation zurückgreifen, weshalb die Technologie von "GEO-PICTURES" auf ein für Satellitenkommunikation optimierte Datentransferprotokoll setzt. Zudem ist das eine effiziente und kostensparende Möglichkeit zur Übertragung von einsatzrelevanten Daten (georeferenzierte Fotos, Videos und Erkundungsergebnisse) aus dem Katastrophengebiet. Neben der auf Satellitenkommunikation basierenden Variante wurde ebenfalls eine Applikation für Smartphones entwickelt. Sobald eine funktionierendes UMTS Mobilfunknetz verfügbar ist, können Einsatzteams in Katastrophengebieten mit Hilfe der Applikation "ASIGN" georeferenzierte Bilder, Textnachrichten und Erkundungsergebnisse in Echtzeit an den Katastrophenmanagement-Server der Vereinten Nationen senden. Dort werden sie mit aktuellen Satellitenbildern zu Echtzeitkarten zusammengefügt. Die fortlaufende Ergänzung der Karten um neue Einsatzinformationen ermöglicht eine umgehende Analyse der aktuellen Situation des betroffenen Gebiets.

 

Eine weitere Besonderheit ist, dass sich auch die Bevölkerung aktiv in den Katastrophenschutz einbringen kann: Mit Hilfe von handelsüblichen Smartphones kann jeder georeferenzierte digitale Bilder erstellen und versenden, die im Katastrophenfall von Experten ausgewertet werden. Aufgrund der so erhobenen Daten können die Verantwortlichen deutlich schneller als bisher die Situation im Katastrophengebiet bewerten und somit effizienter Hilfe leisten.

 

Die zielgerichtete Zusammenführung und ganzheitliche Nutzbarmachung von geobasierten Informationsdaten, die im Rahmen von GEO-PICTURES entwickelt wurden, sind neu im Bereich des Katastrophenmanagements und schließen eine bestehende Lücke in der heutigen Einsatzpraxis.

 

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier sowie einen direkten Zugang in die Datenbank hier.

Ihr Ansprechpartner Andreas Seipelt

Brandstücken 19
22549 Hamburg