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Sanitätsübung 2010

Videos zur Übung:    Reanimation   Versorgung eines Patienten

 

 

Sanitätsdienstübung mit rund 70 Teilnehmern

 

Von Auskünften bis zur Versorgung schwerer Verletzungen: Die Johanniter sind für die kommende Saison der Sanitätsdienste bestens gerüstet

 

"Wo ist meine Mami?" Mit Tränen in den Augen schaute der siebenjährige Junge zu Jakob Engelmartin hoch. Noch gehört der Junge zur Freiwilligen Feuerwehr Fuhlsbüttel doch schon bald sind Jakob Engelmartin und seine Kollegen vom Ortsverband Nördliches Hamburg wieder auf diversen Hamburger Veranstaltungen als Helfer unterwegs. Mit 22 anderen Johannitern nahm Jakob Engelmartin am 10. April 2010 an einer groß angelegten Übung speziell für die beginnende Saison der Sanitätsdienste auf dem Trainingsgelände der Hamburger Rettungshundestaffel im Stadtteil Fuhlsbüttel teil. "Uns war es wichtig, bei dieser Übung die ganze Bandbreite von typischen Einsätzen bei Sanitätsdiensten darzustellen", erklärt Angela Wallenstein aus dem Übungsleitungsteam. Zusammen mit Jutta Dehtling, Malte Witt und Patrick Schilling hatte sie die Übung organisiert. "Die gesamten Sommermonate erwarten uns Helfer rund 200 Sanitätsdienste, sowohl bei kleineren Aktivitäten wie bei Straßenfesten, als auch bei Großveranstaltungen wie dem Alstervergnügen oder dem Hamburg Marathon. Einige dieser Veranstaltungen werden an bestimmten Tagen fast alle Kräfte binden. Mit dieser Übung wollten wir den Helfern die Möglichkeit geben, sich mit den wichtigsten Situationen erneut vertraut zu machen", fährt Angela Wallenstein fort.

 

Das ist mit der Übung eindrucksvoll gelungen. Rund 25 zumeist junge Verletztendarsteller von der Freiwilligen Feuerwehr Fuhlsbüttel hielten die Johanniter den ganzen Tag mit Fallbeispielen auf Trab: Von Kindern, die nach ihren Eltern suchten, bis zu blutigen Streitereien mit erheblichen Verletzungen, die es zu versorgen galt, war fast alles dabei, was bei einem Sanitätsdienst vorkommen kann. Größtes Problem für die Helfer: Der Stressfaktor. Während der kleine Junge aufgelöst nach seinen Eltern suchte und sich nur zufällig in den Sanitätsbereich verirrt hatte, erreichte die Helfer per Funk die Meldung, dass ein Jugendlicher auf dem fiktiven Festplatz verletzt sei und – dank Kunstblut – stark blutete. Die eintreffenden Johanniter mussten vor Ort feststellen, dass der "Verletzte" von einem betrunkenen Mann mit einem Messer angegriffen worden war und dass der "Angreifer", gespielt von einem Feuerwehrmann der Freiwilligen Feuerwehr, noch vor Ort war. "Hier ist Selbstschutz das Allerwichtigste: Zuerst sich selber, danach die Kollegen in Sicherheit bringen und dann sofort per Funk die Polizei alarmieren", erklärt Dr. Julia Martensen der Sanitätsstreife. Die Ärztin hat als eine von sechs medizinischen Beobachtern jedes Fallbeispiel bewertet und hinterher mit den Helfern besprochen.  

 

"Diese Übung hat uns Helfern noch einmal sehr viel Sicherheit für die anstehende Saison gegeben und hat dazu noch sehr viel Spaß gemacht", resümiert Jakob Engelmartin am Ende des Tages. Auch das gesamte Übungsleitungsteam  war sehr zufrieden: "Wir waren von der Leistung der Helfer absolut beeindruckt – ausnahmslos wurde die Chance genutzt mit dem Material zu arbeiten und sich den Fallbeispielen zu stellen. Auch in Extremsituationen haben die Helfer routiniert und gelassen reagiert. Die Saison kann beginnen!"

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